Deutschland am Hindukusch: Wenn der Talib lacht…..

Symbolfoto: Von Justin Moeser/Shutterstock

Als Ankündigung zu einer Sendung über die durch den radikalen Islam leidgeplagten Frauen in Afghanistan hieß es in diesem Monat recht deutlich: „Der Abzug der US-amerikanischen Truppen ist für dieses Jahr geplant. Insbesondere die afghanischen Frauen haben einiges zu befürchten, sollten die islamischen Fundamentalisten wieder an Einfluss gewinnen.“ Man kann keinen Krieg führen, wenn man dem Feind diesen Krieg nicht ausdrücklich erklärt. Genau das aber lässt den am Hindukusch herumstolpernden Westen in jenes Dilemma schliddern in dem er bis zur Halskrause steckt. Appeasement auf feindlichem Terrain, mit einem blutrünstigen und absolut skrupellosen Gegner, ist blanker Irrsinn. Der Westen hat komplett den Verstand verloren.

Von Hans S. Mundi

Blanke Angst dank einem hilflosen internationalen Einsatz, den man lieber nicht „militärisch“ nennen sollte

Es vergeht kein Tag, an dem es keine Nachrichten von Mordanschlägen gibt. Vor zwei Wochen erst wurden in Kabul zwei Richterinnen auf offener Straße erschossen, am selben Tag starben in Herat zwölf Sicherheitskräfte. Seit Wochen erlebt Afghanistan eine Welle des Terrors. Und es sind längst nicht mehr die von Aufständischen kontrollierten Provinzen, die lebensgefährlich sind – die Blutspur zieht sich mitten durch die Hauptstadt. Journalisten, Richter, Politiker trauen sich kaum noch heraus. Erst vor zwei Wochen wurden zwei Richterinnen auf offener Straße ermordet, ein Staatsanwalt wurde auf dem Weg zur Arbeit erschossen. Es herrscht blanke Angst in Afghanistan, fast jeder fürchtet um sein Leben und die Regierung verliert mit jedem Tag weiter die Kontrolle über das Land.“

Das deutsche Milläufermilitär soll ausbilden und Lager bauen, aber – wehe! – bloß nicht mit Waffen kämpfen

Es gehört zu den größten Enttäuschungen, die Donald Trump als US-Präsident hinterlassen hat. Seine Außenpolitik wandte sich zwar eindeutig den Interessen der Israelis zu, aber gleichzeitig hofierte er regelrecht den neo-osmanischen Sultan Erdogan und ließ diesen ungebremst auf die Kurden in Syrien los. Die kurdischen Verbündeten im Kampf gegen den mörderischen „Islamischen Staat“ wurden regelrecht von Trump an islamistische Mörderbanden verraten. Auch Erdogans Attacken auf die Griechen oder sonstige (para)militärische Unterstützung für Turk-Völker bis hoch auf den Balkan wurde nie beanstandet. Dass der Islam sich als länderübergreifende brachialreligiöse Mission definiert, dass die terroristischen Netzwerke von 9/11 über Khomeinis Unterwerfung des Iran bis zu fortwährendem Terror von u.a. Hamas, Hizbollah oder Boko Haram, als klares Hauptziel das Weltkalifat und die Weltherrschaft unterm Banner des Propheten anstreben – Trump wirkte hier seltsam abwesend, planlos, widersprüchlich und fast schon gleichgültig. Die außenpolitisch irrlichternden Deutschen befinden sich daher dank ihrer inneren Zerrissenheit und völlig durchgeknallten Pseudo-Hypermoral zusätzlich im kompletten Abseits – Hilfe ist aber nicht in Sicht. In der Heimat müssen die Soldaten aufpassen, dass sie bei Gelöbnissen nicht mit Eiern und Flaschen beworfen, ihre Autos nicht angezündet werden. Lässt sich so Krieg führen?!

Internationaler „Kampf“ gegen den islamistischen Terror: Ein Schritt vor, zwei zurück, drei Schritte in die falsche Richtung

Der neue US-Präsident Joe Biden erwägt, die Truppen doch nicht Ende April aus Afghanistan abzuziehen. Das würden die Taliban als Bruch eines gemeinsamen Abkommens sehen. Aber die USA und ihre Verbündeten stecken in einem Dilemma: Auch ein Abzug hätte fatale Konsequenzen. Die Nato steht vor einer der schwierigsten Entscheidungen in ihrer Geschichte: Soll das Bündnis seine Truppen von derzeit 10.000 Mann nach 20 Jahren Ende April aus Afghanistan abziehen? Dies sieht eigentlich eine Vereinbarung zwischen der US-Regierung und den islamistischen Taliban im sogenannten Doha-Abkommen von Februar 2020 vor. Sollte die Allianz aber doch bleiben, dürfte es deutlich gefährlicher werden als bisher – auch für die mehr als 1000 deutschen Soldaten. Denn die Taliban fordern einen Abzug, andernfalls wollen sie in einen „großen Krieg“ gegen die Nato ziehen.“

Deutsche retten „die Welt“, aber nur wenn man dabei nicht kämpfen muss

Etliche deutsche Soldaten waren in der Vergangenheit in Afghanistan stationiert, dem Beschuss und dem Terror der Taliban ausgesetzt, sehr viele Kameraden kehrten seither traumatisiert (PTBS) in die Heimat zurück. Viele mussten erleben, wie Freunde und Kameraden neben ihnen von Talib-Bomben oder -Geschossen zerfetzt oder schwerstens verletzt wurden. Waren sie im Krieg? Nein! Nie wieder Krieg! Die deutsche politische Klasse behandelt die Bundeswehr schon lange als Therapiefeld für blankes Gutmenschentum, in der Truppe wird Adolf Hitler „bekämpft“ (mit 70jähriger Verspätung), nach Wehrmachtsfotos in Spinden gefahndet und akribisch untersucht, welche Namensgebung für welche Kaserne passend ist.

Die martialischen Taliban haben viel zum Lachen, wenn sie sich die Deutschen in ihrem Land ansehen

Die deutschen Soldaten wurden unter Ursula von der Leyen zur politischen Korrektheit weiter umerzogen und das Thema Schwangerschaft bei Soldatinnen wurde zur ChefInnen-Sache. Neue Kühlschränke kamen in die Mannschaftsräume der Kasernen, aber bei Panzern bricht drinnen das Inventar auseinander, wenn diese über einen Hügel holpern oder mal ein Schlagloch den Panzer gleich ganz lahmlegt. Gewehre verbiegen sich bei Erhitzung und schießen weit am Ziel vorbei, Hubschrauber fliegen nicht, U-Boote rosten und Schiffe drohen zu kentern – und einmal im Ausland eingesetzt dürfen die politisch kastrierten Soldaten: NICHTS. Von der Linkspartei bis zu Merkels Kanzleramt wird die Bundeswehr als Erste-Hilfe-Truppe betrachtet. Sie sollen Brunnen ausheben und irgendwelche Feldlager für irgendwas in Kundus oder sonstwo errichten. Diese Lager kosteten hunderttausende an Geldern, diese Lager aber verkommen derzeit in Afghanistan und werden vermutlich demnächst von den an die Macht zurückkehrenden Taliban genutzt. Die Deutschen am Hindukusch sind nun in Lebensgefahr, eine bedrohte „Lachnummer,“ welche die Taliban nicht ernst nehmen.

Deutsche ziehen mit schrottreifer Ausrüstung im Ausland in den Krieg

Die Bundeswehr setzt in Afghanistan einen Hubschrauber ein, den sie selbst für ungeeignet hält. Recherchen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) haben ergeben, dass der NH90 bei der abschließenden Erprobung in den Vereinigten Staaten vor dem Transfer an den Hindukusch Ende vergangenen Jahres wegen gravierender Mängel durchgefallen ist. Dennoch verfügte das Bundesverteidigungsministerium, den Hubschrauber in das Einsatzgebiet zu schicken.“

Die Deutschen haben alle lieb, auch die Taliban, nur den eigenen Soldaten vertrauen sie nicht

Deutsche Afghanistan-Veteranen berichten, wie sie in einen Krieg verfrachtet wurden, ohne dass sie kriegerisch aufgestellt und entsprechend professionell vorbereitet waren. So konnten sich Taliban-Kämpfer, laut Zeitzeugen, direkt neben deutschen Camps und Lagern aufbauen, sich quasi unbehelligt in Schusspositonen bringen und dann die deutsche „Heilsarmee“ befeuern. Die Deutschen durften sich ja kaum verteidigen, jeder deutsche Schuss, der traf, stand und steht unter dem Vorbehalt „antimilitaristischer“ Untersuchungsausschüsse im Heimatland, wo dann BuWe-feindliche Medien und sinnentleerte Parteien und Politiker lieber über Versöhnung und Gespräche mit den Taliban säuseln und dümmlich faseln. Der eigenen Truppe traut man nicht. Das ist Deutschland.

Deutsche Soldaten passend beim Gipfeltreffen der Überforderten

War es das wert? Diese Frage stellen sich nicht nur die Familien der 59 deutschen Soldaten, die in Afghanistan ihr Leben verloren haben. Der Einsatz sollte für die Bundeswehr ausdrücklich kein Kampfeinsatz sein, sondern nur eine kurze Intervention zur Stabilisierung eines kriegsgeschundenen Landes, in dem sich Osama bin Laden versteckte. Doch es kam alles ganz anders: Die Bundeswehr ist bis heute in Afghanistan im Einsatz – mit derzeit maximal 1300 Soldaten … „Wir haben verkannt, dass eine afghanische Zentralregierung überhaupt nicht in der Lage sein wird, in die Provinzen hineinzugreifen. Wir haben verkannt, dass die Warlords in den Provinzen eine Riesenautorität hatten.“ Mit Warlords meint er (General Carl-Hubertus von Butler) auch die Mudschahedin, die mit US-Hilfe schon gegen die sowjetische Besatzung gekämpft hatten. Das amerikanische Militär machte sie wieder zu Partnern – eine schwere Belastung für die Demokratie, die mit internationaler Hilfe entstehen sollte. „Das Mandat war einfach zu hoch gesetzt“, betont von Butler. Im Oktober 2003 wurde das Einsatzgebiet der ISAF auf das ganze Land ausgeweitet. Deutsche Soldaten starben durch Selbstmordanschläge und in Gefechten. Afghanische Zivilisten starben, weil ein deutscher Oberst in Kundus einen Luftangriff auf die Taliban befahl. „Ich habe persönlich ab etwa 2007 vom Krieg gesprochen“, erinnert sich der General, der seit 2012 im Ruhestand ist. Doch was konnte die ISAF überhaupt ausrichten? „Soldaten können niemals für dauerhafte Stabilität sorgen.“ Das könne nur ein politisch und wirtschaftlich stabiler Staat. Den gab es nicht – und „die Vereinten Nationen waren da auch heillos überfordert“.“