Nur doch dreist: Migranten fordern „Recht auf eine Weiterreise“

Migration (Symbolbild: shutterstock.com/Von Ajdin Kamber)

Die Kanaren werden aktuell von einer wahren Migrantenflut heimgesucht. Nun forderten auf Teneriffa rund 1200 mehrheitlich aus Afrika stammende Migranten und deren Unterstützergruppen ihr angebliches „Recht“ auf Weiterreise ein, um auf das spanische Festland gelangen zu können.

Zu Tausenden landen mehrheitlich Westafrikaner und Marokkaner, aber auch Personen – sprich junge, mehrheitlich muslimische Männer – aus Mali, Guinea oder der Elfenbeinküste seit Monaten bereits auf den Kanaren an. Seit Jahresbeginn seien mehr als 2300 Migranten dort eingetroffen – im vergangenen Jahr waren es nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR über 23.000 Migranten, die von Afrika kommend europäisches Gebiet betreten, sobald sie an den Küsten der spanischen Inselgruppe ihre Boote verlassen.

Migranten „fordern“ Reisegenehmigung aufs Festland

Mit Hilfe von sogenannten Unterstützergruppen veranstalteten rund 1200 ihnen – von den Mainstreammedien immer noch gern als „Flüchtlinge“ bezeichnet – am vergangenen Wochenende in der Stadt San Cristóbal de La Laguna auf Teneriffa einen Protestmarsch unter dem Motto „Recht auf eine Weiterreise“. Die dreiste Forderung: Die unbedingte Weiterreise auf das spanische Festland. Auf ihren handgeschriebenen Plakaten war zu lesen: „Wir sind keine Kriminelle“ oder „Wir wollen nichts weiter als arbeiten“. Bejammert werden die angeblich unerträglichen Zustände in den kanarischen „Flüchtlingslagern“ –  gefordert werden bessere Unterbringungen auf dem Festland, bezahlt vom EU-Steuerzahler.

Um die Migranten irgendwie noch unterbringen zu können, hat die spanische Regierung den Corona-Kahlschlag im Hotelgewerbe genutzt und Migranten in Hotels einquartiert. So auch auf der Insel Gran Canaria, wo in zehn Hotels aktuell rund 3500 Migranten leben. Insgesamt sollen laut dem DF rund 8000 Migranten komfortabel in Hotelzimmern untergebracht sein. Die Bürgermeisterin einer Stadt auf den Kanaren hat die spanische Regierung bereits Ende 2020 zur Räumung von Hotels mit Migranten aufgefordert. „Die Solidarität von Mogán hat ein Verfallsdatum 31. Dezember“. Sie drohte Hotels, ein Bußgeld von bis zu 300 000 Euro zu verhängen, wenn sie im nächsten Jahr weiter Zimmer an die Regierung vermieteten. „Wir können nicht weiterhin zulassen, dass Gran Canaria wegen der Untätigkeit und des Mangels an Koordinierung dieser Regierung ein Gefängnis wird, ein Lampedusa oder ein Lesbos“, so die wütende Bürgermeisterin.

Auch der Insel-Präsident von El Hierro hat der kanarischen und der spanischen Regierung ein Ultimatum gestellt: Diese sollen unverzüglich die Insel-eigenen Unterkünfte räumen. Und nach Monaten endlich selbst für ein funktionierendes Erstaufnahmezentrum für die Migranten sorgen.

Massenmigration macht das Leben der Inselbewohner zur Hölle

Die spanische Regierung indes will nicht, dass Migranten zum spanischen Festland aufbrechen. Sie befürchtet, dass das weitere Migranten dazu animieren würde, nach Europa zu fahren. Aktuell verhindern die spanischen Behörden noch, dass Migranten auf eigene Faust mit selbst gekauften Flugtickets die Inseln verlassen. Die Polizei an den Flughäfen der Kanaren hätte laut dem DF entsprechende Anweisungen. Die spanische Regierung hat zudem angekündigt, Migranten abzuschieben, die nicht aus Kriegsgebieten kommen. Das trifft vor allem für die jungen Männerhorden aus Nordafrika zu, aber auch auf Senegalesen. Mit beiden  Länder habe Spanien bereits ein Abkommen unterzeichnet, so dass die ersten Abschiebungen unmittelbar bevorstehen sollen. Migranten aus dem Senegal sind vor allem in Los Raíces auf Teneriffa untergebracht.

Auch auf den Kanaren haben die Migrantenmassen mittlerweile das Leben der Inselbewohner zu einem wahren Albtraum werden lassen. So wurde in Las Palmas mehrere Migrantencamps in Stadtvierteln errichtet, die bereits vorher mit größeren sozialen Problemen zu kämpfen hatten. Dort kommt es nun immer häufiger zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Einheimischen und Migranten.

Schuld sind „populistische Parteien“

Der Deutschlandfunk weiß aber einmal mehr, wer für die immer mehr eskalierende Gewalt verantwortlich ist: Auch auf den Kanaren seien viele Menschen empfänglich für Botschaften von populistischen Parteien. „Die extreme Rechte in Spanien hat Rückenwind und in den Medien hat sie einen Lautsprecher für ihre Ideologie gefunden. Dazu kommen die sozialen Netzwerke, in denen oft Falschmeldungen unterwegs sind“, so der Deutschlandfunk, der bejammert, dass der Traum von Europa für viele Afrikaner auf den Kanaren gerade zu zerplatzen droht.

Die Kanaren gelten für die Migranten als Sprungbrett, von dem es weitergeht aufs spanische Festland. Und von dort dann in „andere“ Länder – sprich nach Deutschland. (SB)