Läuten jetzt die Kirchenglocken? Schlepper werfen dutzende Menschen von Boot

Ertrinkender (Symbolbild: shutterstock.com/Von Dudarev Mikhail)

Vor der Küste des ostafrikanischen Staates Dschibuti haben Schlepper nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mehrere Dutzend Migranten ins Meer geworfen. 

Etwa 200 Migranten sollen an Bord des Schiffes gewesen sein, dass seine menschliche Schlepperfracht in den Jemen verbringen sollte. Nach Angaben der Internationale Organisation für Migration (IOM) sollen die Menschenschlepper kurz nach der Abfahrt in der Hauptstadt Dschibuti etwa 80 Menschen von Bord gestoßen haben.

Nach Angaben von Überlebenden sei das Schiff überfüllt gewesen, bislang sollen fünf Leichen geborgen worden sein. Unter den Bootsinsassen sollen auch zahlreiche Kinder gewesen sein. Die IOM-Chefin in der Region, Stephanie Daviot, sagte, der Vorfall sei nur ein weiterer Beweis, „dass Kriminelle weiterhin für Profit Menschen ausbeuten, die verzweifelt versuchen, ihr Leben zu verbessern, und sich nicht um die Folgen scheren“. Die Überlebenden würden in einer Einrichtung der IOM in Dschibuti medizinisch betreut.

Im Golf von Aden sei es bereits der dritte solche Fall innerhalb der letzten sechs Monate, heißt es in der Mitteilung der IOM. Im Oktober verloren 50 Flüchtlinge auf die gleiche Weise das Leben, berichtet hierzu das ORF.

Interessant: Bereits in der Vergangenheit hatte es immer wieder Hinweise darauf gegeben, dass die selbsternannten Seenotretter mit Schleppern zusammenarbeiten. 2019 berichtete ein Schlepper gegenüber italienischen Journalisten, dass seine Gruppierung in Kontakt mit einer deutschen Flüchtlingshilfsorganisation stehe. Die Schlepper würden die Orte kennen, an denen die Schiffe der NGO warteten. Fester Bestandteil des „Seenotrettungsgeschäft“: Deutschlands Kirchen. (SB)