Trauer-Spezialist Steinmeier: Heuchlerisches Corona-Opfergedenken

Wieder einmal suhlte sich gestern Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Paraderolle des bedeutungsschwangeren Salbaderers im stillen gemeinsamen Gedenken: Deutschlands oberste Fachkraft für selektive Trauerarbeit, der Tränen nur nach politischer Opportunität verdrückt, traf sich in Schloss Bellevue mit „Hinterbliebenen“ von Verstorbenen der Co­ronapandemie, und rief erneut zum nationalen Gedenken für die Corona-Opfer am 18. April auf.

Viele Menschen im Land seien seinem Aufruf gefolgt, als „Zeichen der Trau­er und Anteilnahme ein Licht ins Fenster zu stellen„, sagte Steinmeier laut „Ärzteblatt“ gestern bei einem Treffen mit Hin­ter­bliebenen im Schloss Bellevue in Berlin. Dafür sei er „sehr dankbar„: Er glaube, dass wir „der Ver­storbenen auch gemeinsam, als Gemeinschaft gedenken sollten.“ Wahrlich, ein mitfühlender, emphatischer Präsident mit ganz viel Pippi in den Augen! Oder etwa doch nicht?

Dass es in Deutschland Tote erster und zweiter Klasse gibt, ist aus der öffentlichen Doppelmoral bei der Rezeption bestimmter Opfergruppen bereits wohlbekannt. Für NSU-Mordopfer oder die Ermordeten von Hanau wird Staatstrauer institutionalisiert und ein regelrechter Gedenkkult inszeniert; hingegen werden hunderte einheimische Menschenleben, die die grundgesetzwidrige Massenzuwanderung seit 2015 gekostet hat, totgeschwiegen, werden Trauerveranstaltungen für sie gar als rechtsextremistische Kundgebungen diffamiert.

Etwas ganz Ähnliches erleben wir in der politischen Pandemie Corona: Deren Tote, auch wen es sich bei ihnen nur in den seltensten Fällen um kausal an dem Virus Verstorbene handelt, erfahren eine hochoffizielle Wertschätzung und Trauerarbeit, wie es sie für Opfer irgendeiner anderen Krankheit noch nie gegeben hat. Eben dies macht die in Szene gesetzte Betroffenheit und bundespräsidiale Andacht so verlogen: Es handelt sich um eine schäbige Instrumentalisierung von Menschenleben, die zur Aufrechterhaltung einer künstlichen, rein medial und durch statistische Kunstgriffe manifestierten globalen Gesundheitskrise ebenso notwendig ist wie ständige Horrormeldungen, von Intubationen über Triaden bis zu Mutanten.

Stilmittel der Aufrechterhaltung einer künstlichen Gesundheitskrise

Gewiss ist jedes Menschenleben ein großer Verlust, und natürlich ist es für die Angehörigen auch der als Covid-Todesfälle präsentierten Verstorbenen, deren Schmerz und Trauer real sind, tröstlich, wenn ihnen Politiker besondere Aufmerksamkeit schenken und mit ihnen – wörtlich oder im übertragenen Sinne – Kerzen anzünden. Bloß, und hierin liegt die Heuchelei, sterben in Deutschland jeden Tag fast 3.000 Menschen an schrecklichen Erkrankungen, unter größtenteils weit dramatischeren Umständen als Covid-Patienten, die im Schnitt älter werden als die Durchschnittstoten in Deutschland. Und um sie wird nicht weniger getrauert, ihr Ableben ist nicht weniger dramatisch. Vor allem wenn es sich, anders als bei Corona, um erhebliche Zahlen jüngerer Toter handelt. Jede Kinderkrebsstation kann davon ein trauriges Lied singen.

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Und so ist es auch nicht Corona, das vor allem Lebensjahre der Deutschen vernichtet  – und zwar nicht nur die der Betroffenen, sondern auch der Lockdown-Geschädigten – sondern, vor allem all die anderen Heimsuchungen, mit denen wir schon immer und auch jetzt noch leben müssen – ohne dass wir deshalb je in einer vergleichbare Panik verfallen wären und aufgehört hätten, normal weiterzuleben. Das Robert-Koch-Institut höchstselbst veröffentlichte jetzt eine Studie, wonach Krebserkrankungen und bösartige Tumore die meiste Lebenszeit der Bundesbürger vernichten: Auf sie entfallen 35,2 Prozent aller verlorenen Jahre, es folgen Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 27,6 Prozent, Verdauungserkrankungen mit 5,8 Prozent und neurologische Störungen mit 5,7 Prozent.

Für die Studie waren 930.000 Sterbefälle im Jahr 2017 ausgewertet worden, die rund 11,6 Millionen verlorene Lebensjahre verursachten. 42,8 Prozent der entgangenen Jahre wären von Frauen gelebt worden, 57,2 Prozent von Männern. Während nur 14,7 Prozent der Sterbefälle bei den Unter-65-Jährigen zu verzeichnen waren, entfielen naturgemäß deutlich mehr, nämlich 38,3 Prozent der verlorenen Lebensjahre auf diese Altersgruppe. Hinzu kommen noch häufige Sterbeursachen wie Unfälle, Selbstschädigung und Gewalt, bösartige Tumore sowie Alkohol-assoziierte Erkrankungen.

Vergessene Lebensjahre jenseits des Virus

Infolge der Pandemie und Lockdowns dürften sich diese Zahlen aller Voraussicht nach in Zukunft übrigens, mit einigem zeitlichen Versatz, deutlich nach oben entwickeln – wegen unterlassener Vorsorgen und Operationen. Übrigens läge Corona, dem für 2020 in Deutschland angeblich 300.000 verlorene Lebensjahre zugeschrieben werden (und selbst dies nur unter Hochrechnung und auf Basis von Todesfällen, die ursächlich eigentlich ganz anderen Gebrechen zuzuschreiben wären) läge unter Zugrundelegung der durchschnittlichen Gesamtsterblichkeit somit im Bereich von etwa zwei Prozent.

Noch nie hat man von Steinmeier eine Anregung für einen nationalen Gedenktag für Leukämietote, für Lungenentzündungs- oder MRSN-Sepsistoten vernommen. Auch nicht für die in manchen Jahren über 30.000 Grippetoten – welche sich übrigens stets auf die real an respiratorischen Infektionskrankheiten Verstorbenen in der jeweiligen Saison bezogen und eben NICHT auch all jene beinhalteten, die zum Zeitpunkt ihres Todes „positiv auf vorhandene Influenzaviren“ getestet wurden, so wie dies jedoch bei Corona zur Deklaration eines Covid-Todesfalls genügt (Stichwort „an und mit“ bzw. „im Zusammenhang mit verstorben“). Hätte man die Kriterien, nach denen „Corona-Tote“ bestimmt werden, je auch auf Influenza angewandt, dann gäbe es fast nur „Grippetote“, da praktisch jeder Verstorbene Influenzaviren in sich trägt.

Wenn Steinmeier wirklich aufrichtige Trauer zeigen wollte, dann dürfte er nicht nur 90- bis 100-jähriger Entschlafener und den medial unverantwortlich aufgebauschten, glücklicherweise absolut seltenen Ausnahmefällen jüngerer Covid-Opfern gedenken – sondern auch derer, die im Lockdown den Lebensmut verloren haben: Senioren, die an Vereinsamung und Kummer in den Heimen starben, Menschen, die wegen ihrer Existenzvernichtung in den Freitod gingen – und all jene, die aus Sorge um die „pandemische“ Kliniküberlastung zuhause an Infarkten und Schlaganfällen starben, weil sie die Notaufnahmen mieden oder sonstige dringende Behandlungen versäumten. (DM)