Sozialismus voraus: Ökonom fordert 100 Prozent Erbschaftssteuer

De-facto Sozialismus feiert sein Revival in Merkeldeutschenland (Foto:Imago)

Wenn es eine politische Parole gibt, die zur verheerenden Corona-Politik passt, dann findet sie sich in der sozialistischen Formenlehre: Armut für alle, Gleichverteilung des Wohlstands als Fahrkarte ins allgemeine Elend. Das Ziel eines globalen Ökosozialismus gehört, wie mittlerweile feststeht, ohnehin zu den erklärten Fernzielen, für deren Herbeiführung diese Pandemie dient. Doch auch ganz praktisch wird das Abschöpfen von Privatvermögen nicht lange auf sich warten lassen.

Ansonsten ließen sich nämlich die pyramidalen Staatsschulden, die sich die westlichen Demokratien aufgebürdet haben und weiter aufbürden (insbesondere Deutschland mit seinem obsessiven Helferkomplex) nicht schultern. Konzepte sind gefragt – allerdings keine, die auf die schöpferische und fruchtbringende Kraft der Märkte setzen, sondern nur jene, die noch mehr Besteuerung, Solidarbelastung und Umverteilung bis hin zur Enteignung anstreben. Dass sich der Staat am Geld der Lebenden – schon vor Corona – auf geradezu obszöne Weise vergreift und dass dieses Abschöpfen von Spar- und Erwerbsaktiva nach der Pandemie (bzw. mit ihrem zunehmenden Andauern) akzeleriert werden wird, ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Doch jetzt melden sich schon die ersten Theoretiker des sozialistischen Gruselkabinetts zu Wort, die auch die Toten ausplündern und ihr Vermögen faktisch vergesellschaften wollen. So entwirft in der „Süddeutschen Zeitung“ (wo wohl auch sonst?) der aus Luxemburg stammende Ex-Ökonomieprofessor der Universität Freiburg (Schweiz) Guy Kirsch, die ebenso weltfremde wie destruktive Vision einer Erbschaftssteuer von 100 Prozent. Seine Idee: Alles Erbe soll verflüssigt werden und in einen speziellen Fonds fließen. Aus diesem soll jeder erbberechtigte Hinterbliebene fortan dieselbe Erbschaftssumme erhalten – jeder die gleiche Summe, „unabhängig davon, ob die Eltern oder Großeltern eine Milliarde oder gar nichts hinterlassen haben„.

In den Schlund des Umverteilungsstaats

Damit es nicht zu vorgezogenen Übertragungen und Schenkungen kommt, soll natürlich auch eine extrem hohe Schenkungssteuer greifen. Mit seinem Modell glaub Kirsch, einer der Pioniere der Neuen Politischen Ökonomie, die von ihm ausgemachte „Brisanz der sozialen Ungleichheit“ entschärfen zu können. In einer Zeit, da Leistungsträger mit nie dagewesenen Staatsquoten belastet werden und das Privatvermögen der deutschen streng monoton fallend ist (schon heute liegt das durchschnittliche Haushaltsvermögen bei einem Drittel Italiens), sollen nun auch noch die durch Fleiß und Sparsamkeit thesaurierten Lebensleistungen in den Schlund des Umverteilungsstaats geworfen werden.

Die Idiotie der Gleichmacherei blendet freilich auch hier wieder einen wesentlichen Umstand aus: Es werden in Deutschland überwiegend in Firmen, Immobilien und Anlagewerte gebundene Vermögen – keine Barschaften – vererbt. Gerade für mittelständische Firmen wird jede übermäßig erhöhte Erbschaftssteuer zur Existenzgefährdung – da die Firmen zur Kapitalisierung der Erbschaftssteuer verkauft oder verramscht werden müssten. Abgesehen davon, dass das, was von den kleinen und mittleren Betrieben nach Corona noch übrig bleiben wird, seinerseits auf Generationen hinaus als Langzeitfolge der Krise verschuldet sein wird, wäre Kirschs Plan der sichere Weg in die totale Massenarbeitslosigkeit.

Dennoch sind linksradikale Extrempositionen in den feuilletonistischen Blasen und linken Beamtensalons der Republik anscheinend so wohlgelitten, dass solche (übrigens verfassungswidrige) Gedankenspielereien ernsthaft zur Diskussion gestellt werden. Schlimmer noch: Sie werden im linksgrünen Politmilieu auf fruchtbaren Boden fallen, alleine schon, weil sie den niedersten Sozialneid bedienen. Wer noch etwas zu verlieren hat, ist gut beraten, seine Vermögenswerte zugriffssicher zu machen und irgendwie zu retten, bevor die großen Enteignungen anlaufen und der Corona-Staat ans Kassieren geht. (DM)