Für die Spritze im Namen des Herrn: Vatikan droht Impfverweigerern

Impfschrank im Vatikan (Foto:Imago/IndependentPhotoAgencyInt.)

Katholische Heuchelei auf allerhöchster Ebene: Nach außen will der Vatikan seinen rund 5.000 Bediensteten „großzügig“ die angebliche freie Gewissensentscheidung zugestehen, selbst darüber zu entscheiden, ob sie sich gegen Corona impfen lassen möchten. Tatsächlich jedoch drohen ihnen im Fall einer Impfablehnung dienstrechtliche bzw. innerkirchliche „Konsequenzen“, wenn sie diese nicht penibel und schlüssig begründen. So sieht es ein päpstliches Dekret vor.

Diese „Konsequenzen“ sind – was sonst – natürlich eine freundliche Umschreibung für den Rausschmiss. Aus dem genauen Wortlaut der Anordnung geht hervor, dass die Kurie all denen, die „keine medizinischen Gegen-Indikationen vorweisen können“ und die Impfung gegen Sars-CoV2 dennoch verweigern, mit „mehr oder weniger schweren Konsequenzen“ droht. Diese könnten „bis zur Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses führen„, zitiert „n-tv“ aus dem entsprechenden Dekret. Auch wird eine zukünftige Beschäftigung von Impfverweigerern ausgeschlossen – eine klare Botschaft für Bewerber.

Nächstenliebe und Toleranz haben anscheinend in der Herzkammer des Christentums ausgedient; dort stehen nun Sicherheit, gegenseitiges Misstrauen und „Schutz“ voreinander auf der Tagesordnung. Wer sich nicht impfen lasse, der werde „zum Risiko für andere„, heißt es in der Verordnung; keine sehr christliche Grundhaltung. Die „öffentliche Gesundheit“ rangiert fortan also über dem Wohlbefinden des einzelnen. Mit derartigen Vorgaben versucht Papst Franziskus seiner eigenen Maßgabe Folge zu leisten, dass katholische Institutionen und Gruppen sich an der weltweiten Impfkampagne beteiligen sollten. Bereits vor Weihnachten hatte er sich zu den ethischen Implikationen um die Corona-Impfung geäußert und auf einen strikten Pro-Impfkurs geeinigt.

Verlogen ist das Scheinzugeständnis der „Entscheidungsfreiheit“. Nach diesem Freiheitsverständnis herrscht auch in Nordkorea völlige Freiheit – der, der sie in Anspruch nimmt, muss dort dann eben auch „mit den Konsequenzen rechnen“… (DM)