Wahlkampf ohne Sinn und Verstand

Kluges Kind in Deutschland - Symbolfoto: Von Khosro/Shutterstock

Es ist Superwahljahr und von den Dächern krähen Politiker aller Parteien unsinnige Parolen aufs Volk herab. Die parteiliche Parteipolitik springt dabei über jedes Hölzchen, welches ihr von den ökolinken Medien hingehalten wird.

Von Hans S. Mundi

Dabei wird stets ein zentrales Thema immer wieder neu aufgetischt, bei dem keiner so wirklich weiß, wovon er redet und was er hierbei eigentlich will. Bildung ist nur ein Wort. Aber was für eines. „Schulpolitik: Für mehr Verstand“ lautet das Plädoyer der Zeit, „Bildung – Mehr Mut zur Utopie“ fordert die Süddeutsche Zeitung und sämtliche Parteien posieren den Parolen als angebliche „Kümmerer“ hinterher.

Die FDP versucht sich als oberster Mahner und Warner: „Aus der Corona-Krise darf keine Bildungskrise werden.“ Die Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU spielt den kundigen Kenner, der hier die Zügel in die Hand nimmt: „Bildung nachhaltig gestalten – was wir dafür tun müssen.“ Natürlich meinen auch alte und junge SPD-Anhänger zu wissen, was gut und richtig für die Kinder und Jugendlichen sei: „Jusos: Mehr für Bildung tun.“

Die Grünen fordern mehr Investitionen in die Schulen – mehr Lehrkräfte, kleinere Klassen, mehr Schulsozialarbeit, mehr Schulpsychologen, Instandhaltung und Modernisierung der Schulgebäude. Sie wollen „politische und philosophische Bildung schon in der Grundschule stärken und dem Fach Sozialkunde an allen Schularten einen höheren Stellenwert einräumen“. Die Übertrittsentscheidung auf eine weiterführende Schule „treffen Eltern nach eingehender Beratung durch die Grundschullehrkräfte“.

Wie die SPD fordern auch die Grünen „eine längere gemeinsame Schulzeit“, also die Einführung von Gemeinschaftsschulen. Sitzenbleiben soll überflüssig werden.“

Der Tummelplatz Bildung war immer schon Kampfzone aller Ideologen, denn den meisten Bildungspolitikern schwebt klammheimlich der manipulative Eingriff vor, was die GrünInnen dann „politische und philosophische Bildung“ nennen, also mehr Greta im Gleichschritt wagen. Jugendliche sollen eben politisch beeinflusst und gesteuert werden. Die berüchtigte Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) etwa avancierte im Gefolge der linken 1968er Kulturrevolution zum Einpeitscher für linkslastige Inhalte und „politisch korrekte“ Pädagogen, sie gibt heute den linksextremen Ton in deutschen Lehrerzimmern an, „ein Herz für die Antifa“ könnte diese politische „Bildung“ lauten. So wurde von links über Jahre das gesamte deutsche Bildungssystem nachhaltig okkupiert, was im Osten im Gefolge der SED-Schul-Traditionen ebenso zu verhängnisvoller Fortsetzung prosozialistischer Bildungsinhalte führte.

Doch verlassen wir mal den politischen Part der deutschen Schulgesinnungsanlagen, welche auch von einer Bundeszentrale für politische Bildung straff ökolinksgenderkorrekt an der Leine geführt werden. In weiten Teilen ist die etablierte Bildungspolitik mitsamt ihren Protagonisten noch schlimmer als ihre einseitige Gleichmacherei-Verblendung, sie ist eher oft weit am Thema vorbei, unkundig bis unprofessionell, überwiegend schlicht peinlich. Ideologie ist eine Art Religionsersatz und daher sind Parteipolitiker in Sachen Bildung meist eher Märchenerzähler, realitätsferne Tagträumer, teils sogar selbst bildungsferne Schwafler – echte Experten sind rar, denn eigentlich weiß keiner, worum es eigentlich geht.

Halten Sie sich fest. Anno 2021 entdeckt nicht nur die FDP, dass unsere Schulen ja immer noch nicht digitalisiert sind. Lustig. Vor rund 20 Jahren waren amerikanische High Schools bereits mit elektronisch-digitalen Wandtafeln ausgestattet. Der Lehrer saß dann auch mal hinten in den freundlichen, hellen und gepflegten Klassenräumen, um mit dem Laptop auf seinem Schoß den Unterricht vorn wie einen Kinobesuch lässig zu steuern. Alle Schüler waren damals bereits mit kleinen Computern ausgestattet.

Man muss hier auch einen Schlenker hin zur aktuellen Corona-Politik der Bundesregierung machen, bestehend aus den Parteien CDU, CSU und SPD. Drei Parteien, die gerne laut „mehr Bildung“ tröten und gerne auch sich modisch mit dem Wörtchen „Digitalisierung“ ummanteln. In den Ländern regieren dann teils noch FDP, Grüne und Linkspartei mit, alle insgesamt setzen die Vokabeln Bildung und Digitalisierung vor allem in Wahlkämpfen ein – sie wollen sich halt mit Kindern und Jugendlichen als guhte Onkelz und Tantenz dekorieren und technisch kundig und modern wirken. Holzfäller und Relativitätstheorie. In diesen Tagen nun erfuhren wir, dass die meisten Landesämter und zuständigen Behörden ihre aktuellen Corona-Fälle PER FAX ans RKI in Berlin melden. Warum nicht gleich am offenen Fenster per Trommel Botschaften versenden?! Arbeitet die Merkel-Regierung auch noch mit Brieftauben? Versenden solche Politiker, mit mindestens 20jähriger Verspätung, gemessen an den USA, ihre Forderungen nach „Diggitallischierung vom Rhein an die Spree gar auch PER FAX…?

Die schulische Realität soll also ein MEHR bekommen. Mehr Grüne „Bildung“ á la Greta oder Fridays for (no) Future, also schulfrei für immer für die jungen Gehirne…? Mehr Hetze und Petze „gegen Rechts“, also gegen alle(s), was nicht links und Mainstream-korrekt ist! Mehr Migrantenkinder, deren Eltern das Lehrpersonal bedrohen oder mit Klagen durch linke Rechtsanwälte überziehen, weil es Pädagogen wagten, keine Abschlüsse oder Versetzungen durchzuwinken, weil hier die Leistungen mangelhaft bis grottenschlecht waren – also mehr Bonus für Minderheiten und weniger Leistung? Mehr Bildung im Sinne von noch mehr Müll in den Trichter über den Köpfen? Mehr Mathe und noch weniger Musik?

Mehr türkisch und arabisch statt Nazi-Deutsch? Mehr islamische Bildung in geschlechtergerecht getrennten Klassen und jeder Rektor zukünftig ein Imam? Mehr Frontalunterricht in überfüllten Klassen ohne einen Hauch von Moderne und Individualität? Ganztagsaufbewahrung, damit mehr Staat in die Köpfe und den Familien das inhaltliche Sorgerecht schon ab Kreißsaal künftig genommen werden kann? Mehr Bildung? Mehr Sommer? Mehr Vanilleeis? Ideologie ist reiner Unfug. Wenn das politische Personal nur noch aus drittklassigen Laiendarstellern besteht, dann verkommt auch jeder ernsthafte politische Ansatz zur Farce, zur Realsatire, zur bitteren Ironie. Mehr Bildung? Ja, für Greta und Kevin. Damit beide vielleicht doch noch einen echten Beruf erlernen.