Spahns FFP2-Reste-Rampe: Alles muss raus, draufzahlen darf der Bürger

Ausgabe von FFP2-Masken (Foto:Imago/Cord)

Um die im vergangenen Frühjahr wahllos zusammengekauften Bestände von Partikelfilter-Masken unters Volk zu bringen, kam Gesundheitsminister Jens Spahn der FFP2-Zwang wie gerufen. Wenn auch medizinisch von fragwürdigem Nutzen (und sogar potentiell gesundheitsschädlich), so besteht die Regierung dennoch auf dem – gegenüber den nun verpönten Alltagsmasken ungleich teureren – Maskenball, subventioniert dafür jedoch deren Anschaffung durch Zuschüsse an die Apotheken. Doch jetzt muss der Bürger wohl bald mehr zahlen.

Grund dafür ist, dass Spahn gegen den erbitterten Widerstand und Protest der Apotheker-Verbände darauf besteht, die staatliche Vergütung der FFP2-Masken für Corona-Risikopatienten und Hartz-IV-Empfänger deutlich zu senken. Das geht aus der „Coronavirus-Schutzmasken-Verordnung“ hervor, über die die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ in ihren Freitagausgaben berichten. Sie wird am Freitag im Bundesanzeiger veröffentlicht, womit sie am Samstag in Kraft tritt. Laut Verordnung sinkt der Preis, den die Regierung pro Maske an die Apotheker zahlt, von brutto 6,00 Euro auf 3,90 Euro. Die Apothekervereinigung ABDA hatte mindestens 4,80 Euro gefordert.

Spahn erklärte laut „dts Nachrichtenagentur“, die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im Öffentlichen Personenverkehr und beim Einkaufen sei eingeführt worden, da „mögliche Virus-Mutationen ansteckender“ seien. Um jedoch auch Beziehern der Grundsicherung für Arbeitssuchende diesen Schutz zu ermöglichen, würden sie mit FFP2-Masken unterstützt. „So wird der Corona-Schutz keine Frage des Geldbeutels„, sagte er. Hartz-IV-Empfänger bekommen kostenfrei zehn FFP2-Masken, wozu sie ein Schreiben ihrer Krankenkasse in der Apotheke und einen Lichtbild-Ausweis vorlegen müssen. Doch im prädigitalen Parallelzeitalter in Spahns Behörde, wo Anfang des Jahres erst voller Stolz das Ende der Fax-Ära verkündet wurde, dauert der Versand der Schreiben natürlich – bis Ende der kommenden Woche dauern mindestens.

Die Maßnahme gilt für etwa fünf Millionen Bezieher von Arbeitslosengeld II und kostet rund 200 Millionen Euro. Der neue Erstattungspreis gilt auch für die zweite Charge von sechs FFP2-Masken, die Risikopatienten ab dem 16. Februar gegen Vorlage eines Gutscheins in der Apotheke abholen können. Im Ergebnis werden die Apotheker die fehlende Erstattungssumme des Bundes dann absehbar von den Käufern als Zuzahlung fordern – denen so noch weniger Geld zum Leben bleibt. Viele werden sich absehbar behelfen (müssen), indem sie einfach die Masken länger als zulässig tragen – womit die Regierung dann glücklich das Gegenteil des eigentlichen Zwecks der Zwangsmaßnahme erreicht und anstelle eines zweifelhaften Nutzens reale Gesundheitsschäden gefördert hätte. (DM)