Kranke Zukunft: Ein Leben zwischen Arzt und Apotheken

Foto: Corona-Testung (über dts Nachrichtenagentur)

Die Verlierer dieser künstlich gezüchteten Pandemie sind die Bürger, sind ihre Grundrechte und ist ihre Freiheit, von der Demokratie ganz zu schweigen.

Die Sieger dieser Pandemie sind alle, die von Krankheiten profitieren: Die Pharmaindustrie, die Ärzte und natürlich die Apotheker, die sich jetzt ganz besonders freuen, wenn unser Leben durch die völlig überflüssigen Schnelltests von ihren Öffnungszeiten abhängt. Offensichtlich können sie es gar nicht mehr erwarten, dass der Rubel endlich rollt:

Der Vorsitzende des Apothekerverbands Nordrhein, Thomas Preis, warnt vor erheblichen Belastungen bei den kostenfreien Schnelltests. „Wir stehen jetzt vor immensen Herausforderungen angesichts der Versprechen der Politik. Bislang war immer die Rede davon, dass sich ein bis zwei Prozent der Bürger testen lassen werden“, sagte Preis der „Rheinischen Post“ (Dienstag).

Inzwischen gebe es aber Aufrufe wie etwa vom Regierenden Bürgermeister von Berlin, dass sich alle Bürger wöchentlich testen lassen sollten. „Das würde das System extrem beanspruchen“, warnte Preis. Er geht davon aus, dass die Apotheker in vielen Fällen die Testung durchführen werden.

„Wichtig ist, dass die Kommunen uns jetzt ganz kurzfristig den Auftrag erteilen. Es muss schnell Klarheit herrschen, denn der Markt für Test-Kits wird jetzt schon deutlich strapaziert sein. Die Apotheken sind im Übrigen grundsätzlich bereit, Tests in Betrieben, in Kitas und Schulen vorzunehmen.“

Das ginge auch aufsuchend und müsse vor Ort individuell vereinbart werden, sagte der Verbands-Chef.

Derweil werfen die niedergelassenen Ärzte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, für ein Testchaos gesorgt zu haben. Endlich komme der vermehrte Einsatz von Schnelltests, „doch leider in einer absolut kurzfristigen, ja formal sogar rückwirkenden Umsetzung, die direkt beim Start zum Chaos geführt hat“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Stephan Hofmeister, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Dienstagausgaben). Die Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums, die die Grundlagen der Testungen regele, habe die Kassenärzte erst am Montag erreicht.

„Voraussetzungen für ein Angebot in Arztpraxen sind eine ausreichende Verfügbarkeit von Tests, die frühzeitig in den Praxen zur Verfügung stehen und ein klares, unbürokratisches und rechtzeitig geregeltes Verfahren“, forderte Hofmeister. „Es wird offenbar immer wieder vergessen, dass die vertragsärztlichen Praxen jeden Tag Millionen akut und chronisch Kranker sehen, diagnostizieren und behandeln und schon damit reichlich ausgelastet sind“, sagte Hofmeister. Grundsätzlich sei der vermehrte Einsatz von Schnelltests aber sinnvoll, fügte er hinzu.

Das habe die KBV bereits im Oktober in ihrem Diskussionspapier gefordert.

Die Kommunen gehen sogar noch weiter und fordern, dass die Daten bundesweit aus den massenhaften Schnelltests zur Kontaktnachverfolgung den Gesundheitsämtern gemeldet werden. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy, mahnte, es sei vor allem wichtig, dass die Zahl der Tests und die Daten der positiv Getesteten „lückenlos und schnell bei den Gesundheitsämtern“ ankämen. „Dies ist wichtig, um die Kontaktnachverfolgung aufzunehmen“, sagte Dedy dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Dienstagausgaben).

„Auch das RKI benötigt die Zahlen von durchgeführten Schnelltests und der positiven Tests, um das Lagebild korrekt zu aktualisieren“, fügte er hinzu. Auch der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, forderte eine Vernetzung der gewonnenen Daten. „Unverzichtbar ist auch eine möglichst einheitliche digitale Lösung bei den Schnelltests mit einer Schnittstelle zu den Gesundheitsämtern und der Möglichkeit, die Schnelltestergebnisse dort zu hinterlegen“, sagte Landsberg dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

Das würde die Entdeckung und Nachverfolgung von Infektionsketten enorm erleichtern und sei ein wichtiger Baustein für die geplanten Öffnungen. Landsberg erklärte weiter: „Sinnvoll wäre die Verständigung auf eine einheitliche App, zum Beispiel Luca. Das sollte jetzt nicht auch wieder noch Wochen dauern.“

Zugleich sorgen sich die Kommunen, dass die Zahl der in Deutschland verfügbaren Schnelltests den Bedarf nicht decken werden. „Sobald ein negativer Test aber als Voraussetzung für den Zugang zu Theatern, Konzerten oder auch Restaurants dient, wird es einen Ansturm auf die Schnelltests geben“, betonte Landsberg. Dann reiche auch ein einmaliger Test pro Woche sicher nicht mehr aus.

Bei ihren Beschaffungen müssten sich Bund und Länder bereits jetzt auf diese Situation einstellen, forderte Landsberg. Sonst käme nach dem Impfdosenmangel der Schnelltestmangel. Auch der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Dedy zeigte sich skeptisch. „Wir hoffen, uns diesmal auf die Versprechen der Bundesregierung verlassen zu können, dass auch bei einer großen Nachfrage genügend Test-Kits zur Verfügung stehen.“ Testzentren ohne Test-Kits wären eine ähnlich große Enttäuschung für die Menschen wie Impfzentren ohne Impfdosen.

Aber es geht voran:

Die Bundesregierung startet jetzt kurzfristig die Koordinierung der Lieferung von Selbsttests aus bereits gesicherten Beständen an die Bundesländer. Dieses sogenannte Starter-Paket umfasst 10,5 Millionen Selbsttests, schreibt die „Welt“ (Dienstagausgabe). Sie sind unter anderem für den Einsatz an Schulen und in Kitas gedacht.

In einem Schreiben an die Bundesländer, über das die Zeitung berichtet, bieten die für die „Taskforce Testlogistik“ zuständigen Bundesminister Jens Spahn (Gesundheit) und Andreas Scheuer (Verkehr) den Bundesländern an, Selbsttests aus Beständen dieses Starter-Pakets zur Verfügung zu stellen, bis die Bestellungen der Länder eintreffen. Ab Mittwoch dieser Woche sei einer der Hersteller in der Lage, im Rahmen einer vertraglichen Vereinbarung mit der Bundesregierung „bis zu 1,5 Millionen Antigen-Selbsttests täglich auszuliefern“, heißt es in dem Schreiben. Interessierte Bundesländer sollten sich bis Dienstag, 9. März, um zwölf Uhr mittags melden, um sich einem dem Bevölkerungsschlüssel entsprechenden Anteil zu sichern.

Die Kosten dafür sollen die Länder (also der Steuerzahler) tragen. „Die Kosten je Antigen-Selbsttests liegen bei 4,50 Euro zzgl. Umsatzsteuer (inkl. Lieferung)“, rechnen Spahn und Scheuer vor.

Ab einer Bestellung von mehr als einer Million Tests gibt es einen Nachlass. An diesem Dienstag kommen die beiden Bundesminister außerdem zur ersten Telefonkonferenz der „Taskforce Testlogistik“ mit Vertretern der Bundesländer und der Wirtschaft zusammen. Dabei soll die Verteilung von Schnell- und Selbsttests koordiniert werden.

Merken die Bürger überhaupt noch was? Sie werden, wie bei den GEZ-Gebühren, dazu gezwungen, etwas zu kaufen oder indirekt durch ihre Steuerabgaben zu bezahlen, um ihre Grundrechte wieder zu erlangen. Was für ein perverses Geschäftsmodell.

Unser Leben reduziert sich auf ein Minimum, wir wanken zwischen Tests, Arzt und Apotheken wie Zombies durch die Gegend. Wahrlich düstere Aussichten. (Mit Material von dts)