RKI und Spahn plädieren gegen Lockerungen – mit ständig neuen Scheinargumenten

Wenn die deutsche Gesundheitspolitik und die wissenschaftliche Pandemie-Lobby bei der Förderung, Beschaffung und Verteilung von Impfstoffen oder Medikamenten nur halb so kreativ gewesen wäre, wie sie es beim Erfinden immer neuer Kriterien gegen „Lockerungen“ ist, wäre das Virus vermutlich längst ausgerottet. Ständig werden die Bedingungen geändert, zu denen wir angeblich zumindest Teile unseres Lebens zurückerhalten sollen – und niemandem scheint es mehr aufzufallen. Ganz vorne mit dabei, wenn es um die Beschwörung immer neuer angeblich bevorstehender Risiken geht: RKI-Chef Lothar Wieler.

Wieder einmal fürchtet der Behördenleiter des Robert-Koch-Instituts aktuell einen „Wendepunkt“ im Infektionsgeschehen – und richtet sich in einem wie üblich aufgesetzt-pathetischen Plädoyer in weinerlichem Timbre gegen Öffnungen. Es ist die inzwischen bis zum Erbrechen durchexerzierte, wohlbekannte Vorstufe des Getrommels zur „unumgänglichen“ nächsten Verlängerung des Lockdowns. Gestern hatte bereits Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geunkt, man solle sich nicht allzu große Hoffnungen auf Lockerungen „in den nächsten Wochen“ machen; Wieler stimmt in die Ouvertüre zur dann sechsten Verlängerung ein – und spricht sich gleich explizit gegen ein Ende des Knockdowns aus.

Die Corona-Neuinfektionszahlen in Deutschland würden „nicht mehr wie in den letzten Wochen sinken, sondern eher stagnieren„, so Wieler am Freitag im Beisein Spahns vor Journalisten in Berlin. Ob dies an den Virus-Mutationen liege, wisse man jedoch noch nicht, allerdings breite sich die zuerst in Großbritannien entdeckte Virus-Variante B.1.1.7 „rasant“ aus. So „rasant“ zwar, dass sich die Zahlen seit fast drei Wochen auf demselben Niveau befinden und die Gesamtinzidenzen immer weiter abnehmen – doch das RKI weiß natürlich ganz genau, dass B.1.1.7 noch viel Ungemach bringen wird: „Es ist noch ansteckender und wahrscheinlich auch gefährlicher„, so Wieler. Man müsse sich darauf einstellen, dass die Bekämpfung der Pandemie dadurch „schwieriger“ werde.

Immer langwieriger, immer schwieriger

Wie interessant: Monatelang ging es doch angeblich darum, den weiteren Anstieg, gar eine „Explosion“ der Zahlen zu verhindern. Nun, nachdem dies erreicht und sogar übertroffen ist, und nach diese Gefahr ganz offensichtlich nicht mehr besteht, werden elegant die Konditionen geändert; nun lautet die Herausforderung – und Vorbedingung irgendwelcher Öffnungsschritte – plötzlich, sie nicht einmal stagnieren zu lassen.

Und wenn die Inzidenz irgendwann bei Null wäre, wird sicherlich eine in irgendwelchen Erdteilen beobachtete neue Mutante zuerst „beobachtet“ und deshalb die Inzidenzstabilität für mindestens 14 oder 21 Tage abgewartet werden müssen, bevor an über die nächsten Lockerungen reden kann. Bis dahin ist dann bedarfsgerecht, mit etwa Glück, vielleicht schon die nächste Pandemie ausgebrochen. (DM)

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