Von der Mangelware zum Ladenhüter: Der Staat wird seinen Impfstoff nicht mehr los

Foto: Von hedgehog94/Shutterstock

Nachdem die Peitsche nicht mehr greift, folgt nun das Zuckerbrot: in ihrer Verzweiflung, die deutsche Impfzurückhaltung zu brechen und insbesondere den Astrazeneca-Impfstoffen (den Ladenhüter unter den Vakzinen) irgendwie an den Mann zu bringen, setzen einzelne Ministerpräsidenten nun schon auf Bestechungs-, besser: Erpressungsversuche: Nachdem Bayerns Söder die Impfreihenfolge geänderten sehen will, ermuntert jetzt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer deutsche Unternehmen, Nichtgeimpfte zu diskriminieren (durch „Belohnung“ Impfwilliger) – vorausgesetzt, dass sie dann wieder geöffnet sind.

Die paradoxe Lage auf dem deutschen Impfmarkt, der infolge Angela Merkels bizarrer Stümperpolitik von Beginn an ins Chaos gestürzt wurde, sieht derzeit so aus: Vom Pfizer/Biontech Impfstoff gibt es viel zu wenig, vom Astrazeneca-Impfstoff viel zu viel – und die Impflogistik läuft wirkstoffunabhängig mehr als unorganisiert ab, infolge abgesagter oder verschobener Termine und Mal um Mal aufs Neue vertrösteten Alten, die auf ihren „Schuss“ warten. Nachdem noch im Januar – weil auch der Astrazeneca-Impfstoff noch gar nicht in ausreichender Zahl geliefert war – dessen Unwirksamkeit für über 64-jährige durch Nichtzulassung erklärt worden war, um so vom selbstverschuldeten Mangel abzulenken, wird jetzt, da dieser Mangel nicht mehr besteht, plötzlich das genaue Gegenteil behauptet und die Wirksamkeit gerade für Ältere behauptet.

Es ist, nach den „Expertisen“ zur Maske vor einem Jahr, das zweite Mal, dass sich scheinbar objektive Wissenschaftsresultate binnen weniger Monate um 180 Grad wandeln – eben ganz nach politischer Opportunität: Solange es nicht genügend Masken gab, wurde ihr Nutzen bestritten. Sobald die Industrie genug geliefert hatte, wurden sie zur Pflicht und begleitet vom einhelligen wissenschaftlichen „Konsens“ plötzlich von WHO, RKI und Politik als alternativlos gehypt. Genau wie jetzt: Ein Impfstoff wirkt nur so lange eingeschränkt oder schlechter, wie es nicht genug von ihm gibt. Sobald sich die Lagerbestände unter ihm biegen, ist er hochwirksam für jedermann. Wer nach diesen Propagandastückchen politischen und virologischen „fachkundigen“ Tatsachenbehauptungen, Modellrechnungen und Prognosen auch nur noch EIN Quäntchen Glaubwürdigkeit beimisst, dem ist nicht mehr zu helfen.

Die Wissenschaft bestätigt das, was die Politik wünscht

Der ungenutzte Lagerbestand an Corona-Impfdosen steigt unterdessen sogar noch weiter an: 3,5 Millionen davon werden aktuell in Deutschland gehortet – fast eine Million mehr als letzte Woche, wie aktuelle Daten des RKI und des Gesundheitsministeriums zu Impfungen und Lieferplänen zeigen, die der „dts Nachrichtenagentur“ vorliegen.

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Selbst wenn man für alle 1,8 Millionen Menschen, die derzeit auf ihre Zweitmpfung warten, eine weitere Dosis separat einlagern würde, verblieben somit noch immer 1,7 Millionen Einheiten, die im Prinzip für neue Impfungen sogleich genutzt werden könnten; da jedoch aktuell nur etwa 700.000 Erstimpfungen aktuell pro Woche durchgeführt werden, würde dies dauern.

Zumal auch die Offerten an bestimmte Berufsgruppen oder gar – Söders Vorschlag nach – an jedermann, sich außer der ursprünglichen Prioritätenabfolge impfen zu lassen, nicht verhindern konnten, dass Astrazeneca wie sauer Bier auf Halde liegt. Vielleicht wird ja Kretschmers Drohung durch die Hintertür mit einer Impf-Apartheid durch die Hintertür durch Privilegien im Sommer für Geimpfte die (durchaus gesunde) Zurückhaltung der Deutschen aufbrechen, obwohl er sich damit gegen die offizielle Unionslinie einer Impfpflicht stellt. (DM)