Kein Erbarmen mit „rechten Vögeln“: Der Kulturbolschewismus erreicht die Naturwissenschaften

So sehen "braune" Vögel aus: Goldregenpfeifer (Foto:Imago/blickwinkel)

Die Cancel-Culture sorgt dafür, dass inzwischen das Prinzip der „Kontaktschuld“ auch auf andere Disziplinen als Linguistik, Kunst, Politik und Geschichte angewandt wird: Nachdem gerade die erst Debatte um „Ethnomathematik“ aus den USA zu uns geschwappt ist, sind jetzt auch die Naturwissenschaften an der Reihe. So darf jetzt nicht einmal mehr eine Spezies zum „Vogel des Jahres“ werden, weil sie als Wappentier der „neuen Rechten“ gebrandmarkt wird.

Alles, was irgendwie mit Gesinnungsverbrechern in Verbindung gebracht wird oder auch nur den entferntesten Bezug zu „toxischen“ Kreisen aufweist, gilt als pfui – und so wird jetzt auch die Wahl des „Vogels des Jahres zum Politikum. „Ist der Kulturkampf jetzt auch in der Vogelwelt angekommen?„, fragt „Cicero“ und berichtet von Anfeindungen gegen den Vorschlag des bosnischen Schriftstellers Sasa Stanisic, der hierfür den Goldregenpfeifer vorgeschlagen hat – unter anderem, weil er in Deutschland keine Brutreviere mehr findet: Weder die Schutzwürdigkeit (und damit Eignung des Vogels zum Preisträger) noch der Umstand, dass Sasa eher ein der Linken nahestehender Autor ist, kann verhindern, dass linksradikale Puristen die Nominierung verhindern wollen.

Denn seit ein Referent des Naturschutzbundes (Nabu), der die Auszeichnung vergibt, in einem Aufsatz auf der Webseite der „Fachstelle für Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN)“ – so etwas gibt es tatsächlich –  darauf hinwies, dass sich auch AfD-Ex-Flügelboss Björn Höcke für den Vogel aussprach, ist das arme Federvieh unten durch. Die Unerbittlichkeit folgt einer zunehmenden kultumarxistischen Wissenschaftsbarbarei im Ursprungsland aller PC-Perversionen: Wie Cicero schreibt, haben in den USA vor kurzem erst die Liste aller 10.700 bekannten weltweiten Vogelarten nach denen gefilzt, die einen „kolonialen Geist“ atmen – weil sie einst von weißen Naturforschern wie Alexander von Humboldt oder Charles Darwin erstbenannt wurden.

Wenn der Goldregenpfeifer damit raus sein sollte, dürfte es allerdings schwer werden, überhaupt irgendeinen „unbelasteten“ Vogel zu finden. Vermutlich darf demnächst auch niemand mehr Hähnchen essen oder Schwäne füttern, weil auch AfD-Politiker oder „neue Rechte“ dies tun. Und auch der Ausdruck „vogelfrei“ bekommt so eine völlig neue Bedeutung. (DM)