Nach Antigen-Testaktion in Halle: So wird die dritte Welle wird herbeigetestet

Schnelltest-Vorbereitung (Foto:Imago/FutureImage)

In Halle startete am Donnerstag schon einmal ein „Beta-Test“, eine Art Kaltstart für die große Massen-Schnelltestlawine, die ab Anfang März nach dem Willen der Bundesregierung und des RKI über die Deutschen kommen wird (und die Voraussetzung und zukunftstaugliche Verhaltensübung für irgendwann wieder einmal gnädig gewährte „Öffnungsschritte“ sein soll): Die Einwohner können sich „kostenlos“ (so der neue Euphemismus für „auf Steuerzahlerkosten“) einem Antigen-Schnelltest unterziehen.

Von den 44 ersten Getesteten hieß es anschließend, 90 Prozent seien positiv gewesen – tatsächlich war es „nur“ einer, wie der „Mitteldeutsche Rundfunk“ in Berichtigung einer früheren, fälschlichen Meldung berichtete. Doch auch dieser eine Patient bedeutet bei (zu diesem Zeitpunkt) 44 Getesteten immerhin eine Positivenquote von über 2 Prozent – hochgerechnet auf 10 Millionen Schnelltests wären dies dann schon über 200.000 Positive, und damit fast das Doppelte der derzeit noch bundesweit aktiven „Corona-Fälle“ – entsprechend einer potentiellen Verdoppelung der Inzidenzzahlen.

Dass sich die deutsche Corona-Politik von der Einführung der Tests in Wahrheit nicht etwa das Tor zu Lockerungen, zu einem zeitnahen Ende des Lockdown verspricht, sondern insgeheim zwingende Argumente für dessen weitere Aufrechterhaltung, vermuten kritische Beobachter schon seit längeren. Denn außer Frage steht, dass sich die „Vortestwahrscheinlichkeit“ durch die Schnelltests massiv erhöht. Denn jeder positive Schnelltest bedingt zwingend einen PCR-Nachtest – und wenn wöchentlich -zig millionenfach, überall und immerdar „geschnelltestet“ wird (und bald sogar im Hausgebrauch), schießen die „Inzidenzen“ zwangsläufig nach oben. Dies wäre schon unter Annahme nur weniger Prozent falsch-positiver PCR-Resultate der Fall; da nach wie vor Zyklenwerte weit oberhalb der (mittlerweile sogar von der WHO empfohlenen) maximal noch aussagekräftigen Ct-Grenze 30 zum Nachweis von „Neuinfektionen“ herangezogen werden, ist die reale Fehlerquote deutlich höher.

Künstliche Erhöhung der Vortestwahrscheinlichkeit

Es wird deshalb zu einem deutlichen Anstieg der Inzidenzzahlen kommen, sobald die Gratis-Schnelltests massenweise unters Volk gebracht werden und das PoC-„(Point-of-Care“-)Testen zum neuen Breitensport wird. Und genau hier liegt auch die Erklärung für die seit Wochen prophezeite Explosion der Zahlen im März – die angeblich eine Folge der „Mutanten“ aus Großbritannien und Südafrika sein soll. Wieso sie dann aber erst für Mitte März angekündigt werden, und der exponentielle Anstieg nicht jetzt schon einsetzt, obwohl deren Anteil am Gesamtinfektionsgeschehen angeblich doch schon heute – je nach Region – zwischen 25 und 40 Prozent ausmacht, das konnte niemand schlüssig erklären. Im Gegenteil: Seit den Bund-Länder-Beschlüssen zur weiteren Lockdown-Verlängerung sind schon wieder fast 14 Tage vergangen – und damit ein kompletter Inkubationszyklus, der jedoch keinen Anstieg brachte, sondern einen weiteren Rückgang bzw. Stagnation der Zahlen.

Wenn dann jedenfalls im März wie von Zauberhand die Zahlen tatsächlich steigen, dann werden der Grund dafür die Schnelltests sein – und nicht die Mutationen. (DM)