Bayern führt Schulfach „Islamischer Unterricht“ ein

Islamischer Sonnenschein (Symbolbild: shutterstock.com/Z Von Zurijeta)

2012 verkündete Markus Söder: „Der Islam gehört zu Bayern“. 2018 verkündete Söder dann „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“. Drei Jahre später wird es in Söders Bayern ab Herbst das Schulfach „Islamischer Unterricht“ eingeführt. Noch Fragen?

In rund 350 Schulen in Bayern wird es vom kommenden Schuljahr an ein Wahlpflichtfach „Islamischer Unterricht“ geben. Das Kabinett beschloss am Dienstag in München die Überführung des bisherigen landesweiten Modellversuchs in ein reguläres Schulfach, berichtet hierzu die Welt.

2012 hofierte Markus Söder, damals noch Finanzminister des Freistaates, den Islam nach Leibeskräften, schwang sich zum Fürsprecher der Muslime auf und bekräftigte vor rund 1000 Rechtgläubigen in einem Festzelt: „Der Islam ist ein Bestandteil Bayerns“. Großen Beifall erhielt er von Erdogans verlängertem Arm. Dessen damaliger Erdogan-Funktionär Fikret Bilir, der stellvertretende Vorsitzende von Ditib in Nürnberg, trommelte: „Wir hoffen, dass er standhaft bleibt.“ Aus lauter Verbundenheit verbrachte Söder dann zeitnah seinen Familienurlaub in der Türkei.

Kurz nach seiner „Krönung“ im März 2018 zum Ministerpräsidenten schloss sich Söder dann urplötzlich der Aussage Seehofers an, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. „Drehofer“ hatte damals gegenüber der Bild-Zeitung kund getan:  „Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Deutschland ist durch das Christentum geprägt.“ Von Merkel für die Aussage abgestraft, beklatschte Söder trotzdem die Seehofer´sche Aussage und betonte medienwirksam: „Diese Aussage stimmt, Ja.“. Muslime, die in Deutschland lebten, Steuern zahlten, arbeiteten, sich einbrächten und sich auf der deutschen Wertebasis bewegten, seien fester Bestandteil der Gesellschaft. „Aber der Islam gehört kulturgeschichtlich nicht zu Deutschland.“

Dass Söder seinen machtgeilen Kopf, ganz wie sein ehemaliger Chef Horst Seehofer, in den politischen Wind hängt, je nach dem wie es ihm gerade vorteilhaft erscheint, bewies er als Redner bei der radikalen Ditib – ebenfalls 2018. Seine Worte u. A.: „Die jungen Türkinnen und Türken gehören zu unserer Stadt und auch der Islam ist mittlerweile ein Teil von Bayern. Und deshalb ist es unsere Aufgabe, diese Pflanzen zu hegen und zu pflegen, sie zu gießen und sie zu nähren.“

Dass Söder nichts anderes als ein bayerischer Dampfplauderer ist, der den Bürgern des Freistaates gerade das auftischt, was ihm politisch weiterzuhelfen scheint, beweist der Möchte-gern-Kanzler nicht nur durch seine jüngste 180-Grad-Wende, den islamischen Unterricht an Bayerns Schulen zu etablieren. 2018 tat er in einem Interview kund, er wolle auf gar keinen Fall CSU-Parteivorsitzender werden. Diesen Posten besetzt Söder nun seit 2019. (SB)