Impf-Privilegien für Luxus-Linke in Halle, Alte und Risikopatienten müssen weiter warten

So sieht es aus, wenn ein Grüner oder Linker etwas von Solidarität faselt (Symbolfoto: Von Jakub Krechowicz/Shutterstock)

Es ist nur das neueste Beispiel einer uralten Heuchelei: Die sozialistische Zweiklassengesellschaft zwischen privilegierten Apparatschiks und dem einfachen Fußvolk tritt immer dort zutage, wo linke Absahner und Selbstversorger in wichtige Positionen aufrücken. Einmal am Trog angelangt, denken sie zuallererst an sich selbst. Unter den 10 Stadträten, die in Halle das „aufmerksame“ Angebot des Oberbürgermeisters annahmen, sich außer der Reihe impfen zu lassen, waren neben Grünen natürlich auch Linken-Vertreter – allen voran deren Fraktionschef Bodo Meerheim.

Wieso der parteilose Hallenser OB Bernd Wiegand überhaupt auf die Instinktlosigkeit verfiel, sich selbst und ausgewählte Rathausbedienstete sowie den Räten außer der Reihe eine schnelle vorzeitige Impfung zu vergönnen, bleibt unklar. Eigentlich wären öffentliche Mandatsträger wie auch Mitarbeiter von Polizei und Justiz erst bei Erreichen der Kategorie 3 dran gewesen. Doch weil wohl Restposten am Impfdosen verfügbar waren, dachte Wiegand nicht etwa daran, diese verzweifelt auf ihren Impftermin wartenden Risikopatienten oder Senioren zukommen zu lassen – sondern war sich selbst der Nächste, bzw. fand nichts dabei, diese seinen Spezis und Stadträten anzubieten.

Jetzt ermittelt die Justiz gegen Wiegand, und von Ministerpräsident Rainer Haseloff gab es einen massiven Rüffel. Denn der Rathauschef hatte laut „Mitteldeutscher Zeitung“ offenbar nicht nur Spitzenertreter, sondern „das gesamte OB-Büro bis hin zu Praktikanten und drei von vier Beigeordneten“ unrechtmäßigen Zugang zur Impfung verschafft. Jetzt ist die Opposition alarmiert: Wie das „Naumburger Tageblatt“ schreibt, fordern immer mehr Politiker die umfassende Aufklärung der wahren Reichweite dieses Skandals – der durchaus noch weitaus größere Kreise ziehen könnte. Der CDU-Oppositionsführer im Stadtrat Andreas Scholtyssek ruft bereits nach Wiegands Rücktritt: „Wer wie der OB seit Monaten täglich vor dem Virus warnt, mit teilweise überzogenen Maßnahmen agiert und Solidarität zwischen den Menschen einfordert, sich dann aber an erstbester Stelle entsolidarisiert, erweist sich der Bedeutung des Amtes als nicht würdig“. (DM)