Boris Reitschuster soll aus Bundespresse­konferenz entfernt werden

Bundespressekonferenz ( Bild: © Vincent Eisfeld / nordhausen-wiki.de / CC-BY-SA-4.0 )

Die Süddeutsche Zeitung hat unter der Überschrift „Bundespressekonferenz: Störsender“ einen Artikel veröffentlicht, indem dem insbesondere dem Journalisten Boris Reitschuster vorgeworfen wird, er würde mit seiner Befragung der Bundesregierung die Bundespressekonferenz für „Propaganda und Verschwörungsmythen“ missbrauchen. Mehrere Sprecher der Bundesregierung haben sich beschwert, dass die Bundespressekonferenz „gekapert“ worden sei. 

„Die Süddeutsche Zeitung ist in einen Skandal verwickelt, der nüchtern betrachtet den des Spiegels mit seinem Fälscher-Autoren Relotius noch übersteigt. Denn dabei geht es um einen Angriff auf die Pressefreiheit gegen einen Kollegen, mutmaßlich, um sich der Bundesregierung anzudienen“, stellt der Autor Alexander Wallasch in seinem Artikel fest.

Unter der Überschrift „Bundespressekonferenz: Störsender“ hatte die Autoren Markus Balser, Daniel Brössler und Boris Herrmann einen Artikel hinter der Bezahlschranke in der  „Alpen-Prawda“ veröffentlicht, und darin Journalisten – insbesondere Boris Reitschuster – vorgeworfen, sie würden mit ihrer Befragung der Bundesregierung die Bundespressekonferenz für „Propaganda und Verschwörungsmythen“ missbrauchen. Das sei so infam, dass man seinen Worten gar nicht genug Druck verleihen könne, diese journalistische Ekelattacke als das zu beschreiben, was sie ist, so Wallasch.

Wallasch weist eingangs darauf hin, dass vielen Deutschen war gar nicht mehr bekannt sei, dass die Bundespressekonferenz kein Organ des Staates, sondern eine urdemokratische Einrichtung ist, die aus der Tradition der Weimarer Republik geschaffen wurde, als eingetragener Verein organisiert ist und sich aus Mitgliedsbeiträgen finanziert.  Heute sei es eine Veranstaltung, wo kritische Nachfragen in den Hintergrund gerückt seien und der gewöhnliche Journalist der Altmedien bereit ist, sich mit seiner bloßen Anwesenheit bei diesen teilweise zu Audienzen der Bundesregierung gekippten Veranstaltungen zufrieden zu geben.

Ganz anders der Journalist Boris Reitschuster, der immer häufiger an diesen Konferenzen teilnahm, die Vertreter der Bundesregierung kritisch befragte und diese Befragungen fast täglich online stellte. Und genau daran störten sich nicht nur Politiker. Ganz besonders unangenehm den Fragen Reitschusters gegenüber reagierten der Sprecher der Bundesregierung und der Sprecher des Gesundheitsministers.

Skandalöserweise stören sich in noch weitaus höherem Ausmaß Systemlinge aus der Medienwelt an einem kritische fragenden Kollegen. So wie es eben die SZ-Autoren Markus Balser, Daniel Brössler und Boris Herrmann in einem unerträglichen Maße tun. Und die SZ nennt Ross und Reiter und erklärt, so Wallasch, „wie sie überhaupt dazu kommt, hier im Folgenden einen Angriff gegen Boris Reitschuster zu fahren: Es hätten sich – aufgepasst! – mehrere Sprecher und Sprecherinnen der Bundesregierung beschwert, dass die Bundespressekonferenz „gekapert“ worden sei. Auch der Name Reitschuster sei dabei immer wieder gefallen“. „Dabei redet Reitschuster hier, wann immer es geht“, kommentiert die SZ. Reitschuster will nicht fragen, heißt es weiter – er will „vorführen“. Die Psychologisierung Reitschusters durch die SZ-Schreiberlinge endet in der Formulierung: „Boris Reitschuster redet gerne. Wenn man ihm im leeren BPK-Saal gegenübersitzt, bleibt er höflich.“

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„Was für ein Saustück ist das?“, fragt Wallasch und stellt fest: „Der Fragende wird als Schwätzer und dieser Schwätzer dann als falscher Fünfziger diskreditiert, der hinter der Maske der Höflichkeit böse agiert. Der Bösewicht würde sogar bestreiten, den Querdenkern oder AfD-Szene nahezustehen, heißt es in der SZ weiter.“

Wallaschs Urteil über den Schmierblatt-Artikel mit dem Ziel, Boris Reitschuster aus Bundespresse­konferenz zu entfernen: „Was ist das für ein infamer Artikel? Ein Bestellartikel der schlimmsten Art von Leuten, die tatsächlich jemandem nahestehen. Ein Artikel, der die vierte Gewalt auf eine Weise beschädigt, dass die Süddeutsche Zeitung dafür keine Ausreden haben kann, noch dazu, wo sich gleich drei Autoren vor der Bundesregierung offenbar profilieren wollen. Pressesprecher von morgen? Würde man das Mutmaßen, würde man sich allerdings auf dasselbe dreckige Niveau begeben. Will man aber nicht. Schämt euch.“

Dem ist – außer blankem Entsetzen, welch ein totalitärer Pesthauch durch Merkels „bestem Deutschland, das wir je hatten“ weht – nichts mehr  hinzuzufügen. (SB)