Widerwärtige Vereinnahmung: Carola Rackete missbraucht Sophie Scholl für Antifa-Anbiederung

Rackete beim Bäume besetzen im Dannenröder Forst (Foto:Imago/Hartenfelser)

Die wohl ekelhafteste und dreisteste Form von „kultureller Aneignung“ erlaubte sich gestern die linksradikale Aktivistin Carola Rackete, Ex-Flüchtlingsshuttlekapitänin der sogenannten „Seenotrettung“ und neuerdings Klimakämpferin: Sie versuchte Sophie Scholl für die Antifa zu vereinnahmen, indem sie die ungeheuerliche Behauptung aufstellte, die „Weiße Rose“-Widerstandskämpferin würde sich heute gewiss in einer Antifa-Organisation ihrer Nähe engagieren.

Nicht genug mit der perversen Anmaßung und moralischen Selbststilisierung heutiger Antifa-Schergen, sie seien im „Widerstand“ aktiv – obwohl sie das genaue Gegenteil sind, da sie die weitgehende politischen Sympathien des herrschenden Altparteienblocks hinter sich wissen und als Erfüllungsgehilfen des Linksstaats ständige Belobigung statt irgendeiner „Verfolgung“ erfahren. Nein, jetzt versuchen ihre Anhänger sich auch noch mit den Lorbeeren wahrer Helden der deutschen Geschichte schmücken – der Rebellen gegen die Hitlerdiktatur, die unter persönlichem Einsatz ihres Lebens für Freiheit und Demokratie eintraten und dafür den höchsten Preis zahlen mussten.

(Screenshot:Twitter)

Auf erschreckende Weise zeigt Rackete hier ihre Bildungsferne, ihre komplette Ahnungslosigkeit über die Weiße Rose. Sie hat ganz offensichtlich weder deren Flugschriften gelesen noch die Briefe der Geschwister Scholl und die Traktate und Texte ihrer namhaftesten Mitglieder – Alexander Schmorell, Christoph Probst und vor allem auch auch Kurt Huber. Diese Widerstandskämpfer gehorchten einem strengen inneren Moralkodex. Statt – wie Rackete – einem Event-Pseudohumanitarismus unter höchster medialer Aufmerksamkeit zu frönen, operierten sie ständiger unter Lebensgefahr aus dem Untergrund heraus, nur ihrem humanistischen Impetus und Gewissen folgend. In höchstem Maße waren sie von sittlichen Motiven und tief religiösen, christlichen Wertvorstellungen geprägt, die zum Teil aus dem Umfeld der Bekennenden Kirche kamen. Alle Angehörige der Weißen Rose waren außerdem leidenschaftliche deutsche Patrioten – ergriffen und getrieben von tiefster Liebe zum eigenen Volk und seiner großen Kultur, die sie durch die Nazi-Barbarei in unverzeihlichem Ausmaß beschmutzt sahen.

Außer Zweifel steht, dass alles, was die Scholls, Willy Graf und ihre zu Märtyrern gewordenen Mitstreiter dieser wohl bedeutendsten zivilen Widerstandsbewegung gegen den NS-Terror repräsentierten, von der Antifa der Gegenwart bis aufs Blut bekämpft würde. Sophie Scholl würde aus Sicht von Rackete und ihren Gleichgesinnten heute fraglos als „rechtsextrem“ gelten – als Vertreterin eines verhassten Deutschtums, von „White Supremacy“ und reaktionären Gesellschaftsordnung. Niemals hätten sich die pazifistische, Gewalt verabscheuenden und kultivierten Studenten der Rose, Vertreter der bildungsbürgerlichen Elite, mit den ungewaschenen, kulturlosen, egoistischen Klima-Kommunisten, Schlepperhelfern und Baumbesetzern von heute eingelassen. Was Rackete hier schreibt, ist daher weitaus skandalöser als der infantile Vergleich der Querdenken-Demonstrantin „Jana aus Kassel“, die sich mit Sophie Scholl verglich.

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Wo hingegen Rackete und die von ihr gehypten, zündelnden Horden der Antifa zu finden gewesen wären, hätten sie 80 Jahre früher gelebt: Dazu braucht man weit weniger Vorstellungsvermögen. Vermutlich, ja mit hoher Wahrscheinlichkeit hätte man sie auch damals unter den flammendsten Anhängern der ideologischen Unfehlbarkeitsideologie des herrschenden Zeitgeistes gefunden – genau wie heute. Nur dass deren Leitfarbe damals braun und nicht grün war. Wenn die Antifa, die Brandanschläge auf Andersdenkende verübt, Menschen in ihren Wohnungen überfällt und zusammenschlägt, Mordversuche gegen Polizisten unternimmt und Straßenschlachten anzettelt, in IRGENDeiner Tradition von damals steht, dann in jener der Schutzstaffeln und der SA-Braunhemdträger – aber ganz bestimmt nicht der Weißen Rose.