Sag zum Abschied leise Servus: Vertraute Läden verschwinden für immer aus den Innenstädten

Noch hören sich für die meisten Bürger die Prophezeiungen, nach Corona werde es in den Innenstädten still und leer werden, abstrakt und wie pessimistische Unkenrufe an. Konkreter und plastischer wird die Vorstellung jedoch, wenn man sich die konkreten Filialisten und Markennamen vergegenwärtigt, von denen bereits feststeht, dass sie in vielen Städten oder überall in Deutschland nicht wieder öffnen werden: Darunter sind etliche vertraute Handelsketten und Labels.

Viele deutsche Medien, darunter neben „Bild“ auch der (dem harten Lockdown tendenziell eher wohlgesinnte) „Stern„, veröffentlichten in den vergangenen Tagen schockierende Listen und Aufzählungen von Läden, von denen schon jetzt fest steht, dass sie aus unseren Einkaufsstraßen verschwinden werden – manche nur lokal, manche bundesweit. So muss etwa die Parfümkette Douglas 500 von deutschlandweit 2.400 Filialen schließen. Der Modehändler Pimkie macht 40 von 75 Geschäften dicht. Die Friseurkette Klier schließt 450 von 1.350 Salons. Bei H&M verschwinden weltweit 350 Filialen, davon auch viele in Deutschland. Galeria Kaufland sperrt 40 Kaufhäuser auf Nimmerwiedersehen zu, Esprit 50 Geschäfte.

Komplett all seine 35 Filialen macht der Geschenk- und Accessoirehändler Depot dicht, ebenfalls das Steakhaus Maredo, das (wie Vapiano) zu den ersten Gastro-Großopfern der Pandemie zählte. Promod und Runners Point schließen ebenfalls alle Geschäfte dauerhaft.
Diese Auflistung erhebt nicht einmal annähernd Anspruch auf Vollzähligkeit, zumal das wahre Ausmaß der Corona-Schäden – vor allem als Folge der ausgebliebenen und verschleppten staatlichen Hilfszahlungen – wegen der weiterhin ausgesetzten Insolvenzantragspflicht noch völlig im Dunkeln bleibt. Betroffen sein könnte am Ende mehr als jedes zweite Geschäft in den deutschen Fußgängerzonen; vorausgesetzt, es kommt überhaupt noch einmal zur regulären Öffnung des Einzelhandels.

Bei den genannten Marken handelt es sich daher, wohlgemerkt, nur um die Spitze des Eisbergs. Und noch stärker als die – meist größeren Handelskonzernen angehörigen oder von Großinvestoren gehaltenen – Filialisten sind die inhabergeführten Einzelhandelsgeschäfte, einst eine der klassischen Säulen des urbanen Mittelstandes, vom akuten Aussterben bedroht. Bei diesen ist jedes Geschäft ein Unikat, ein oft über mehrere Generationen mit Standorttreue und viel Liebe aufgebautes Unternehmen, das unwiederbringlich verschwindet. Schon vor Corona durch Onlinehandel, überregionale Ketten und die Konkurrenz der Gewerbegebiete am Stadtrand geschwächt, hat ihnen nun eine nur mehr verbrecherisch zu nennende, ohne wissenschaftlichen-infektiologischen Nachweis der Notwendigkeit durchgepeitschte Corona-Politik den Rest gegeben. (DM)