Pandemie lockt ideologische Kirchenschänder aus ihren „Nestern“

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Die Gelegenheit ist günstig, die Pandemie macht’s möglich: Jetzt melden sich die ideologischen Kirchenschänder zu Wort:

Der Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, Michael Schmidt-Salomon, kritisiert Sonderregeln für Kirchen im Corona-Lockdown. Schmidt-Salomon forderte mit Blick auf die Bund-Länder-Runde am Mittwoch, Gottesdienste sollten den gleichen Regeln unterworfen werden wie Theatervorstellungen. „Es ist nicht einsichtig, warum weltliche Theater, Museen oder Konzerthäuser geschlossen sein sollten, wenn die Kirchen geöffnet sind“, sagte der Atheist der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

„Zumal wir ja wissen, dass sich das Virus in der Vergangenheit insbesondere bei religiösen Versammlungen verbreiten konnte.“ Die gemeinnützige Giordano-Bruno-Stiftung setzt sich für die Werte des Humanismus und der Aufklärung ein – verbunden mit heftiger Kritik an den Kirchen. Sie wurde vom Unternehmer Herbert Steffen gegründet und nach dem Priester und Philosophen Bruno benannt, der von der katholischen Kirche auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden war. Für überregionale Bekanntheit sorgte die Stiftung in Deutschland unter anderem mit der „säkularen Buskampagne“, als ein Bus mit der Botschaft „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott“ durch 24 Städte in Deutschland fuhr. Verkehrsbetriebe hatten die bezahlte Schaltung solcher Anzeigen abgelehnt.

Schmidt-Salomon kann damit eigentlich nur die islamische Parallelgesellschaft meinen. In den christlichen Kirchen ist so gut wie nichts mehr los, gibt es kaum noch Gottesdienste, die man wirklich als Gottesdienste bezeichnen könnte, während Politik und Sicherheitsbehörden bei anderen religiösen Treffen gerne mal ein Auge zu drücken.

Auch die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt hat eine ganz tolle Idee. Sie ruft Bundesregierung und Ministerpräsidenten auf, Schulunterricht auch in Kinos und Kirchen zu ermöglichen. Es brauche mehr Kreativität in Bezug auf die Schulen, um mehr Präsenzunterricht wieder möglich zu machen, sagte sie der „Bild“. Man habe große Räume, die gerade leer stehen.

„Theater, Museen, Kirchen, Kinos. Warum sorgen wir nicht dafür, dass vielleicht ein Drittel der Klasse dort ist“, so die Grünen-Politikerin. Die Antwort müsse jetzt die Bundesregierung geben.

„Und sie muss sie jetzt gemeinsam mit den Ministerpräsidenten geben.“ Der Bundestag müsse sich die Entscheidungsgewalt dazu „in sein Haus holen“. Es brauche außerdem „eine einheitliche Perspektive, die wir dann je nach den verschiedenen Indikatoren, die verschiedene Auswirkungen haben auch angewandt werden“, sagte Göring-Eckardt der „Bild“.

Die Kirche als Klassenzimmer. Warum nicht, kommt doch die Bibel im normalen Unterricht kaum noch vor. Allerdings sollte KGE eins nicht vergessen: In den meisten Moscheen findet schon Unterricht statt. (Mit Material von dts)