Bange Frage: Ist Bengt Rüstemeier das deutsche Universitätsgenie?

Der Pennekamp vielleicht? - (Symbolfoto:Von Lolostock/Shutterstock)

Es gibt Tweets über deutsche Studenten, daß es einen gruselt. Nicht wegen der Tweets, sondern wegen der Studenten. Der Gruseltweet des Tages ist dem Jungsozialisten Bengt Rüstemeier gewidmet. Da fällt einem nur noch eine gruselige Antwort ein.

von Max Erdinger

„Bengt das Hemd“, wie er von denjenigen seiner „Gesinnungsgenoss:innen“ liebevoll genannt werden könnte, die erst auf einem Auge eine rote Tomate haben, hat sich beim Versuch einer besonders schleimigen Beischlafserbettelung ertappen lassen. Das schmächtige Testosteronhemd plädierte für quotierte Rednerlisten in universitären Debatten. Wenn sich kein junger Mensch mit einem sozial- oder selbstkonstruierten Geschlecht als Frau mehr zu einem Thema meldet, soll die Debatte abgeschlossen werden. Kein junger Mensch mit einem männlich konstruierten Geschlecht soll das letzte Wort haben dürfen.

Wenn sich keine Frau meldet, darf niemand mehr reden, auch kein Mann„, ist bei Twitter zu lesen, und daß „Bengt das Hemd“ zufrieden gelächelt habe, nachdem er seine Forderung formuliert hatte. Der „große Umbruch“ bleibe das große Bengtsenziel, heißt es außerdem. „Was wir an den Unis erreichen, kommt bald in der Gesellschaft an. Wir müssen nur konsequent weitermachen.

Man darf getrost davon ausgehen, daß das mutmaßliche Universitätsgenie nicht die deutsche Gesellschaft gemeint hat, weil das nämlich nationalistisch wäre, der Hemdbengt aber ein Internationalsozialist ist. Deshalb …

Anderer Vorschlag

„Bengt das Hemd“ wird widerspruchslos durch den Frauenrat seiner Hochschule exmatrikuliert und onaniert stattdessen an der Uni von Teheran konsequent weiter. Damit die Iraner auch mal etwas zu lachen haben. Geht ja eher unlustig zu, dort.

Als nächstes kommt dann Bengts großer Umbruch in die patriarchal strukturierte Gesellschaft der Schiiten, alle sind glücklich – besonders in Deutschland -, „Bengt das Hemd“ wird mit der Mullah-Geschlechtergerechtigkeits-Ehrennadel ausgezeichnet, näßt sich vor Begeisterung ein und läßt sich anschließend an einem Baukran zum Trocknen aufhängen, weil das schön radikalgerecht aussieht.

Irgendwo eine Frau, die dazu etwas sagen möchte? – Keine? – Bestens. Dann ist das also beschlossene Sache. Tschüß, Hemdbengt! Gute Reise – und das Bügeleisen nicht vergessen!

Zu hart?

Daß sich jemand in Teheran zum Trocknen aufhängen lassen soll, nachdem er sich vor Begeisterung eingenäßt hat, ist ein vergleichsweise harmloser Vorschlag, wenn man sich die Vorschläge anschaut, die das Bengthemd sonst noch so macht. Die B.Z. berichtet von „irren Mordphantasien„, welche das rote Großumbruchsbengthemd derartig peinigen, daß es sie nicht für sich behalten kann. Nebenher erfährt man in der B.Z. auch noch, daß der rote Bengt nicht nur Student, sondern auch noch Senator an der Humboldt-Universität ist. Ein Senat ist ein Ältestenrat. Doch das Hemd Bengt ist Jungsozialist (Juso). Wie das wohl zusammengeht ?

Jedenfalls ist die verbale Inkontinenz des Humboldt-Senators und Jungsozialisten so ausgeprägt, daß er seine Begeisterung für Mordtaten nicht einmal mehr verbergen kann, obwohl er eigentlich weiß, daß das „Haßsprache“ sein müsste, was er vom Stapel läßt, und daß „Haßsprache“ bei seinen „Genossinnenungenossen“ (Genoss:innen) gar nicht wohlgelitten ist. Weswegen er seine posts auch „verschlüsselt“, damit sie der Löschautomat nicht erkennt.

Das Bengthemd, zitiert von der B.Z.: „„Jungl1b€ra£€ €r5h007€n wann?“ (Jungliberale erschießen wann?)“ – oder das hier: „Ein v€rm1€7€rschw€!n (Vermieterschwein) persönlich zu €rsh0073n (erschießen) kann hilfreich sein aber, aber muss nicht notwendig voraussetzung sein.“ Dem Ex-Amazon-Chef Jeff Bezos würde Bengt „das Hemd“ Rüstemeier auch keine Träne nachweinen. „sollte jeff bezos eines tages unerwartet den folgen einer sprengstoffverletzung erliegen, käme ich nicht umhin, eine klammheimliche freude zu verspüren.

Die B.Z. über die „Mitgenoss:innen“ des mordlüsternen Bengthemds: „Von der neuen Juso-Chefin Jessica Rosenthal (28) und anderen Spitzen-Funktionären gab es bisher noch keine öffentliche Äußerung. Manche Berliner Jusos verharmlosten Rüstemeiers sich gegen Vermieter („Vermieterschweine“) richtende Erschießungsphantasien. „Ich lese nur konkrete Lösungsansätze zur Bekämpfung der Gentrifizierung“, kommentierte ein Mitglied aus Berlin-Mitte. „Sind Vermieter keine Blutsauger oder habe ich da was verpasst?“. – Wer soll nochmal zum Verdachtsfall für den Verfassungsschutz erklärt werden? – Ach so, die AfD. Na dann.

Kurzzeitig ging Bengts „Mitgenoss:innen“ allerdings ein Licht auf, so daß sie dachten, es könnte besser sein, sich von des Bengthemds Äußerungen zu distanzieren. Die B.Z.:

Die Juso-Hochschulgruppe distanzierte sich auf Facebook („In keinster Weise repräsentieren diese Äußerungen jungsozialistische Politik“), löschte den Post aber nach kurzer Zeit wieder.“

Tja, da schien das Licht wirklich nur kurz den Sieg über die jungsozialistische Solidarität in der zerebralen Dunkelheit errungen zu haben. Alles andere hätte einen auch gewundert.

Der Vorschlag, der rote Großumbruchsbengt solle an die Uni in Teheran umziehen, ist also wirklich nicht weit hergeholt. Das Mullah-Regime im Iran scheint, wenn man von der jungsozialistischen Debattenfrage für Frauen und gegen Männer einmal absieht, einen dem Bengthemd im Grundsatz recht ähnlichen Mindset zu haben. Dort müssen halt Männer das letzte Wort haben. Aber sonst?

Interessant ist auch das mit dem Irresein in Deutschland. Man kann sich an drei Fingern abzählen, wie die „irren Mordphantasien“ des Hemdbengts in der B.Z. bezeichnet worden wären, hätte sie kein Juso gepostet. „Skandal! Rechtsextremer, der schon einmal von der AfD gehört hat, ruft zu ruchlosen Mordtaten auf. Wann gibt es die ersten Opfer? Wann setzen Verfassungsschutz, Bundeswehr, NATO und Drosten der Bedrohung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit endlich ein Ende? Versagt Merkel? Schläft der Innenminister? Wird die AfD endlich verboten?“ – Das wäre das mindeste gewesen.