Auch in der AfD gibt es sie: Die „Impfvordrängler“

Markus Wagner (Bild: Landtag NRW / shutterstock.com/Von Seda Yalova)
Markus Wagner (Bild: Landtag NRW / shutterstock.com/Von Seda Yalova)

Sogenannte Impfvordrängler – also Personen, die glauben, so immens wichtig zu sein, dass sie alten Menschen, die in diesem ganzen Corona-Wahnsinn die wirklich zu schützende Gruppe gewesen wären – Impfdosen wegschnappen dürfen, gibt es nicht nur in der Altparteienlandschaft, sondern auch in der AfD: Der NRW-Fraktionschef Markus Wagner ließ nicht nur sich und seine Frau impfen, sondern schummelte offensichtlich auch seinen 16-jährigen Sohn an der Impf-Schlange vorbei.

Der AfD-Politiker Markus Wagner hat zugegeben, dass er nicht nur sich selbst, sondern auch mehrere Familienmitglieder gegen Corona hat impfen lassen. Informationen des öffentlich-rechtlichen WDR-Magazin „Westpol“ zufolge haben seine Ehefrau, seine 81-jährige Schwiegermutter und sein 16 Jahre alter Adoptivsohn das Vakzin bereits Anfang Februar erhalten. Der Teenager, in der sogenannten Impfreihenfolge weit hinten, ist Nachwuchsspieler beim FC Bayern München.

Der 57-jährige AfD-Politiker erklärte gegenüber dem WDR, dass durch die Impfung seiner Familienmitglieder kein Mitarbeiter oder Bewohner auf eine Impfung habe verzichten müssen. Er habe als Vorbild agieren und die Impfquote erhöhen wollen.

Wagner ist nicht der erste Fall von Politikern, die sich außerhalb der Reihe haben impfen lassen.

In Mecklenburg-Vorpommern gab es in der vergangenenWoche den ersten bekannten Fall eines sogenannten „Impfvordränglers“. Bei diesen speziellen Charakteren handelte es sich um den Genossen Landrat der Kreises Vorpommern-Rügen, Stefan Kerth (SPD). Kerth beteuerte, nachdem sein Vorgedrängle aufgrund einer Anfrage der Fraktion „Bürger für Stralsund/FDP“ herausgekommen war, er wolle nicht geimpft werden. Da aber ansonsten der Impfstoff verfallen wäre, hatte sich der Herr Sozialdemokrat quasi geopfert. Dann sei – so Kerth – „eine Impfung gesetzt worden“.

Kurze Zeit vorher hatte der Bürgermeister von Halle, Bernd Wiegand (parteilos), Impfberechtigte um ihre Dosis gebracht. Wie jouwatch berichtete, soll sich der Ex-SPDler Mitte Januar, wie auch seine zehn Stadträte inklusive Praktikanten eine vorzeitige Corona-Impfung verschafft haben. Auch hier der billige Rechtfertigungsversuch, er habe sich zuvor „mehrfach vergewissert“, dass kein Mitarbeiter des Krankenhauses für eine spontane Impfung zur Verfügung gestanden habe.

Der FDP-Landtagsabgeordneten Ralph Bombis und seine Frau haben sich ebenfalls bereits impfen lassen. Bombis gab in seinem Impfvordrängler-Stück den Behüter. Er leite mehrere Pflegeeinrichtungen und habe durch sein Impfvorgedrängle nur die Patienten vor einer Corona-Infektion schützen wollen. Nachdem bekannt wurde, dass in Bombis’ Heimen auch Personen aus seinem „engen persönlichen Umfeld“ geimpft wurden, trat er am Donnerstag von allen Ämtern in der FDP, auch aus dem NRW-Landesvorstand, zurück.

Nachdem die AfD für Rechtsstaatlichkeit eintritt, sollte Markus Wagner sein Wirkungsfeld anderweitig finden und vom AfD-Vorsitz in NRW zurücktreten. Das ist das Mindeste. (SB)