Denunziantenpack: Nach „Hinweisen“ stürmen Ordnungsamt, Gesundheitsamt und Polizei Arztpraxis

Razzia (Symbolbild: shutterstock.com/Von Damien Storan)
Razzia (Symbolbild: shutterstock.com/Von Damien Storan)

An der Denunziantenfront kann Erfolg vermeldet werden: Nach Hinweisen aus der Bevölkerung haben Ordnungsamt, Gesundheitsamt und Polizei eine Hausarztpraxis in Köln durchsucht. Die Ärztin soll Corona-Verbrechen begangen haben. Sie habe sich nicht an die Maskenpflicht gehalten und die Corona-Pandemie angezweifelt.

Auslöser für den Einsatz in der Kölner Arztpraxis seien laut dem Express mehrere „Hinweise und Beschwerden von Bürgern“ gewesen. Daraufhin stürmte das Kölner Ordnungsamt, das Gesundheitsamt und die Polizei eine Hausarztpraxis Ende Januar in Köln Ehrenfeld. Dabei habe man die Ärztin ohne Mundschutz angetroffen. Aber nicht nur dieses Verbrechen habe die Medizinerin begangen. Bei der Razzia wurden in der Praxis auch Magazine, die der „Querdenker-Szene“ zuzuordnen sind, gefunden, heißt es weiter.

Der Ärztin drohen jetzt harte Konsequenzen. Öffentlichkeitsarbeit und ganz dem Maoistischen Leitsatz „Bestrafe Einen, erziehe Hunderte“, teilt die Stadt mit: „Das Gesundheitsamt hat mit den Aufsichtsbehörden, der Ärztekammer Nordrhein und mit der Bezirksregierung Kontakt aufgenommen. Weitere Maßnahmen werden beraten und es wird geprüft, welche Konsequenzen mögliche festgestellte Verstöße gegen die Ordnungsverfügung haben werden“. Die Ärztin soll sich laut der Stadt gegenüber dem Ordnungsamt mündlich zum Tatvorwurf geäußert haben: Sie würde eine Maske tragen, wenn man ihr beweisen könne, dass zurzeit eine Pandemie herrsche, so der Express. Vor Ort nahm die Polizei zudem noch die Personalien von fünf Personen auf, die sich nicht an die Maskenpflicht gehalten hatten. Einige von ihnen trugen keine Masken, andere nur einen Schal vor Mund und Nase statt der vorgeschriebenen medizinischen oder FFP2-Masken.

Die denunzierte Ärztin schein indes nicht die einzige zu sein, die Bedenken bezüglich des Merkel´schen Corona-Maßnahmenwahnsinns anmeldet. Laut dem Expresse liegen allein in Köln 54 dieser sogenannten „Beschwerden“ – sprich Anzeigen selbsternannter Corona-Blockwarts – gegen Arztpraxen vor. Laut der Stadt wurden bisher in 47 Fällen Kontrollen durchgeführt, weitere sieben sind terminiert. Wenn es „Hinweise“ zu „falsch ausgestellten Attesten“ gibt, dann wird beim Gesundheitsamt noch eine Coronastufe nach oben geschalten und man ziehe das Gesundheitsamt, die Rechtsabteilung und das Ordnungsamt oder die Polizei hinzu.

Vieler dieser Ärzte – so auch das jüngste Kölner Denunziantenopfer – sollen dem Netzwerk „Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie, e.V.“ angehören. Die Initiative ist laut Eigendarstellung ein Zusammenschluss von in Medizinberufen tätigen Personen und Wissenschaftlern, die sich in Forschung und Lehre mit den Themen Gesundheit, Freiheit und Demokratie beschäftigen und sich während der Coronakrise mit ihrer Kritik an den überzogenen Beschränkungen zusammengefunden haben.  (SB)