Kein Platz für Ketzer: Södolf schmeißt Lockdown-kritischen Professor aus Ethikrat

"The Masked Diktator?"Söder und sein Innenminister Herrmann )l.) gestern in München (Foto:Imago/Simon)

Mit Lockdown-Spielverderbern, die Deutschlands Coronazis durch kritische Einwände und fundierte Warnungen die erfolgreich installierte Gesundheitsdiktatur madig machen und das Erreichte gefährden, macht Bayerns Ministerpräsident „Södolf“ Söder kurzen Prozess: Jetzt schmiss er kurzerhand den Münchner Wirtschaftsethik-Professor Christoph Lütge aus dem bayerischen Ethikrat – weil er sich für Söders Geschmack zu maßnahmenkritisch äußerte.

Wer den Unfehlbarkeitsanspruch des obersten Knockdown-Verfechters in Corona-Junta in Frage stellt, wird in diesen Tagen schnell kaltgestellt: „Ethisch“ handeln und Rat geben, das muss für Söder offenbar zwingend beinhalten, den offiziellen Angst- und Panikkurs bei Komplettzerspanung ganzer Wirtschaftszweige zu propagieren – bis zum bitteren Ende. Zweifel, Skepsis, Bedenken oder gar Widerspruch ist Wehrkraftzersetzung in diesem „Krieg gegen das Virus“, der in Wahrheit nichts anderes ist als das Alibi für ein autoritäres Notstandsregime, für die schamlose Selbstinszenierung als „Lebensretter“ und fürsorglicher Landesvater.

Söder hat sich in dieser Krise früh als selbstgefälliger Wichtigtuer profiliert, der seine Grandezza an der Größe der ihm angeblich auferlegten Aufgabe festmacht. Je dramatischer er die Bedrohung von Corona schilderte, umso heldenhafter sein Ruhm als Fahrensmann der Krise. Weil diese Bedrohung in Wahrheit keine ist (jedenfalls keine, die sich von unzähligen sonstigen Krankheiten und Lebensrisiken abhebt), muss sie permanent aufgebauscht werden. Das ist der Grund für die permanente plakative Herausstellung von Einzelschicksalen (egal wie verhältnismäßig selten sie sind), für die nie eintretenden Horrorprognosen, für Sterblichkeitsmetaphern täglich abstürzender vollbesetzter Passagierflugzeuge und all die weiteren Angstverhetzungen, die Söder seit Monaten unermüdlich verbreitet.

Kein Platz für Hochverräter

Der Lockdown, der nicht enden darf, ist zwingendes Herrschaftsinstrument bei der Zwangsversöderung Deutschlands – auch wenn durch ihn mittlerweile vermutlich ein Vielfaches an Leid und Tod dessen herbeigeführt wird, was die Restriktionen an der Corona-Front angeblich oder tatsächlich verhindern können. Deshalb macht sich jeder der schweren Häresie schuldig, der die Verhältnis- und Zweckmäßigkeit des Lockdowns hinterfragt – und dabei selbst noch so stichhaltige Argumente vorbringt. So wie eben Lütge. Bereits nach der Lockdown-Verschärfung im Dezember 2020, schreibt „Bild„, hatte der Ethik-Professor den Corona-Kurs von Bund und Ländern als „Offenbarungseid“ bezeichnet und gewarnt, die Politik „verspiele das Vertrauen der Menschen vollkommen„, da sie seit Monaten nur noch auf eine einzige Krankheit schaue, ohne zu beachten und zu hinterfragen, „was sonst noch passiert„. Es seien „schwerste gesundheitliche, psychische und soziale Langzeitfolgen zu befürchten.“

Für Söder mit seinem Ewigkeitsmantra „hart & konsequent“ sind solche Bemerkungen natürlich Hochverrat. Eine Sprecherin seiner Regierung begründete „Bild“ zufolge die nun erfolgte Abbestellung des Professors mit angeblich „wiederholten öffentlichen Äußerungen von Herrn Professor Lütge, die mit der verantwortungsvollen Arbeit im Ethikrat nicht in Einklang zu bringen sind und auf Dauer dem Ansehen des Gremiums Schaden zufügen könnten.“ Lütges Schassung ist zugleich ein warnendes Exempel für die verbliebenen Mitglieder des bayerischen Ethikrats: Dort sind fortan nur noch Scharfmacher und Endsieggläubige erwünscht, die dem Großen Vorsitzenden Södolf in seinem epochalen Kampf gegen die viralen Mächte der Finsternis Gefolgschaft schwören – und die fortschreitende Vernichtung von Wirtschaft und Sozialleben blind beklatschen. (DM)