Corona als Gelddruckmaschine: Goldene Zeiten für Berater

Geldsegen dank Corona (Foto: Durch alphaspirit/Shutterstock)

Wer genau und in welchem Ausmaß sich alles in dieser Pandemie, die immer mehr zum großen Alibi für die Befriedigung von Gruppenegoismen und Partikularinteressen wird, die Taschen vollgemacht hat, werden dereinst Untersuchungsausschüsse oder Tribunale, spätestens aber die Historiker ermitteln müssen. Die Spitze des Eisbergs, die allerdings jetzt schon ans Licht kommt, ist beängstigend.

Und hierbei ist gar nicht von krummen Bereicherungen, illegalen Nebengeschäften und Provisionen für Politiker die Rede; auch nicht von zumindest fragwürdigen Auftragsvergaben ohne jede Ausschreibung. Sondern von strukturellen und institutionellen Albgreif-Manövern im -zig-Millionen-Bereich, die ohne jede öffentliche Empörung ganz geräuschlos mit der größten Selbstverständlichkeit ablaufen. Wo Billionenwerte auf Generationen hinaus rausgehauen werden, sind die „Peanuts“ nicht mehr der Rede wert.

Dass ausgerechnet Gesundheitsminister Jens Spahn nicht nur zum „Superminister“ der Pandemie avancierte, sondern auch was Aufträge an Berater betrifft, überrascht dabei nicht. Die Frage, wofür Spahn seinen Ministerialapparat braucht, stellte sich seit März 2020 nicht nur angesichts der endlosen Pannenserie von verpatzter Kontaktnachverfolgung der Gesundheitsbehörden über die überteuerte Corona-Warn-App und das Masken-Beschaffungsdesaster bis zum Impfdebakel. Wie „n-tv“ nun berichtet, hatte Spahn weit mehr externe Beraterdienste eingekauft als bislang bekannt.

„Externe“ für alles und jedes

Laut dem Sender reichten die Aufträge „von der Beratung bei der Beschaffung von Schutzmasken bis hin zu Analysen für den Corona-Rettungsfonds WSF„. Offenbar ist die Ahnungslosigkeit in Spahns Laden so groß, dass es ohne zusätzlichen Sachverstand nicht geht. Doch nichts nur Spahns Ministerium, auch andere Ressorts beauftragten Berater.

Ein Phänomen, das für Merkels Amtszeit typisch ist, spätestens seit den Skandalen um Ursula von der Leyen als Verteidigungsministerin bzw. Verkehrsminister Andreas Scheuer im Kontext mit der Maut. Insgesamt hat der Bund „im Zusammenhang mit dem Kampf gegen die Pandemie“ im Jahr 2020 Verträge mit einem Gesamtvolumen von 103 Millionen Euro mit externen Dienstleistern abgeschlossen – doppelt so viel wie bisher bekannt. (DM)