Mutanten-Panikmache: Ansteckender, aber nicht gefährlicher – na und?

Die Unverantwortlichkeit in der politischen Panikmache zu den Virus-Mutationen besteht nicht nur in der irreführenden Darstellung, es gäbe Sars-CoV2-„Mutanten“ erst seit kurzem (tatsächlich sind es weit über 4.000, die inzwischen ermittelt wurden und weltweit zirkulieren), sondern indem uns suggeriert wird, diese seien bedrohlicher und gefährlicher – was nicht der Fall ist. Sie breiten sich schneller aus – aber sie sind nicht gefährlicher und verursachen eben nicht mehr Kranke.

Schon deshalb ist es ethisch mehr als fragwürdig, dass den Menschen von früh bis spät eine Heidenangst über „explodierenden“ Mutanten eingeimpft wird. Mit jedem Tag, so wird der Eindruck erweckt, kommen quasi die Einschläge näher. Gestern erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, laut neuester Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) mache der Anteil der ursprünglich in Großbritannien entdeckten Variante mittlerweile über 22 Prozent aus, wie aus einer „repräsentativen Stichprobe“ von 23.000 Tests ermittelt worden sei. Erstaunlich, dass bei der Bestimmungen von Mutationen plötzlich solche repräsentativen Erhebungen praktiziert werden – aber bis heute nicht zur seriösen Abbildung des Infektionsgeschehens, wo die „Inzidenz“ noch immer über absolute Testzahlen willkürlich zusammengesetzter Personengruppen ermittelt wird.

Weil, so Spahn, der Anteil der Mutante B.1.1.7 bei der letzten Ermittlung vor zwei Wochen in Deutschland noch bei 5,8 Prozent gelegen habe, müsse man „damit rechnen, dass die Variante bald auch bei uns die dominierende werden könnte„, so Spahn. Hingegen liege der Anteil der mit Südafrika in Verbindung gebrachten Variante liege „derzeit nur bei 1,5 Prozent„, so der Gesundheitsminister. Hier wär man nun eigentlich die Frage angebracht: So what – na und? Erkranken trotz der Vervierfachung des B.1.1.7-Anteils an allen Infektionen nun mehr Menschen schwer? Werden mehr hospitalisiert? Beides muss eindeutig mit Nein beantwortet werden. Was soll dann die Panikmache, wenn ohnehin Lockdown und Kontaktverbote weiterhin gelten und die besonders vulnerablen Einrichtungen – Heime und Kliniken – ohnehin abgeschottet werden?

Noch wilder als Spahn treiben es die Corona-Horrorherolde der Leitmedien. „Die Mutante verbreitet sich in Deutschland exponentiell!“ schlagzeilte gestern „Focus Online„, und schlug gleich den Bogen in die passende Richtung, dorthin also, worum es hier eigentlich geht: „Restaurants, Hotels, Geschäfte – sie alle müssen sich vorerst gedulden, zu groß ist die Sorge, dass die Mutationen bei Öffnungen zu einem erneuten Infektionsanstieg in Deutschland führen könnten.“ Nach wie vor hat sich die überfällige Erkenntnis kein Stück weit durchgesetzt, dass nicht Infektionszahlen – und folglich auch nicht deren Anstieg – die Gefährlichkeit einer Krankheit oder „Pandemie“ abbilden, sondern die Zahl der real Erkrankten; der Intensivpatienten; der schweren Fälle oder gar Toten. Alle Zahlen sind seit Wochen konstant auf dem Rückgang. (DM)