So „nachhaltig“ wirkt der Lockdown: Unmengen Fassbier müssen weggekippt werden

Fassbier für den Abguss (Symbolbild:Imago/Rothermel)

Ressourcen- und Energieverschwendung? Respekt vor Lebensmitteln? Nachhaltigkeit? Respekt vor Produktionsleistung, Wertschätzung für traditionelles Handwerk und Mittelstand? In dieser Pandemie geht dies alles zum Teufel und erstaunlicherweise haben damit gerade die linksgrünen Umwelt- und Klimaapostel das geringste Problem – gehören sie doch zu den politischen Kreisen, die Lockdown, Wirtschaftsabwürgung und autoritäre Maßnahmen am frenetischsten beklatschen.

Sichtbares Sinnbild der destruktiven Auswirkungen und Nöte, die die Corona-Politik seit Monaten verursacht, ist die durch die Gastronomieschließung notwendig gewordene und derzeitige Vernichtung von hunderttausenden Hektolitern gebrauten Fassbieres, zu der etliche deutsche Brauereien genötigt werden. Grund ist, dass bei eigens für die Gastronomie gebrautem Fassbier nach und nach die Haltbarkeitsdaten ablaufen. Damit wird nicht nur tanklasterweise ein traditionsreiches Kulturgut, sondern auch ein hochwertiges Lebensmittel entsorgt, das seinen Weg in durstige Kehlen nicht mehr finden kann – weil die Politik eine auf keinerlei belastbare Daten gegründete, erst recht nicht durch nachweisbare Infektionszahlen gerechtfertigte Komplettschließung der gesamten Schankwirtschaft verbricht.

Dass sich ausgerechnet der profilierungssüchtige bayerische Ministerpräsident Markus Söder, in dessen Bundesland die mit Abstand meisten Brauereien beheimatet sind, als entschiedenster Verfechter dieses Vernichtungsfeldzugs gegen eine ganze Branche betätigt (dem mittlerweile schon jahrhundertealte Traditionsunternehmen zum Opfer fielen), wird ihm bei künftigen Wahlen hoffentlich nicht vergessen werden. Doch nicht nur in Bayern fordert die Corona-Psychose ihren Tribut; auch im Rheinland müssen vor allem inhabergeführte Hausbrauereien, sofern sie noch am Leben sind, nun schweren Herzens ganze Produktionschargen entsorgen.

Ein schmerzhafter Alptraum

Der „Spiegel“ zitiert etwa den Chef der Düsseldorfer Hausbrauerei „Füchschen“, Peter König, der nun die ersten im Oktober abgefüllten rund 2-3.000 Liter Altbier entsorgen muss: „Das ist ein Alptraum, das tut weh.“ Wie ihm geht es zahllosen Brauereien. Besonders solche, die sich auf offenen Ausschank und Feste spezialisiert haben, müssen „Bier im großen Stil“ vernichten, so der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele. „Millionenwerte werden in den Gully gekippt.“ Überall in Deutschland brächten Großhändler derzeit LKW-weise Fassbier zur Vernichtung in der Brauerei zurück.

Dass damit auch Rohstoffe und Energieeinsatz vernichtet werden, scheinen die Befürworter des Endlos-Lockdown achselzuckend hinzunehmen. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass sich die Gleichgültigkeit gerade grüner und umweltsensibler, staatsgläubiger Idealisten in dieser Pandemie zeigt, wenn diese eine massive Verschlimmerung von ansonsten angeprangerten Missständen zur Folge hat: Dass bis jetzt – von rund 52 Milliarden infolge des weltweiten Maskenwahns entsorgten Atemschutzmasken – nach Berechnungen von marinen Umweltschutzorganisationen 1,5 Milliarden Masken in den Ozeanen gelandet sind und dort vieltonnenfach als Mikroplastik in die Nahrungsketten gelangen, wird verdrängt. Wie so viele andere Corona-Kollateralschäden. (DM)