Weltweite Gleichschaltung: Wie sich Google deutsche Medien kauft

Google-CEO Larry Page (Foto:Imago/MediaPunch)

Die Big-Tech-Giganten greifen, einem überdimensionalen Kraken gleich, immer raffgieriger und unverschämter nach der digitalen und informationellen Weltherrschaft. Kein Trust, kein Konzern, kein Industriemagnat der Geschichte – selbst in der Frühphase des Industrialismus – erreichte je eine so globale Dominanz in den wesentlichen Schlüsselindustrien wie Google & Co., die selbstangemalten Gralshüter des Datenschatzes. Nachdem sie online praktisch alles kontrollieren, begehren sie nun auch nach der Kontrolle über die analoge Medien.

So wurde diese Woche nur am Rande die Meldung zur Kenntnis genommen, dass Google die „Kleinigkeit“ von 21,5 Millionen Euro in 92 deutsche Medien investiert hat – und damit seinen Einfluss auf für nützlich und somit förderungswürdige Verlage bzw. Redaktionen erhöht. In Zeiten schwindender Anzeigeneinnahmen und zurückgehender Auflagen sind immer mehr Zeitungen auf externe Geldgeber angewiesen – und Berührungsängste bestehen hier fast keine. So wenig wie der Spiegel Skrupel hatte, sich von der Gates-Stiftung quasisponsoren zu lassen, so gering sind die Hemmungen, auch vom weltgrößten Datensammler-Riesen Google finanziell unter die Arme greifen zu lassen.

Eine Studie der Otto-Brenner-Stiftung unter dem Titel „„Medienmäzen Google – Wie der Datenkonzern den Journalismus umgarnt„, über die „Epoch Times“ (ET) berichtet, legt nun offen, wie viel Geld seit 2015 an welche Medien floss. Wofür die zumeist an konkrete geförderte Projekte geknüpften Zuflüsse genau gingen, lässt sich nicht genau aufsplitten, doch die Empfänger und maximalen Fördersummen sind bekannt. So gehören etwa die Wirtschafts-Woche und – besonders interessant – die Deutsche Welle zu den Hauptempfängern – mit bis zu 2,3 Millionen bzw. bis zu 2,1 Millionen Euro (letztere übrigens der Auslandsender der ARD und somit per se eigentlich gebührenfinanziert!). Doch auch der „Spiegel“ und die SPD-nahe DuMont-Mediengruppe sind mit je bis zu 2 Millionen Euro vorne dabei, genauso wie etwa die „Frankfurter Allgemeine“ (bis zu 1,6 Millionen) sowie „Tagesspiegel“,  Funke-Mediengruppe, Gruner & Jahr und dpa mit jeweils bis zu 1,3 Millionen). Insgesamt finanziert Google über 600 unterschiedliche Projekte und hat in den vergangenen sieben Jahren „über 200 Millionen Euro in den europäischen Journalismus investiert“, so die Studienautoren.

Die Förderungen gehen in Investitionen in Technik, Recherche­projekte, in die Organisation von Journalismus-Kongressen sowie in die Finanzierung von Ausbildungsaufenthalten junger Journalisten. Laut Pressekodex sind diese Zuwendungen eigentlich nicht statthaft – weil sie die hohe Gefahr einer Einflussnahme und Untergrabung journalistischer Unabhängigkeit bergen. Von letzterer kann allerdings in Deutschland ohnehin kaum noch die Rede sein; die kalifornischen Big-Tech-Giants rennen damit offene Türen ein. Doch Google verfolgt natürlich handfeste wirtschaftliche Interessen: Die schrittweise Verlagerung von journalistischen Angeboten der (noch völlig oder überwiegend) analogen Medien ins Internet nützt letztlich wieder Google – das sich die Nutzung seiner Dienste über Lizenzgebühren entsprechend vergüten lässt.

Nie dagewesene Machtkonzentration

Google und anderen Internetkonzernen, moniert ET unter Verweis auf die Studie, kommt dabei mehr als nur die Rolle des Geldgebers zu: „Google, Facebook, Twitter und Co lenken das Internet und können mit individuellen Entscheidungen Menschen, Meinungen und ganze Medien praktisch ausblenden.“ Besonders problematisch hierbei: Auch sogenannte „Faktenfinder“, manipulative und willkürliche Zensurbüttel, die unter dem Etikett vermeintlich objektiver Rechercheleistungen den Social-Media-Riesen den gewünschten Vorwand zum Löschen und ggf. Komplettsperren unerwünschter Inhalte liefen, erhielten von Google Geld; die linkslastige Agenda-Plattform „Correctiv“ etwa stand im fraglichen Zeitraum seit 2015 mit 300.000 Euro Fördermitteln auf der Google-Payroll.

Die Marx’sche Konzentrationstheorie hat sich im IT-Bereich längst bewahrheitet – und da die Trump-Regierung es törichterweise versäumt hat, die Konzerne kartellrechtlich kurz und klein zu schlagen (weil der Twitter-Präsident seine eigene Kommunikationsplattformen nicht riskieren wollte, die ihm dann letztlich selbst die Kanäle dichtmachten), wird die linksaktivistisch getriebene Biden-Administration ihr faktisches Monopol nicht anrühren.

Deshalb führen sich nicht nur Zuckerberg und Bezos, sondern auch die Google-Mutter Alphabet nach Gutsherrenart immer schamloser auf und bestimmen in einem supranationalen, deregulierten Rahmen, wer welche Daten sehen darf. Und da, wo „klassische“ Influencer – Printmedien, TV- und Radiosender oder Buchverlage – noch ihr eigenes Püppchen kochen, werden sie eben gekauft. So beherrschen sie den Markt in der Vertikalen und Horizontalen: Sie bestimmen über die Produktionsmittel, die Inhalte und die Köpfe – Hardware, Software und Content, alles aus einer Hand. Willkommen in der digitalen Tyrannei. (DM)