Maskenterror für immer, damit die Krankenkassen Geld sparen

Foto: Von goffkein.pro/Shutterstock

Dass die Maske auf die Corona-Ausbreitung überhaupt keinen Einfluss hatte, belegte nicht nur die zweite Welle, die nach fünf Monaten (bereits nachgeschärftem) Maskenzwang losbrach. Auch die verpflichtende Umstellung auf (potentiell gesundheitsgefährdende) FFP2-Masken seit gut einer Woche beinhaltet das Eingeständnis, dass die früheren Alltagsmasken so gut wie nichts gebracht hatten. Dass jedoch die Grippe seit Corona faktisch ausgestorben ist, soll hingegen plötzlich sehr wohl an der Maske gelegen haben – weshalb nun erste Krankenkassen dafür plädieren, sie für immer beizubehalten.

Die Perversion der Gewöhnung an Unfreiheit und Dauerbeschränkung geht damit in die nächste Runde: Statt den sich aus allen Statistiken und Vorjahresvergleichen zwingend ergebenen, einzig logischen und naheliegenden Schluss zuzulassen, dass es sich bei der aktuellen sogenannten Pandemie letztlich um die übliche Grippe handelt, die in diesem Jahr eben in Corona umbenannt wurde und zum Auslöser einer historisch beispiellosen Paniklawine im Globalen Dorf wurde, wird das Virus nun als Wegbereiter zur Verstetigung von Schutzmaßnahmen missbraucht – etwa Hygieneregeln und Maskenpflicht.

So kam jetzt der Bundesvorsitzende des Virchowbundes, dem Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, auf den glorreichen Einfall, die Maske doch einfach auch nach Corona als neuen Alltagsstandard verpflichtend beizubehalten: „Das Tragen von Masken in den Praxen kann eine Option sein„, so der Funktionär zur „Welt„. Aufgeschlossen hierzu zeigt sich etwa die Barmer Krankenkasse: Dort wurde, wie in anderen Kassen, gierig festgestellt, dass sich während des zweiten Lockdowns die Zahl der Krankschreibungen wegen Influenza bei Versicherten mehr als halbiert hatte: Zwischen November und Weihnachten 2020 waren demnach nur durchschnittlich 661 Versicherte pro Woche wegen einer Grippe arbeitsunfähig gemeldet, im gleichen Zeitraum der beiden Vorjahre waren es im Wochenschnitt noch zwischen 923 und 1721 Personen gewesen. Zeitweise lagen die wöchentlichen Rückgänge im Vergleich der beiden Vorjahre damit bei mehr als 60 Prozent, schreibt die Zeitung.

Auch Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (der im Herbst bei Markus Lanz die Masken in einer persönlichen Einschätzung als völlig nutzlos bezeichnet hatte, tags darauf jedoch auf öffentlichen Druck widerrufen musste), sagt: „Die Kontaktbeschränkungen, die verminderte Mobilität im Lockdown und natürlich die Einhaltung der AHA-Regeln dämmen nicht nur die Corona-Pandemie ein, sondern erschweren auch die Übertragung anderer Infektionskrankheiten.“ Wenn weniger Menschen an Influenza erkranken, hätten Krankenhäuser, Gesundheitsämter und Praxen mehr Kapazitäten für die Behandlung von Covid-19-Patienten.

AHA-„Segen“ für immer?

Deshalb wird nun von den Ärztevertretern gefordert, das Maskentragen sollte „vor allem dort praktiziert werden, wo es zu Ansammlungen von Menschen kommt“ – beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr. Maskenzwang für immer oder immer wieder mal: Dies wäre das „asiatische Modell“, damit die Krankenkassen Geld sparen. Ketzerische Frage: Würden die Kassen dann auch einer deutlichen Senkung der Beiträge zustimmen, sobald es zur zwangsverordneten Entlastung käme? Und eine Grippeimpfung bräuchte dann folglich ja auch niemand mehr, wenn alle Masken tragen.

Es ist ein Unding: Während einer (echten) Virusepidemie mag so etwas wie Maskenzwang angehen – kaum jedoch in einer nur künstlich propagierten Pandemie (wie aktuell Corona) und schon gar nicht zu Nicht-Pandemiezeiten. Zumal, wie erwähnt, die Masken gegen Corona nichts brachten – und demnach mit Sicherheit auch nichts gegen Influenza. Dass deren Zahlen rückläufig sind, liegt alleine daran, dass die Grippekranken jetzt überwiegend Corona-„Fälle“ sind. Wer dies bestreitet, soll erst einmal beantworten, welche Wundermasken dies bitte sehr sein sollen, die gegen Grippeviren helfen, aber gegen nicht gegen Coronaviren?

Es gab und gibt einen guten Grund, warum Maßnahmen wie Kontaktsperren, Hygiene, Maskenpflicht usw. nur in außerordentlichen Krisensituationen (etwa Seuchen oder bei Naturkatastrophen) verhängt wurden: Dies sind Einschränkungen, die mit einem freien, ungezwungenen und lebenswerten Leben schlicht nicht vereinbar sind. Natürlich bringt die Corona-Politik, wenn man sich ausschnittsartig und unter dem Brennglas nur auf nützliche Nebeneffekte kapriziert, positive Begleiterscheinungen mit sich: Ausgangssperren reduzieren Straftaten. Geschlossene Kneipen verringern die Zahl tätlicher Auseinandersetzungen und Alkoholunfälle. Und so reduzieren die AHA-Regeln natürlich auch den „normalen“ Schnupfen und die Grippe als lästige Alltagsbegleiter.

Overkill der Liberalität

Deswegen darf aber die künftige Normalität NICHT von Regeln bestimmt sein, die es aus gutem Grund nur befristet in Notfalllagen gab. Andernfalls könnte man auch den Straßenverkehr verbieten, weil es dann keine Verkehrstoten mehr gibt, oder Süßigkeiten, Fleisch und Genussmittel unter Strafe stellen, weil sich so die Zahl der Zivilisationstoten durch falsche Ernährung massiv reduzieren ließe. Den Krankenkassen wäre all dies sicher recht. Doch die Freiheit, für ein lebenswertes Leben auch Annehmlichkeiten auszukosten und Risiken in eingehen zu dürfen, ist eine elementare. Alles andere wäre eine Gesundheitsdiktatur.

Auch in dieser Debatte wirkt sich wieder einmal fatal aus, dass in diesem Land nur noch engstirnige Apparatschiks mit ihrem Tunnelblick, aus Partikularinteressen heraus das Wort führen und die Schlagzeilen dominieren, während die bürgerlichen Freiheiten keine Lobby finden. Aus demselben Grund können Corona-Wahnsinnige und Regulierungsverrückte wie der bayerische Ministerpräsident mit seinem „Mehr Maske“-Mantra – neuerdings aber auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller – mit ihren Gängelungsexzessen durchkommen: Um die Ausbreitung des Coronavirus weiter einzuschränken, müssen ab sofort Autofahrer in Berlin während der Fahrt eine medizinische Maske tragen. Wie der Senat am Dienstag mitteilt, sind davon nur der Fahrer und Personen ausgeschlossen, die mit dem Fahrer zusammenwohnen.

Diese Maskenpflicht gilt übrigens auch bei Autokorsos im Rahmen von politischen Veranstaltungen, sofern sich mehrere Personen aus verschiedenen Haushalten im Wagen aufhalten; hier soll also gleich einmal potentiellen Autodemonstranten der Maulkorb verpasst werden. Für den Rest des Landes gilt, Merkels Impfversagen sei dank, weiterhin – in den bekannten Situationen innen und außen – die Partikelfilter- oder OP-Maskenpflicht. Absehbar auf Monate, der faschistischen Logik folgend: Weil wir Mist gebaut haben, wird euch die Luft abgeschnürt. (DM)