Lächerliche „Zeit“: Die Verfolgten des Donalphonsismus

Blogger und Kolumnist Rainer Meyer alias "Don Alphonso" - Foto: Imago

In der „Zeit“ fragt eine gewisse Antonia Baum recht scheinheilig, ob der Blogger Rainer Meyer, seiner großen Leserschaft unter dem Pseudonym „Don Alphonso“ bekannt, schuld daran sei, daß Personen, über die er geschrieben hat, allerlei Drohungen erhalten. „Don Alphonso“ hat eine Kolumne in dem Springerblatt „Die Welt“. Die rechtschaffene Antwort auf Frau Antonia Baums scheinheilige Frage.

von Max Erdinger

Ist der Blogger Don Alphonso dafür verantwortlich, dass Menschen, über die er schreibt, anschließend von Rechten bedroht werden?„, fragt Antonia Baum in der „Zeit„. Da wird sofort eine Gegenfrage fällig. Ist Antonia Baum dafür verantwortlich, daß sie dumme Fragen stellt? Die Antwort auf ihre Frage ist nämlich ganz einfach. Wenn jemand dafür verantwortlich ist, daß Personen bedroht werden, dann sind das diejenigen, die diese Personen bedrohen. Ein vernünftiger Mensch käme ja auch nicht auf die Frage, ob Antonia Baum dafür verantwortlich sein könnte, daß nach ihrem Artikel in der „Zeit“ der Blogger „Don Alphonso“ bedroht werden könnte, was wahrscheinlich der Fall sein wird. So viel steht fest: Ob jemand von einem „Rechten“ oder von einem „Linken“ bedroht wird, ändert am Übelstand der Bedrohung überhaupt nichts. Waren womöglich die „Zeit“, ARD und ZDF und der gesamte gleichgeschaltete Medien-Mainstream dafür verantwortlich, daß Häuser von AfD-Funktionären beschmiert-, ihre Autos abgefackelt -, und Parteiprominenz beklaut und zusamengeprügelt worden ist (Gauland und Junge)?

Ja wie riecht´s denn hier?

Noch ehe man sich in den eigentlichen Artikel von Frau Antonia Baum vertieft, muß man also bereits nach Lektüre des Teasers fragen, ob es wohl die Selbstgerechtigkeit ist, die so fürchterlich aus ihrem Artikel herausstinkt. Gut möglich ist aber auch, daß es im übertragenen Sinn die Pest ist, die stinkt. Um eine Übertragspest handelt es sich nämlich bei der neupaternalistischen Entmündigungsmanie, der auch Frau Antonia Baum anheim gefallen zu sein scheint, und die sich dauernd so äußert, daß jemand, der etwas gesagt oder geschrieben hat, für die Taten eines Anderen die Verantwortung übernehmen soll, weil der es vorher gelesen haben könnte. Es braucht auch keinen „Don Alphonso“, damit sich die Personen, die von Frau Antonia Baum als potentielle Opfer von Meyers Wortgewalt genannt werden, den ausgesprochenen Haß derjenigen zuziehen, von denen sie dann bedroht werden. Perfide ist nicht, wer hasst, sondern perfide ist, wer den Haß sät, um als nächstes mit dem Finger auf diejenigen zu zeigen, die ihm auf den Leim gegangen sind. Überhaupt verstärkt sich allerweil der Eindruck, die tonangebende Hypermoralisten-Linke lege es darauf an, daß ihre Gegner die Nerven verlieren, um sie dann mit „aller Härte des Rechtsstaats“ niederzuknüppeln, ganz so, als hätten ausgerechnet sie noch irgendetwas mit „Rechtsstaat“ zu tun. Oder mit „Demokratie“ und „Grundgesetztreue“. Diese Hypermoralistenbande ist in Wahrheit eine Ansammlung von entsetzlichen Zynikern, die ganz genau weiß, was ihr droht für den Fall, daß es ihren politischen Gegnern jemals noch gelingen sollte, auf demokratischem Wege an die Macht zu kommen, um dann selbst mit „aller Härte des Rechtsstaats“ zurückzuschlagen.

Korrekte, notfalls neutral und transparent zu überprüfende Wahlergebnisse kann sie sich bereits nicht mehr leisten, weil die zu riskant wären. Der gewählte Präsident der USA heißt Donald Trump. In Deutschland können sie sich nicht einmal mehr eine völlig legal abgelaufene Ministerpräsidentenwahl leisten (Thüringen, Februar 2020). Antifa- und BLM-Terroristen gelten ihnen als „Aktivisten“, die Größtkapitalisten als „Philanthropen“. Das ist das Lager, aus dem heraus eine Frau Antonia Baum für die „Zeit“ schreibt.

Aber ehe ich mich hier im Grundsätzlichen verliere – zurück zu Frau Antonia Baums üblem Machwerk in der „Zeit“. Ich beschränke mich auf die entlarvendsten Stellen ihres Textes.

Ohne selbst je in einen justiziablen Bereich zu geraten, lenkt Meyer die Aufmerksamkeit seiner Fans in seinen Artikeln und Tweets auf bestimmte Menschen, die er nicht zu mögen scheint.“ – ist es die Möglichkeit? Ohne selbst in den justiziablen Bereich zu geraten, lenkt Frau Antonia Baum die Aufmerksamkeit ihrer Leser auf einen bestimmten Menschen, den sie nicht zu mögen scheint: Rainer Meyer, den „Don Alphonso“. – Und jetzt? Meyer darf nicht, Frau Antonia Baum schon, oder wie?

Diese Menschen – manchmal auch ihre Familien – sind dann teilweise über Jahre hinweg Beschimpfungen, Vergewaltigungs- und Morddrohungen ausgesetzt, mutmaßlich ausgehend von den mutmaßlich rechtsextremen Rainer-Meyer-Fans.“ – teilweise über Jahre hinweg bin ich der Überzeugung gewesen, daß „mutmaßlich“ mutmaßlich derartig ungeeignet ist, jemandem ans Bein zu pinkeln, daß man es mutmaßlich bleiben lassen sollte. Wer allerdings derartig vor Selbstgerechtigkeit stinkt wie die Frau Antonia Baum, ist mutmaßlich nicht dazu in der Lage, sich derlei Selbstbeschränkungen aufzuerlegen. „Mutmaßlich ausgehend von mutmaßlich …“ – Wahnsinn! Außerdem: Wenn jemand in der linksextremistischen „Zeit“ schreibt, ein Anderer sei „rechtsextrem“, dann ist das ungefähr so, als würde der Alkoholiker von der lästerlichen Drogensucht des Koksers daherschwadronieren. Und noch etwas: Wenn es schon nur noch „die Menschen“ gibt, die teilweise … dann gibt es gefälligst auch nur noch die „mutmaßlich rechtsextremen Rainer-Meyer-Fan-Menschen„, – kapito? So weit, daß es einer Frau Antonia Baum obliegt, zu definieren, wer „Mensch“ und wer „Fan“ sein soll, sind wir selbst in Deutschland noch nicht.

Damit ist das Schema der Geschichte angedeutet, aber wirklich verstehen tut man sie erst, wenn man sich klarmacht, wen Meyer nicht mag und wer deswegen Meyer mag.“ – na, dann wollen wir mal schön verstehen tun, Frau Antonia Baum, was der liebe Medienkritiker der Schriftgriffeline vom „Zeit“-Infantilistenstadl antworten tut-tut-… tüüüt! Alle, die „der Meyer nicht mag“, mögen außer dem Meyer und mir Millionen Anderer ebensowenig. Wahre Mögenichtverbrecher sind wir, ganz ehrlich. Und „Don Alphonso“ ist unser Pate. Über den hat die Frau Antonia Baum schön recherchieren getan. Sie weiß, wen unser Pate, der „Don Alphonso“, nicht mögen tut:

… die Grünen samt der „grünen Moralschickeria“, die sogenannte Identitätspolitik und die Cancel-Culture. Wichtig sind ihm auch: die „Zwangsgebühren“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, die „Relotiusmedien“, „medial verordnetes Mitläufertum und Klatschanweisungen“ sowie „staatlich finanzierte NGOs und deren Propaganda“. Bauchschmerzen machen ihm außerdem: der „Reichshauptslum“ (Berlin), in dem „kulturmarxistische (…) Merkelpartys“ gefeiert werden („Kulturmarxismus“ ist ein antisemitischer Kampfbegriff der rechtspopulistischen Alt-Right-Bewegung). Folgerichtig macht er sich Gedanken über Migration, die er „demographisch und sexuell“ für völlig „aus dem Ruder gelaufen“ hält, und über die Befürworter von Angela Merkels Migrationspolitik. Um dieser das Handwerk zu legen, zeigte Meyer 2018, damals noch bei der FAZ, Fotos von schwarzen Männern, die sich im Görlitzer Park aufhielten, wo sie nach seinen Mutmaßungen Drogen verkauften.“ – und das wäre deutlich kürzer gegangen, Frau Antonia Baum, sogar, wenn im Görlitzer Park nur mutmaßlich Drogen verkauft werden von den Drogendealern, denen man in Berlin ein mutmaßliches Denkmal hat setzen lassen.

Gereicht hätte, zu schreiben, daß Meyer, meinereiner und Millionen Anderer die Schnauze gestrichen voll haben von ideologisch herbeigeführter Degeneration, die hauptsächlich deswegen eine ist, weil sie jeden Realitätssinn für „rechtsextrem“, „rechtspopulistisch“ oder „irgendwie nazi-chauvi-rassi“ erklärt hat, und nur, um es sich selbst zu ersparen, argumentieren zu müssen in einer Auseinandersetzung, bei der sie noch nicht einmal in einer Gesellschaft von Meinerleins & Finderleins einen Blumentopf zu gewinnen gehabt hätte. Das Bekleben des Anderen mit irgendwelchen „Igittigitt-Etiketten“ erspart nämlich jede peinliche Diskussion.

Die Lüge als linkes Prinzip

Die tonangebende Linke: Man postuliere zivilreligiöse Glaubensthesen aus Wolkenkuckucksheim als „die Realität“, verleumde jeden als Häretiker (Leugner), der diesen miserablen Taschenspielertrick durchschaut, halte ihm „Experten“ bis hin zum „Experten für den Windelwechsel“ als sakrosankte Autoritäten vor die Nase, und installiere daraufhin eine nicht zu leugnende Realität, die als „alternativlose Antwort“ auf die zivilreligiösen Glaubensthesen wegen des stocktotalitären Drucks zu akzeptieren ist, mit dem sie dogmatisiert wird, weil sonst die nächste Etikettierungswelle losgetreten wird. Im übrigen ist „Kulturmarxismus“ kein antisemitischer Kampfbegriff, sondern ein zusammengesetzes Substantiv, das beschreibt, worauf sich Marxisten und Größtkapitalisten nach dem Zusammenbruch des wirtschaftlichen Marxismus geeinigt haben: Die marxistischen Funktionäre verblöden die Massen so weit, daß sie dem Größtkapital als dumme Arbeitssklaven zur Verfügung stehen – und im Gegenzug läßt das Größtkapital die steuerliche Ausplünderung der Massen so weit zu, daß die marxistische Funktionärskaste einen, ihrem eingebildeten Mehrwert angemessenen, Lebensstil pflegen kann. Wie sieht der aus? – So sieht der aus: Grüne Flugverbotsfetischisten fliegen zum Eisessen nach Kalifornien über Neujahr (Katharina Schulze) oder zum Wandern in die Anden (Cem Özdemir). Gewerkschafter fahren Porsche, Umweltfunktionäre lassen sich in Oberklasselimousinen durch die Gegend chauffieren und maulen dann noch, wie der Grüne Kretschmann in Stuttgart, über die mangelnde Beinfreiheit in ihrer vom Steuerzahler finanzierten S-Klasse. Das ist Kulturmarxismus: „Kulturfabrik“, „Liedermacher“, Möbelmacher“, „Kulturwerkstatt“, „Initiative & Autorenkollektiv“ und „correctiv“. Und ausgerechnet dieses zum Erbrechen bigotte Kulturmarxistenmilieu ist es, das wegen der „Menschlichkeit“ die übelsten Antisemiten des Planeten zu Hunderttausenden importiert, um dann auf dem Gipfel der Selbstgerechtigkeit vom „antisemitischen Kampfbegriff Kulturmarxismus“ daherzuschwätzen. Es ist dieses kulturmarxistische Establishment selbst, das „mutmaßlich“ zu großen Teilen aus „mutmaßlichen Antisemiten“ besteht. Die wohlfeilen und überaus systemkpompatiblen Sonntagsreden einer Frau Knobloch oder eines Herrn Schuster ändern an diesem Sachverhalt nicht das geringste. Antisemitismus ist auch, einen Juden von jeder berechtigten Kritik auszugrenzen, nur, weil er Jude ist. Ein „Kauft nicht beim Juden“ (heute: boykottiert Waren aus den „besetzten“ Gebieten in Israel) ist denksystematisch nicht weit weg von einem „Kritisiert nicht den Juden“. Eine Frau Antonia Baum in der „Zeit“ ist wirklich die allerletzte, die irgendwen darüber zu belehren hätte, was es wohl mit dem Antisemitismus auf sich hat. Nur „begreifen tun“ wird sie das in ihrer infantilen Verblendung nie und nimmer.

Frau Antonia Baum mit dem Stammbaum derer vom Baum über den Abkömmling einer wohlhabenden Familie, „Don Alphonso“: „ … wenn er schreibt, wie er schreibt. Phänomenologisch könnte man ihn dem soziologischen Begriff der „rohen Bürgerlichkeit“ (Wilhelm Heitmeyer) zuordnen: Diese „ergibt sich aus dem Zusammenspiel von glatter Stilfassade, vornehm rabiater Rhetorik sowie autoritären, aggressiven (…) Haltungen“, dazu zählten unter anderem ihre Verachtung von schwachen Gruppen und ihre Betonung von Konkurrenz und Eigenverantwortung.“ – was ist linker Ringelpiez mit Anfassen? Heitmeyer und Baum ergeben zusammen einen Ringelpiez mit Anfassen. Heitmeyer ist deutscher Nachkriegs-Soziologe (sagt eigentlich schon alles), war bis 1992 in der SPD und trat dann wegen der wenigstens einigermaßen vernünftigen Asylpolitik der Sozen damals aus. Seine sozialwissenschaftlichen Schwerpunkte sind die empirische Forschung zu Rechtsextremismus, Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, ethnisch-kulturelle Konflikte, soziale Desintegration und die „Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“. Das ist also der Typ, den Frau Antonia Baum als Beleg für irgendwas heranzieht. Das ist ungefähr so, als würde der eine die Berechtigung seines KZ mit dem Verweis auf den Gulag des anderen rechtfertigen. Fürwie blöd hält an bei der „Zeit“ eigentlich die eigenen Leser? Weiter gefragt: Und hätte man recht mit seiner Einschätzung? So viel steht jedenfalls fest: Mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ kennen sich die Beiden aus. Sie hassen jede Gruppe, der sie „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ unterstellen. Außer natürlich, es wären z.B. islamistische Pechschwarzfundamentalisten in Nigeria, die als Gruppe der „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ gegen die Gruppe der „menschenfreundlichen Christenmenschengruppe“ in Nigeria frönt. Und das wäre nur eines von mehreren denkbaren Beispielen. Die „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ der Antifa solchen Gruppen gegenüber, die der Antifa nicht gerade wohlgesonnen sind, ist für die Frau Baums und die Herren Heitmeyers dieser „Zeit“-Republik ebenfalls eine relativ vernachlässigenswerte „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“.

Über die geheitmeyerten Baums dieser Republik ließe sich also durchaus eine ebenfalls lesenswerte, phänomenologische Abhandlung schreiben. Aber wie gesagt, man erkennt sie auch so. In ihrer gandenlosen Selbstgerechtigkeit stinken sie nämlich hundert Meter gegen den Wind. Man kann sie eigentlich nicht verfehlen. Außerdem trifft man sie ohnehin überall.

Die Verfolgten des Donalphonsismus

Frau Antonia Baum kennt die Verfolgten des Donalphonsismus: „Für diesen Text habe ich mit folgenden Personen gesprochen, die allesamt Erfahrungen damit gemacht haben: Laura Sophie Dornheim (Politikerin, Die Grünen), Anna-Mareike Krause (Leitung Zentrales Social-Media-Management im RBB), Ssaman Mardi (wissenschaftlicher Mitarbeiter der Politikerin Margarete Bause, Die Grünen), Sibel Schick (Autorin), Julia Schramm (Politikerin, Autorin) und Natascha Strobl (Rechtsextremismus-Expertin). Außerdem sprach ich mit der Historikerin Marion Detjen, die dem feministischen Autorinnen-Kollektiv „10 vor 8“ angehört, einem ehemaligen FAZ-Blog, das inzwischen 10 nach 8 heißt und bei ZEIT ONLINE veröffentlicht wird. Dessen Autorinnen wurden regelmäßig von Meyer attackiert („Giftnattern“, „dummdreiste Art“, „minderbeschäftige (sic!), minderkompetente Berlinerinnen“, „Köroerandiemedienverkäuferin (sic!)“). In einem Tweet rühmte sich Meyer, wesentlich dazu beigetragen zu haben, die Genannten bei der FAZ „rauszukicken„. – Und schon steigt die Bewunderung für „Don Alponsos“ Treffsicherheit ins Unermeßliche. Nicht ein einziges Mal „danebengeschossen“, Respekt! Jede Bezeichnung, die er für die Verfolgten des Donalphonsismus gefunden hat, ist ein Leuchtturm der lautersten Aufrichtigkeit. Da gibt es nichts, aber auch gar nichts zu kritisieren. Außer man hieße Frau Antonia Baum und würde sich von der „Zeit“ bezahlen lassen. Dann müsste man das kritisieren. Aber sonst: „Don Alphonso“? – Einwandfreier Mann.