Statt Impfpass im Sommer: Lockdown-Ende und Rückgabe aller Freiheiten sofort!

Impfpass - bald das wichtigste Basisdokument? (Foto:Imago/Eibner)

Es ist die verschärfte Ausprägung des Stockholm-Syndroms: Monatelang eingesperrt, sind die Bürger ihren Kerkermeistern inzwischen so dankbar für jede Aussicht auf Freigang, dass sie die daran geknüpften Bedingungen in hündischer Ergebenheit wie selbstverständlich hinnehmen. Digitaler Impfpass, Abstand, Hygiene und Maskenzwang für immer – die Deutschen hoffen inzwischen nicht mehr auf den „Status quo ante“ vor der Pandemie, sondern wenigstens auf eine Teilfreiheit mit diesen Einschränkungen.

Der stets kategorisch ausgeschlossene Impfpass wird inzwischen als nützliches, sinnvolles Instrument gepriesen. Kein Wort mehr von den ethischen, datenschutzrechtlichen und sozialen Implikationen, die es mit sich bringt: Dass es sich dabei um einen sektiererisch wirkenden Freibrief eines autoritären Obrigkeitsstaates handelt, der seinen Bürgern auf Widerruf gnädig das gewährt, was ihnen einst bedingungslos vom Grundgesetz zugestanden wurde (aber nur, sofern sie dokumentierte gesundheitspolitische Pflichten erfüllt haben)  – all dies zeigt, wie relativ Freiheit fortan nur noch relativ existiert, und wie nahe wir einer neuen Apartheidsgesellschaft schon sind.

Und selbstverständlich ist der Impfpass gleichbedeutend mit einer Impfpflicht, weil die zynisch zugestandene Alternativoption, man könne ja auch auf die Impfung verzichten, dann ja gleichbedeutend ist mit einer nie gekannten Alltagsdiskriminierung. Und wenn aus irgendwelchen Gründen die Boykotteure doch zu zahlreich würden, dann zeigt bereits der Blick auf andere Länder, was uns stattdessen blühen wird: eine echte, strafbewehrte Impfpflicht, wie sie etwa im spanischen Galicien geplant ist – mit bis zu 60.000 Euro Bußgeld für „Uneinsichtige“. Diese könnte auch in Deutschland kommen – wenn die Astrazeneca-Impfmüdigkeit nicht überwunden wird und Deutschland weiterhin auf Millionen Dosen dieses Impfstoffs sitzen bleibt (den Bayerns „Södolf“ bereits unter Umgehung der Impfreihenfolge jedem spritzen lassen will, der sich dafür interessiert).

Impfpflicht als Plan B

Damit die Zahl der Impfskeptiker so gering wie möglich bleibt, kombiniert die Bundesregierung den verlockenden Wink der Freiheitsverheißungen eines geplanten digitalen Impfpasses mit der verschärften Drohkulisse der angeblichen dritten Welle, der „Mutanten“ – und mit dem sturen Festhalten am Inzidenzwert 35. Auch wenn drei Tage vor Merkels nächsten Corona-Kränzchen im Kanzleramt die meisten Ministerpräsidenten bereits eigene Öffnungsschritte ab kommender Woche auf den Weg gebracht haben und signalisieren, dass die sie stoische Alleinfixierung auf Inzidenzen nicht länger mitmachen wollen, hält Merkel unbeirrt an den Zielwerten auf fragwürdiger Testgrundlage fest – und zwar nicht obwohl, sondern gerade weil auch schon ein Inzidenzwert von 35 nach Ansicht fahrender Virologen wie Alexander Kekulé ohne gigantische Opfer überhaupt nicht einzuhalten sein wird (von darunterliegenden Werten 10 oder gar „Zero“ ganz zu schweigen).

Denn die nun für ab 8. März vorgesehenen Schnelltests werden die Inzidenzen zwangsläufig wieder steigen lassen – und, neben immer fragwürdigeren Zählmethoden des RKI, das ihre tun, um die Mutanten-„Welle“ steigen zu lassen, mit der dann die Fortsetzung des Lockdowns gerechtfertigt werden soll. Diese offensichtlichen Planspiele des Kanzleramts, um die weitgehende Stilllegung des Landes bis zur Durchimpfung sicherzustellen, sind wiederum indirekte Voraussetzung für einen Impfpass, ohne den spätestens im Sommer nichts gehen soll – und zwar nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten EU. Wer immer dieses politisch leicht manipulierbare Alleinkriterium in Frage stellt, gefährdet den Plan.

Niemand hat bei alledem mehr auf dem Schirm, dass es in Wahrheit inzwischen fast überhaupt keine Rechtfertigung mehr gibt für weitere Lockdownmaßnahmen – und dass die einzige, eigentlich angemessene Forderung diese sein müsste: Alles hat SOFORT und BEDINGUNGSLOS wieder geöffnet zu werden – und zwar komplett; die pandemische Notlage ist aufzuheben – und an die Stelle von Verboten, Kontaktbeschränkungen und Auflagen dürften allenfalls noch Handlungsempfehlungen treten. Warum?

Einzig logische Forderung: SOFORT raus aus dem Lockdown, ohne jede Einschränkung!

Ganz einfach: In Deutschland sind in den Hochrisikogruppen, denen Corona tatsächlich gefährlich werden kann, trotz blamabel niedriger Gesamtimpfquote inzwischen fast alle geimpft – und für die verbliebenen Nichtgeimpften ist das Risiko eines schweren Corona-Krankheitsverlaufs nicht höher als bei anderen Virusinfektionen, wegen derer allerdings auch noch nie eine Pandemie ausgerufen oder die ganze Welt lahmgelegt wurde. Und selbst wenn es zu einzelnen schweren Verläufen gibt, dann reichen die Kapazitäten des Gesundheitssystems dafür inzwischen mehr als aus.

Die aktuellen Daten lassen daran keinen Zweifel. Die Corona-Schutzimpfungen führen bereits zu einer deutlich sinkenden Zahl von Covid-19-Toten in den deutschen Pflegeheimen, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf eine eigene Umfrage unter großen Pflegeheimbetreibern berichtet; dieser zufolge geht die Zahl der Infizierten, Erkrankten und Verstorbenen seit Beginn der Immunisierungskampagne deutlich zurück. So zählten die 28 Johanniter-Seniorenheime in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz unter ihren 2.400 Bewohnern so gut wie keine Corona-Toten mehr. Mehr noch: Auch die Krankenhauseinweisungen wegen schwerer Covid-Erkrankungen sind extrem rückläufig. Laut Caritas-Verband, der 128.000 Betten in 1.800 stationären Einrichtungen unterhält, seien nach Verabreichung der Zweitimpfungen die Infektionszahlen in den Häusern um 35 bis 65 Prozent zurückgegangen. Fazit: „Die Impfung hält ihr Versprechen„, sagt Caritas-Präsident Peter Neher. In den Einrichtungen, in denen bereits vollständig geimpft wurde, gingen die Zahlen der Infektionen und der auf Corona zurückzuführenden Todesfälle „klar nach unten.“ Und auch CDU-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte am Freitag in Berlin, die Sieben-Tage-Inzidenz in der Altersgruppe von 80 Jahren oder älter habe Anfang Februar noch bei fast 200 gelegen, jetzt betrage sie etwa 70 – Tendenz weiter fallend.

Und in den deutschen Kliniken, wo es niemals den ständig behaupteten drohenden Zusammenbruch des Gesundheitssystems oder der intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten gegeben hat, gehen die Zahlen belegter Betten stetig weiter abwärts: Waren es Anfang Januar noch 5.800, so sind es jetzt noch knapp 2.800 belegte Intensivbetten. Wenn die Alten also durchgeimpft sind, die Intensivbetten immer leerer werden und die „Inzidenzen“ gleichbleiben oder weiter zunehmen, dann bedeutet dies zwingend, dass sich Corona zu einem Schnupfen abschwächt, oder wenigstens zu einer lästigen, aber in der übergroßen Zahl der Fälle harmlosen Infektion wie viele andere, wegen denen wir uns noch nie verrückt gemacht (geschweige denn ganze Volkswirtschaften ruiniert) haben. (DM)