Impfstoff-Wahn: Qual ohne Wahl?

Auf dem Weg zur Impfung (Symbolfoto: Von Couperfield/Shutterstock)

Vorbei sind die Zeiten, in denen sich die Bürger noch für das kleinere Übel entscheiden durften. Jetzt heißt es: Gespritzt wird, was auf den Tisch kommt:

Der Präsident der Bundesärztekammer Klaus Reinhardt hat Forderungen, wonach medizinisches Personal und Pflegekräfte zwischen verschiedenen Impfstoff-Herstellern aussuchen sollen, zurückgewiesen. „Im Hinblick auf die Vermeidung von schweren Verläufen und Aufenthalten in Krankenhäusern ist der Impfstoff erfolgreich“, sagte er auf einer Online-Veranstaltung des Vereins „Berliner Wirtschaftsgespräche“, über die das Wirtschaftsmagazin „Business Insider“ (Mittwochausgabe) berichtet. „Die Alternative wäre, nicht zu impfen – und das halte ich für problematischer.“

In seinem Vortrag wies der Chef der Bundesärztekammer vor Unternehmern und Vertretern des Gesundheitswesens auch auf die Kollateraleffekte der Pandemie in der Bildung, dem Sozialwesen, der Kultur und für Gewerbetreibende hin. Er habe nicht das Gefühl, dass die Diskussion um die langfristigen Folgen der Pandemie im Parlament ausreichend geführt werde. „Dort sind Menschen vertreten, die die Interessen aller in unserer Gesellschaft vernünftig artikulieren.“

Den „zurückhaltenden, hochvorsichtigen“ Kurs des Kanzleramts wolle er grundsätzlich nicht kritisieren, denn Vorsicht sei angemessen. Aber: „Langsam müssen wir darüber nachdenken, wie viel Mut und Risikobereitschaft wir bereit sind zu geben“. Um aus der Pandemie herauszukommen, sieht Reinhardt das Impfen als den „einzig wahren und wirklichen Weg“.

Er sieht aber auch Selbsttests als eine Perspektive, die zumindest Restaurant- und Konzertbesuche wieder zulassen könnte. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Montgomery, hatte am Dienstag erklärt, dass medizinisches Personal und Pflegekräfte nicht mit dem Astrazeneca-Impfstoff geimpft werden sollten.

Auch der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, hat eine Auswahlmöglichkeit bei Impfstoffen abgelehnt und das Mittel des Herstellers Astrazeneca gegen Vorbehalte verteidigt. „Alle Impfstoffe haben ein reguläres Zulassungsverfahren durchlaufen und sind hochwirksam. Wie bei jedem anderen Serum können Reaktionen auftreten“, sagte Brysch der „Rheinischen Post“ (Mittwochausgabe).

Das sei bei Biontech/Pfizer ebenso wie bei Moderna und Astrazeneca der Fall. „Gleichsam schützen die Vakzine vor schweren Krankheitsverläufen“, so Brysch. Er sprach sich gegen eine Auswahlmöglichkeit aus: „Für die nächsten Monate bleibt absehbar, dass nicht ausreichend Impfstoffe zur Verfügung stehen.“

Deshalb müsse priorisiert werden. „Solange das so ist, kann es keine Wahlmöglichkeiten geben“, sagte Brysch. Wegen unzureichenden Datenmaterials des Herstellers Astrazeneca für die über 65-Jährigen sei die Entscheidung des Bundesgesundheitsministers richtig gewesen, den Impfstoff zunächst nicht dieser Altersgruppe anzubieten.

Das ist eben die neue Normalität. Der Bürger als Versuchskaninchen der Pharmaindustrie. Bei Nebenwirkungen fragen Sie aber bitte nicht Ihren Arzt oder Apotheker. Auch der übernimmt keine Verantwortung. (Mit Material von dts)