Krummer Masken-Deal an Uniklinik Magdeburg?

FFP2 Masken Einkauf (Bild: shutterstock.com/Von Hadrian)

Die Corona-Goldgräberstimmung scheint auch Magdeburger Universitätsklinikum rund um den Einkauf von FFP2-Masken um sich gegriffen zu haben. Diese wurden für mehrere hunderttausend Euro bei einem deutschen Unternehmen eingekauft, dessen Mitgesellschafter zugleich Sohn eines Vorstandsmitglieds ist. Mitbewerber fühlen sich ausgebootet.

Im ganz großen Stil wurden am Uniklinikum Magdeburg medizinischen Schutzmasken bei der Firma BBE Solutions aus Ratingen eingekauft. Das Pikante an dem – mehrere  hundertausend Euro teuren – Shopping: Carl Nicolai Heinze, der Sohn des Ärztlichen Direktors des Uniklinikums, Prof. Hans-Jochen Heinze, ist zufälligerweise zugleich geschäftsführender Gesellschafter des Masken-Lieferanten.

Auf Anfrage des öffentlich-rechtlichen Senders MDR teilt das Klinikum mit, dass ein Rahmenvertrag abgeschlossen wurde und die Liefermenge aktuell „im oberen sechsstelligen Bereich“ liege. Die Firma BBE Solutions – laut dem MDR erst Anfang Juli 2020, also im Coronajahr gegründet – sei derzeit der einzige Lieferant für FFP2-Masken. Auch die Firma bestätigt das Geschäft und ergänzt – wie in den letzen Tagen, nachdem ein dreckiger Masken-Deal nach dem anderen in den Reihen von CDU und CSU-Funktionären ans Tageslicht kommt: Die Bestellmenge liege im kleineren Bereich. Ein Masken-Stückpreis wurde nicht genannt.

Und natürlich habe die persönliche Verbindung zwischen Vater und Sohn den Vertragsabschluss nicht beeinflusst. Aus Sicht der Firma liege keine „Vorteilsnahme aufgrund von Verwandtschaftsverhältnissen“ vor, so die mehr als unglaubwürdige Darstellung.

Mitbewerber fühlen sich sich übergangen. Die ChinaProfis GmbH aus Magdeburg habe laut dem MDR ebenfalls versucht, ein Angebot abzugeben. Die Entscheidung für den Mitbewerber, sprich für die Firma des Sohnemanns des Uniklinikum-Chefs, sei dann aber während der laufenden Verhandlungen mitgeteilt worden. Das Klinikum will aus datenschutzrechtlichen Gründen keine genauen Angaben machen. Dass Konkurrenten nach Nichterteilung eines Auftrags verstimmt seien, sei aber normal, so die lapidare Antwort aus dem Bereich Einkauf. Die Vergabe würde einer Prüfung durch das Landesverwaltungsamt natürlich jederzeit standhalten. (SB)