Bürger dürfen blechen – für Masken und Schnelltests: Corona macht uns arm

Im FFP2- und Schnelltest-Wahn (Foto:Imago/photothek)

Corona wird immer offensichtlicher zum Milliarden- und damit Dauergeschäft, dessen baldiges (oder überhaupt wahrscheinliches) Ende alles andere als im Interesse seiner Profiteure liegt. Die überarbeitete Corona-Testverordnung, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Mitte Januar in Kraft setzte, gab den Startschuss für gierige Verteilungskämpfe im Gesundheitswesen – indem die Schnelltests nun nicht nur zum Massen-Alltagsbegleiter gemacht werden, sondern der Kreis der Testberechtigten erheblich erweitert wurde. 

Eines ist gewiss: Sollte es irgendwann wieder zu Öffnungen kommen, dann werden diese anders als nach dem ersten Lockdown nicht nur an Hygienekonzepte, verschärften Maskenzwang (FFP2 etc.) und Kontaktauflagen geknüpft werden, sondern zunehmend auch an Schnelltests. Diese könnten – solange es noch keine „Impfnachweise“ in welcher Form auch immer gibt – womöglich auch in nichtvulnerablen Einrichtungen zum Einsatz kommen – vom Kino- bis zum Restaurantbesuch.

Der Run auf die Teststreifen, trotz deren noch ungenauerer Testsensibilität und Aussagekraft als die PCR-Methode, ist vorprogrammiert – und ihre freie Verkäuflichkeit in den Apotheken wird zu einer garantierten millionenfachen Nachfrage Tag für Tag führen. Ein gigantisches Marktvolumen, bei rund 8 Euro pro Tests. Hinzu kommen die Vergütungen, die der Staat für die Durchführung unter fachlicher Aufsicht verlangt. Die Voraussetzungen dafür hatte Spahn bereits Anfang Dezember gelegt – mit der Coronavirus-Testverordnung, die unter anderem bestimmt, wer Anspruch auf Testungen (PCR und Point-of-Care/PoC) für den Nachweis einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 hat, und zudem regelte, wer die Tests durchführen darf und wie sie abgerechnet werden.

Verteilungskämpfe und Goldgräberstimmung

Die Überarbeitung vor drei Wochen erweiterte dann den Kreis der Durchführungsberechtigten deutlich: Außer niedergelassenen Ärzten wurden auch medizinische Labore, Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie „ärztlich oder zahnärztlich geleitete Einrichtungen“ als berechtigte Leistungserbringer anerkannt. Außerdem auch die Apotheken – die allerdings bei der Erstattung schlechter gestellt werden: Pro durchgeführten Test erhalten sie – außer einer maximalen Kostenerstattung von 9 Euro – nur 5 Euro Gebühr, während Ärzte und die übrigen medizinischen Leistungserbringer für den identischen Aufwand 15 Euro erhalten. Solche staatlichen Sätze wecken Begehrlichkeiten – und sorgen im Gesundheitsbetrieb mindestens für dieselbe Goldgräberstimmung wie unter den Herstellern.

Die Dummen sind am Ende wieder die „kleinen Leute“, die Geringverdiener – von denen es, gerade dank Corona, immer mehr geben wird: Angstverstört und zur eigenen Beruhigung müssen oder wollen sie sich freiwillig mit Schnelltests eindecken und dadurch noch weiter verarmen – und je mehr „Normalität“ jemand zurückmöchte, umso mehr muss er dann fürs permanente „Freitesten“ berappen. Da durchschnittliche Tests 8 Euro kosten und sich auch die niedrigeren Zuzahlungen bei manchen notwendigen Tests (etwa Besuche in Pflegeeinrichtungen) läppern, bedeutet der staatlich geförderte Schnelltest-Hype neben den Kosten für den Verschleißartikel Maske, dass die Bürger dank dieser Pandemie künftig monatlich entweder locker dreistellige Mehrausgaben an der Backe haben – oder alternativ erhöhte Risiken eingehen, wenn sie nicht auf bestimmte Freiheiten verzichten wollen. Zum Beispiel durch längeres Tragen von Masken als erlaubt – oder durch Ungewissheit über ihren Covid-Status.

Für alle anderen, die genügend verdienen, sind die staatlichen Zwangsregeln eine zwar lästige, aber erschwingliche Pflicht – mit der sie eine immer weiter ausufernde Gesundheitsdiktatur und ihre Nutznießer am Laufen halten. (DM)