Auch Laschet ist jetzt Corona-Kritiker: Inzidenzwerte sind frei erfunden

Es ist eine veritable Sensation: Armin Laschet, CDU-Vorsitzender und womöglich nächster Bundeskanzler, wechselt ins Lager der „Covidioten“ und Maßnahmenkritiker: Offen und freimütig räumte er ein, dass die Inzidenzwerte, anhand derer das ganze Volk sklavisch diszipliniert wird, reine Erfindungen der Politik sind. Konkret bezog sich der NRW-Ministerpräsident damit auf die Willkür-Beschlüsse von vergangener Woche.

Dass ab sofort nicht mehr die – zuvor monatelang als wie in Stein gemeißelt geltende, zur angeblichen Gewährleistbarkeit der Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter bestimmte – Obergrenze einer 50-Inzidenz pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen gelten solle, sondern fortan der Wert 35, stieß anscheinend auch Laschet sauer auf – und muss ein Umdenken ausgelöst habe: Er nannte die politisch definierten Grenzwerte „erfunden“ – was nicht weniger heißt, als dass es sich bei den Lockdown-Begründungen um einen riesigen Schwindel handelt.

Erst 50, dann 35 – und jetzt wird sogar diese wundersame, ohne jede wissenschaftliche Begründung abgesenkte neue Grenze schon von Merkel und ihren Experten wieder in Frage gestellt: Eigentlich sei ja „eine Inzidenz von 10 cool„, so RKI-Chef Lothar Wieler, und Angela Merkel relativierte selbst die 35-Grenze dahingehend, dass diese nun erst einmal für 14 Tage am Stück gegeben sein müsse, ehe Lockerungen überhaupt in Betracht kämen.

Eingeständnis eines großen Schwindels

Man kann nicht immer neue Grenzwerte erfinden, um zu verhindern, dass Leben wieder stattfindet„, so Laschet sichtbar laut „Welt“ enerviert : „Wir können unser ganzes Leben nicht nur an Inzidenzwerten abmessen.“ Stattdessen gelte es, endlich auch die Kollateralschäden für die Gesellschaft und die Wirtschaft „genauso im Blick haben wie die Inzidenzzahlen.“ Eine späte Erkenntnis – die von dafür permanent geschmähten „Leugnern“ und „Verharmlosen“ seit bald einem Jahr, seit den Tagen des ersten Lockdowns vertreten wird.

Doch Laschet ging noch weiter: Beim digitalen Neujahrsempfang des baden-württembergischen Landesverbands des CDU-Wirtschaftsrats befand er, man müsse das Virus und seine Mutationen zwar ernst nehmen, aber auch „endlich zu einer abwägenden Position zurückkommen.“ Die einseitige Fokussierung auf den Inzidenzwert müsse enden. Was die Kanzlerin der Virologenherzen wohl davon hält, deren Ratgeber ja offen mit einer „ZeroCovid“-Strategie liebäugeln – bei der es sich in Wahrheit ja auch wieder nur um eine „Inzidenz-Zero“-Strategie handelt…? (DM)