Dehoga – Agiert der Verband gegen die Interessen von Gastronomen und Hotelbetreibern?

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Der Traum der Coronazis: Nur Bürger mit Impfpass oder Negativtest dürfen noch reisen, also Urlaub machen. Im In- und Ausland. Doch lassen sich wirklich alle erpressen? Werden nicht trotzdem die Gaststätten und Hotels leer bleiben, weil sich zu wenige als Versuchskaninchen betätigen wollen?

Dem Hotel- und Gaststättenverband Dehoga scheint das egal zu sein, ob auch 2021 die Pleitewelle in seinem Bereich weiter um sich greift. Hauptsache, man dient der Pharmaindustrie und deren Politiker:

Dehoga hat jetzt sogar noch mehr Tempo beim Impfen gefordert, damit der geplante EU-Impfpass überhaupt zur Anwendung kommen könne. „Natürlich gewinnt diese Lösung erst dann an Relevanz, wenn eine relevante Impfquote erzielt ist und alle Menschen, die sich impfen lassen wollen, dies auch tun können“, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe). „Es muss aber auch generell die Möglichkeit bestehen, sich durch einen Negativ-Test auszuweisen und so wieder reisen zu können“, forderte Hartges.

Zugleich sieht die Juristin hohe Anforderungen, die die europäischen Impfzertifikate erfüllen müssten. „Ein solcher Impfpass muss natürlich sicher und datenschutzkonform sein – das ist für die Akzeptanz ein wichtiger Aspekt.“ Und er müsse europaweit einheitlich ausgestaltet sein.

„Damit dieser Impfpass aber überhaupt greifen kann, brauchen wir mehr Tempo beim Impfen“, so die Dehoga-Hauptgeschäftsführerin. „Was dann am Ende in den einzelnen EU-Ländern gilt, ist abhängig von deren jeweiliger Verordungsregelung. Wir sehen ja schon in Deutschland, dass nicht einmal die 16 Bundesländer einheitlich Regelungswerke haben“, so Hartges.

Auch in der Politik werden Bedenken geäußert:

Koalitionsfraktionen und Opposition im Bundestag dämpfen mit Blick auf das von den EU-Regierungschefs vereinbarte europäische Impfzertifikat jetzt die Erwartungen. Sie begrüße zwar die Einführung eines EU-weiten Impfpasses für die Immunisierung gegen das Coronavirus, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Sabine Dittmar, der „Welt“ (Samstagausgabe). „Aber ein europäisches Impfzertifikat ist kein Freifahrtschein mit Privilegien für Einzelne.“

Das Impfzertifikat könne lediglich die Dokumentation dessen sein, was im Mittelpunkt stehen müsse: möglichst schnell der gesamten Bevölkerung ein Impfangebot zu machen. „Wir müssen darauf achten, dass es keine Sanktionen für Nichtgeimpfte geben sollte“, sagte die Vizefraktionschefin der Union, Katja Leikert (CDU). Allerdings sei es notwendig, Impfzertifikate benutzerfreundlich auf einer europäischen App verfügbar zu machen.

„Das kann ein wichtiger Schritt zur Normalität unserer Bevölkerung in Europa sein.“ Achim Kessler, gesundheitspolitischer Sprecher der Linke-Fraktion im Bundestag, sagte: „Solange keine verlässlichen Daten darüber vorliegen, ob eine Impfung einigermaßen zuverlässig die Infektiosität von Menschen stark verringert, kann ein Impfausweis nur falsche Hoffnungen wecken.“ Solange nicht ein großer Teil der Bevölkerung geimpft ist, sei eine Ungleichbehandlung schwierig.

Das „Spaltungspotenzial eines Impfausweises“ sei enorm, so Kessler. Auch die Grünen waren vor überhöhten Erwartungen an den Impfpass und wollen weitere wissenschaftliche Erkenntnisse abwarten, bevor sie über seine Verwendung diskutieren. Kordula Schulz-Asche, Berichterstatterin für Infektionsschutz der Grünen-Fraktion, sagte: „Die Frage eines europäischen Impfpasses für die Covid-19-Impfung und eine damit einhergehende Andersbehandlung Geimpfter stellt sich so lange nicht abschließend, bis die Daten verlässlich zeigen, inwieweit die Immunität anhält und ob eine Transmission des Virus durch die Impfung verhindert werden kann.“

Die Reisebranche hingegen setzt in die Technologie große Hoffnungen. TUI-Chef Friedrich Joussen sagte mit Blick auf Schnelltests und den Europa-Impfausweis: „Reisen in Europa wird im Sommer 2021 möglich sein – sicher und verantwortungsvoll.“ Mit einem EU-einheitlichen Nachweis könne die Politik jetzt eine wichtige Basis für das Reisen im Sommer schaffen. Und solange noch nicht alle geimpft seien, blieben die Schnelltests als „zweiter Baustein“.

TUI möchte also auch, dass seine Hotels leer bleiben. Weil es einfacher ist, vom Steuerzahler finanziert zu werden und dann nichts dafür mehr machen zu müssen? (Mit Material von dts)