Linke Narrenfreiheit: Berliner Juso-Funktionär ruft zu Mord und Totschlag auf

Linksradikale unter sich: Antifa und "Linksjugend 'solid" (Foto:Imago/Deutzmann)

Die Erosion der Abgrenzung des Mainstreams zum Extremismus schreitet am linken Rand des Spektrums in immer beängstigenderem Ausmaß fort. Vor rund einem Jahr, am Vorabend von Corona, wurde bei einem Basisdialog der Linken im Beisein der Parteispitze noch fröhlich über 1 Prozent zu liquidierende Reiche sinniert oder über Zwangsarbeit für Vermögende. Dann erhoben sich auch die Jusos zum neuen Klassenkampf: Ihr damaliger Chef Kevin Kühnert schwelgte in feuchten Verstaatlichungsphantasien – und jetzt propagiert ein Berliner Funktionär der Jungsozen sogar verkappte Mordverherrlichung.

Hass und Hetze sind bei Linken bekanntlich nur Kavaliers- oder Bagatelldelikte – wenn sie denn überhaupt als solche wahrgenommen werden. Deshalb gibt es auch keinen Aufschrei, wenn Bengt Rüstemeier, Mitglied des erweiterten Berliner Juso-Landesvorstandes, unmissverständliche Gewaltappelle gegen politische Gegner auf Twitter verbreitet; natürlich ebenfalls ohne dass ihm das Netzwerk, anders als Trump-Anhängern, die Stimme verbietet. In verklausulierten Hass-Botschaften, die Rüstemeier in sogenannter Leetspeek verfasste, einer im Netz verbreiteten Schreibweise, die Buchstaben ähnlich scheinende Zahlen oder Sonderzeichen ersetzt, ohne dass die Verständlichkeit der Inhalte davon beeinträchtigt wird.

Die extremistischen Botschaften des Jusos waren somit sehr wohl verständlich – so eindeutig, dass sogar „Bild“ darüber berichtete. Der rüstige Hassprediger Rüstemeier fragte so etwa ganz ungeniert: „Jungl1b€ra£€ €r5h007€n wann?“ („Jungliberale erschießen wann?“), und erklärte: „Ein v€rm1€7€rschw€!n (Vermieterschwein) persönlich zu €rsh0073n (erschießen) kann hilfreich sein aber, aber muss nicht notwendig voraussetzung sein.“ Und über den Amazon-Boss befand er: „sollte jeff bezos eines tages unerwartet den folgen einer sprengstoffverletzung erliegen, käme ich nicht umhin, eine klammheimliche freude zu verspüren“ (Rechtschreibung jeweils im Original). Rüstemeier hatte in der Vergangenheit schon öfter Gewaltvisionen auf Twitter verbreitet, etwa darüber, politische Gegner aufzuhängen.

Auch wenn dieser Juso-Hetzer vermutlich davon keine Ahnung hat, so nimmt er hier unbewusst sprachliche und geistige Anleihen beim berüchtigten „Göttinger Mescalero“ und ähnlichen Beispielen linksintellektueller kaum bis gar nicht camouflierter Sympathien für Terror und Gewalt. „Stilbildendes“ Vorbild ist hier anscheinend bis heute Sartres „gewisses Verständnis“ für die RAF-Mörder. Vermutlich erklärt diese noble Tradition dann auch die Gleichmut in der Rezeption strafbarer und volksverhetzender Inhalte, sofern sie nicht von rechten Untermenschen, sondern von rotlackierten Faschisten geäußert werden: Jessica Rosenthal, Kühnerts Nachfolgerin an der Juso-Spitze, enthielt sich bezeichnenderweise jeder Stellungnahme. „Bild“ berichtet sogar von positiven Reaktionen aus SPD-Kreisen: „Ich lese nur konkrete Lösungsansätze zur Bekämpfung der Gentrifizierung“, oder „sind Vermieter keine Blutsauger oder habe ich da was verpasst?„, verteidigen da wohlwollende Kommentarschreiber Rüstemeiers Posts.

Linksintellektueller Flirt mit Mord und Terror

Hochinteressant ist in diesem Zusammenhang der Umstand, dass der Gewaltverherrlicher Rüstemeier Mitglied im Senat der renommierten Berliner Humboldt-Universität ist – einer der traditionsreichsten humanistischen, der Aufklärung und Toleranz schon in ihrer Gründungssatzung verpflichteten Bildungseinrichtungen dieses vormaligen „Landes der . Dichter und Denker“. Dort toben sich heute allerdings in zunehmendem Maße linksradikale Studenten-Aktivisten aus, die seit Jahren eine erbarmungslose Hexenjagd gegen den Historiker Jörg Baberowski veranstalten. Dieser ist eines der prominenten Opfer der neuen Cancel-Culture im Hochschulbetrieb – nicht erst seit den BLM-Protesten im Vorjahr: Die kulturrevolutionären Roten Garden von heute versuchen ihn zu boykottieren, zu „de-funden“ und in seiner – zumindest beruflichen – Existenz zu vernichten, wo immer es möglich ist. Degenerierter und pervertierter war der Ungeist an deutschen Bildungsstätten seit 80 Jahren nicht als heute.

So brachte der Uni-Senat – dem Mordhetzer Rüstemeier angehört – Baberowskis geplantes und international unterstütztes Projekt für ein Forschungszentrum zur Geschichte und Entstehung von Diktaturen zu Fall – weil man sich dort auch kritisch mit Maoismus, Stalinismus und Sozialismus auseinandergesetzt hätte, was den linken Horden unter den Alumni natürlich ein Dorn im Auge war. Doch der linke Gesinnungsterror gegen die Freiheit der Lehre war damit nicht vorbei: Vehement bekämpft die trotzkistische „Internationale Jugend und Studenten für soziale Gleichheit“ (IYSSE) Baberowski im „StudentInnenparlament“ und auf dem Campus durch zermürbende Verleumdungskampagnen – und versucht den Wissenschaftler so komplett von der HU zu vertreiben. So fügt sich eins in andere: Säuberungsversuche durch Exponenten akademischer Zirkel und militante Gewaltaufrufe der Nachwuchsorganisation der in Berlin regierenden SPD. Das ist die politische Normalität im Shithole Berlin.

Ausgeprägte ideologische Schieflage

In einem Staat mit einer derart ausgeprägten ideologischer Schieflage verwundert es nicht, wenn denn auch bei der Erfassung politischer Gewalttaten getrickst, verharmlost und manipuliert wird – und zwar dermaßen offensichtlich, dass es eigentlich die Intelligenz der Bürger beleidigen müsste, hätten sich diese an den unerhörten Bias nicht bereits gewöhnt. So zeigt eine aktuelle Antwort des Bundesinnenministeriums (BMI) auf eine parlamentarische Anfrage zur politisch motivierten Kriminalität im vergangenen Jahr ganz Erstaunliches.

Diese habe im Corona-Jahr 2020 um 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugenommen – auf nunmehr 2629 „Straftaten gegen Amts- und Mandatsträger“, so Seehofers Behörde laut  „Welt„. Interessant ist dabei allerdings, dass nur 370 Straftaten davon in die Kategorie „links“ fallen – hingegen 901 in die Kategorie „rechts“. Die verbleibende Überzahl von 1339 Straftaten konnte angeblich „nicht zugeordnet“ werden. Dass es sich bei dieser Erfassungsmethodik um einen bewährten Trick handelt, linksextreme Gewalt herunterzuspielen, wird jedoch schon aus dem Umstand ersichtlich, dass alleine „Amts- und Mandatsträger der AfD“ in 863 Fällen (!) Opfer von Straftaten wurden.

Dies würde also bedeuten: Selbst wenn sich ALLE in der BMI-Antwort genannten Straftaten ausschließlich gegen AfD-Politiker gerichtet hätten, so wären folglich zwei Drittel der AfD-Anschlagsopfer nicht von Linken attackiert worden. Von wem denn dann? Von Nazis oder rechten Wutbürgern etwa? Von „unpolitischen“ Vertretern? Wer soll solch einen Nonsens noch glauben? Dass umgekehrt dann die Linkspartei allen Ernstes Seehofers Zahlen noch als Beweis ausgerechnet für eine vermutete staatliche Blindheit gegenüber Rechts heranzieht, (es bestehe, so die SED-Nachfolgerpartei, ein offensichtliches „Dunkelfeld in der Statistik„, in dem eine „rechtsextreme Brut“ heranwachse), verdeutlicht die Endstufe der Realitätsklitterung. (DM)