Jahrmarkt der Hysterie: Leben nur noch mit Schnelltest

Die herbeigetestete "Gesundheitskrise" (Foto:Imago/Simon)

Dass es bei den Schnelltests und Selbsttests, die ab sofort zur unverzichtbaren Alltagsnormalität und Lebensvoraussetzung werden sollen, weniger um den Nachweis einer Infektion mit realem Krankheitswert geht, sondern in Wahrheit eher um einen kollektiven IQ-Tests, wenden warnende Mahner seit langem ein, die in der nun folgenden nächsten Brennstufe der kollektiven Corona-Psychose – nach Masken, Kontaktverfolgung und Inzidenzen-Voodoo – einen weiteren verheerenden Impact zulasten einer zerfallenden, neurotisierten Gesellschaft erblicken. Tatsächlich ist es die vorrangige Frage der Stunde: Wie können gebildete, intelligente und aufgeklärte Menschen sehenden Auges bei einem kultisch zelebrierten „Gesundheitswahn“ mitmachen, der kerngesunde Personen unter Virus-Generalverdacht stellt und unsere gesamten sozialen, psychologischen und ökonomischen Strukturen über den Haufen wirft? Jouwatch stellt einige grundlegende Fragen.

Es steht inzwischen außer Zweifel, dass der neue Ablassfreibrief namens „Negativtest“ auf unbestimmte Zeit unser gesamtes öffentliches Leben begleiten wird; mindestens solange, bis er dann durch den digitalen Impf- oder Immunitätsnachweis ersetzt wird. Die katastrophalen Folgen einer apartheitlichen Zweiklassengesellschaft – Gesunde hier, Kranken oder potentiell „Verdächtige“ da – für unser gesamtes soziales Miteinander werden inzwischen völlig unkritisch in Kauf genommen – weil es sich doch angeblich um die einzige Alternative zu einem ansonsten ewigen, womöglich künftig sogar destruktiveren Lockdown handelt. Der tatsächliche Gegenentwurf zum Lockdown wird bei alledem überhaupt nicht mehr thematisiert: Dass nämlich einfach ALLES zu öffnen wäre und ab sofort keinerlei Beschränkungen mehr gelten müssten – was dank der durch die Impfungen gewährleisteten geringeren Zahl an schweren Verlaufsfällen sowie einer längst wiederhergestellten Normalkapazitäten der Kliniken absolut vertretbar wäre.

Aber nein: Die Deutschen wollen nicht frei sein, sie wollen sich frei testen. Und so erklärt sich dann auch der aberwitzige Run auf die seit rund einer Woche frei verkäuflichen Selbsttest in Supermärkten, die von vielen (sofern sie nicht aus schierer Neugier weggeshoppt werden) quasi als eine Art Kaltstart und Vorab-Feldversuch für die fortan dann in mobilen oder stationären Teststationen, Apotheken, Praxen und weiteren „Points of Care“ angebotenen, unter Zeugen fachmännisch durchzuführenen Schnelltests gesehen werden. Der Ansturm war so groß, dass Lidl, Aldi & Co. – die zuvor in riesigen Discount-Werbeanzeigen für die Tests Reklame gemacht hatten – ihre Erstbestände im Nu ausverkauft hatten – und die Tests seither nur noch limitiert-kontingentiert, bei Lagerung hinter Sicherheitsglas wie Bölkstoff und Kippen, auf Verlangen ausgegeben werden.

Schnelltests nur zur persönlichen Beruhigung

Diese frei erhältlichen Selbsttests verschaffen wohlgemerkt niemandem irgendwo Einlass oder Zugang. Sie dienen ausschließlich der persönlichen „Beruhigung“, zur Vergewisserung der eigenen Nichtgefährlichkeit bei sozialen Kontakten. Hier erleben wir die ultimative Kapitalisierung einer zuvor taktisch geschürten Massenpanik: Blanke Angst und Unsicherheit, womöglich vielleicht ja doch unbemerkt mit Sars-CoV2 infiziert zu sein, triggern das unstillbare alltägliche Verlangen, sich selbst „freizutesten“ – immer und überall. Hierfür werden galaktische Quanten an Nerven, Zeit (ein Selbsttest dauert rund 20 Minuten) und vor allem Geld geopfert. Die Antigen-Tests für den Hausgebrauch sind schon jetzt ein Milliardenmarkt für Hersteller und Handel – und sie dienen der Anbahnung einer künftigen Routine, die uns fortan vor jedem Restaurantbesuch, jedem Einkauf, Tagesurlaub, in Schulen, Universitäten und demnächst wohl auch Büros begleiten soll.

25 Euro für fünf Tests, also ein Kit für 5 Euro – das ist zwar im Vergleich zu den Summen, die „Unfähigkeitsminister“ Jens Spahn bei der staatlichen und prompt gefloppten Organisation der Schnelltests veranschlagt hatte (bis zu 20 Euro inklusive Auswertung pro Einheit), ein veritables „Schnäppchen“. Dennoch wird so den Bürgern ihr letztes verbliebenes Geld für eine im Prinzip entbehrliche Selbstrückversicherung aus den Taschen gezogen. Epidemiologisch ist das „Home-Testing“ sinnfrei, denn wer sich zuhause als positiv ermittelt hat, der wird dies womöglich nur in den seltensten Fällen beim Gesundheitsamt vorschriftsmäßig anzeigen – schon, weil er keine Lust hat, symptomfrei in Quarantäne zu verharren, bis er irgendwann das Resultat seines obligatorischen PCR-Nachtests erfährt. Und wer negativ ist, kann mit dieser Momentaufnahme im Prinzip gar nichts anfangen – außer dass er für die nächsten paar Stunden höchstwahrscheinlich diejenigen nicht gefährdet, denen er auch jetzt schon nicht näher als auf Mindestabstand kommt.

Jouwatch hat den Aldi-Schnelltest selbst durchgeführt (siehe Bilderstrecke unter diese Beitrag): Das Verfahren selbst ist recht einfach. Wattestäbchen raus, etwa 2,5 Zentimeter tief (dies ist übrigens deutlich tiefer, als man vermutet – gefühlt bis fast unter die Schädeldecke!) zuerst ins linke Nasenloch, dann ins rechte stecken und jeweils fünfmal hin und her, entlang der Nasenschleimhaut abrollen. Extremer Kitzel und unangenehmeres Kratzgefühl sind garantiert; uns kamen bereits hier erste Bedenken: Was passiert eigentlich bei möglichen Verletzungen – wenn sich jemand den Plastikstab bis ins Hirn rammt (wie vereinzelt bei PCR-Abstrichunfällen geschehen), oder es zu einer Ruptur der Nasenwand, gerne auch mit anschließendem Keimeintrag, kommt? Haftung wird natürlich herstellerseitig ausgeschlossen: Der Einzelne soll die Risiken seiner Selbstbeschwichtigung gefälligst alleine tragen.

Der große Jouwatch-Selbsttest (Fotos: siehe unten)

Anschließend wird das Röhrchen mit der Testflüssigkeit entdeckelt, das wattierte Ende des Wattestäbchens mit der Abstrichprobe in die Flüssigkeit eingetaucht und 30-45 Sekunden lang in der Flüssigkeit gedreht bzw. hin- und herbewegt. Sodann zieht man es heraus, der anhängende Pipettenverschluss kommt auf das Röhrchen – und selbiges wird umgedreht. Drei Tropfen der Testflüssigkeit werden nun auf den Kontaktpunkt des Teststreifens geträufelt. Anschließend heißt es warten – 15 Minuten lang. Der weiße Teststrich in der Mitte des Streifens verfärbt sich allmählich, ausgehend vom Kontaktpunkt, von unten nach oben allmählich rot, wie ein steigendes Fieberthermometer.

Am Ende konzentriert sich die rote Farbe entweder in einem oder zwei Querstreifen, der übrige Teststrich wird wieder weiß. Ist am Ende der Einwirkzeit nur der obere Querstreifen rot, so ist der Test negativ; ist zusätzlich auch der untere rot oder nur blassrot, so ist er Test positiv. Ein nicht unerheblicher Aufwand – für ein Ergebnis, das (wohlgemerkt ausschließlich für den Moment) vor allem bei symptomfreien Personen äußerst beschränkten Aussagewert besitzt und folglich jeden Tag aufs Neue durchgeführt werden muss, will jemand permanente Gewissheit haben. Dies kostet dann, bei täglichem Testen, im Monat pro Kopf übrigens 150 Euro. Ein geniales Geschäftsmodell, in der Tat.

Die Sensitivität dieser Tests wird zwar als recht hoch bewertet – doch lässt sich bereits durch säurehaltige Proben (sogar ein paar Spritzer Cola genügen) ein falschpositives Testergebnis gewinnen. Umgekehrt erzeugen etwa ein paar Tropfen Leitungswasser oder sonstige beliebige anorganische Testflüssigkeiten immer ein „negatives“ Ergebnis – und somit einen präsentablen, „unbedenklichen“ Teststreifen. Diese prinzipielle Manipulierbarkeit ist dann auch der Grund dafür, warum zur Erlangung von Privilegien und Zutrittsgenehmigungen keine privat ermittelten Selbsttests, sondern immer nur die an Teststationen durchgeführten, von Dritten offiziell bestätigen Schnelltestresultate gelten.

Vorprogrammierte Engpässe in riesiger Zahl

Doch eben auch im Zusammenhang mit den Schnelltests, von denen in den kommenden Wochen der Zugang zu den nach und wiedereröffnenden Geschäften, Einrichtungen oder Veranstaltungen abhängig gemacht werden soll, sind noch so dermaßen viele Fragen offen, dass niemand weiß, wie die praktische Umsetzung der neuen Testnormalität je gelingen soll. Zuerst einmal ist da das Problem der schieren Zahl: Geht man von 60 Millionen aktiven Deutschen aus, die auch nur drei bis vier Mal pro Woche beabsichtigen einzukaufen, einzukehren, ins Kino oder Theater zu gehen, sich Sauna, Schwimmbad oder Fitnesstudio zu gönnen (von all den anderen „testpflichtigen“ Aktivitäten ganz abgesehen), und die hierfür ja jedesmal einen tagesaktuellen (!) Test benötigen: Dann entspricht dies einem wöchentlichen Bedarf von nicht etwa – wie von der Regierung kalkuliert – 45 Millionen, sondern über 200 Millionen Tests. Selbst bei massiver Aufstockung der Testkapazitäten – etwa durch Verdoppelung der vorgesehenen Testspots – sind somit stundenlange Wartezeiten und lange Schlangen vorprogrammiert.

Der Staat, dessen angebliche „Stärke“ in dieser Krise gegenüber den freien Märkten von freudenjauchzenden Kryptokommunisten und Etatisten lautstark postuliert wird, hat sich in dieser Pandemie als absolut unfähig und überfordert erwiesen: Ob bei der Maskenbeschaffung, bei der Impfstoffversorgung und jetzt auch noch bei den Tests. Während Jens Spahn und die von ihm gemeinsam mit Andreas Scheuer geleitete „Task Force“ vor sich hin stümpern, bewies der freie Handel eindrucksvoll seine Überlegenheit – und stellte nicht nur die prompte Versorgung mit Schnelltests in Rekordzeit sicher, sondern bot diese auch zu unschlagbar günstigen Preisen an. Düpierten linken Politikern war auch das dann wieder nicht recht: Meck-Pomms Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ewig warf den Handelsketten vor, die Tests zu „verramschen“. Typisch Sozen: Solange es die Allgemeinheit zahlt, kann es gar nicht teuer genug sein.

Im Lichte der bisherigen organisatorischen „Meisterleistungen“ unserer wirtschafts- und lebensfremden Berufspolitiker ist es nahezu vollends utopisch, dass der Staat für seine Bürger an den offiziellen Testsstationen die Menge an (dort dann ja „kostenlosen“) Schnelltests überhaupt je bereitstellen kann, die nötig sind, um die von ebendiesem Staat zur Auflage gemachten Negativnachweise zu erbringen. Muss am Ende also doch jeder seinen eigenen Selbsttest bei Aldi kaufen und mitbringen, um sich von offizieller Seite das Testergebnis bestätigen zu lassen (immer, wohlgemerkt, mit der „verlockenden“ Chance auf ein positives Resultat, womit er dann sogleich in die Mühlen der RKI-Gesundheitsamts-Coronamaschinerie gerät)? Oder werden etwa jene, für die es nicht genug Tests da waren, vorsorglich automatisch zu positiven Fällen erklärt?

Niemals umsetzbarer Bedarf an Teststationen

Außerdem ist die Frage der Logistik überhaupt noch nicht beantwortet: In den knapp 84 deutschen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern müssten mindestens 100 Testzentren gebaut werden, und pro Testzentrum müssten mindestens 10 Mitarbeiter quasi rund um die Uhr arbeiten. Hinzu kommen jedoch noch all die Unter- und Mittelzentren in Kleinstädten und Gemeinden – insgesamt weitere rund 11.000 Kommunen -, in denen dann mindestens jeweils mindestens vier bis fünf präsent sein müssten. Nicht zu vergessen eine riesige Zahl an mobilen Teststationen von THW, Rotem Kreuz oder lokalen Gesundheitsbehörde für den Einsatz auf Inseln, auf Ausflugsschiffen, in Biergärten, an Ausflugszielen, am Strand, im Gebirge – und vor allem in der Provinz. Denn sollte etwa den Einwohnern eines Dorfes mit beispielsweise 10-15 Kilometern Entfernung zur nächsten größeren Stadt der Besuch der Dorfschänke verwehrt bleiben?

All dies ergibt dann einen Bedarf von 100.000 Teststationen und – je nach Berechnung – zwischen 500.000 und 1 Million Mitarbeitern. Woher sollen all diese rekrutiert werden, wer bezahlt sie, inklusive Nachtzuschläge und Wochenendzulagen? Zu veranschlagen wären hierfür mindestens 1,5 Milliarden Euro monatliche Lohnkosten. Freilich wird es dazu nicht kommen – weil die Bundesregierung diese Mammutaufgabe, die sich aus ihren eigenen unausgegorenen Vorstellungen gleichwohl zwingend ergibt, niemals bewältigen kann. Ungleichbehandlung und Klagen gegen die Testpraxis werden die zwingende Folge sein, und bis diese entschieden sind, stehen uns heilloses Chaos, Anarchie und Frustration mit erheblichen sozialem Konfliktpotential überall dort ins Haus, wo Menschen fortan der Zutritt verwehrt bleibt.

Doch die Liste der offenen Fragen geht noch weiter: Nach wie vor ist gar nicht klar, wie der Identitätsnachweis an den künftig kontrollpflichtigen Stellen gewährleistet werden soll. Der rückständige Digitalisierungsgrad in Deutschland, wo selbst die Corona-Warn-App nur zu einer Krücke mit Stiefmütterchendasein bei der Infektionsnachverfolgung geriet, lässt Lösungen mit QR-Code und Online-Verifizierung wie Science Fiction erscheinen; zudem kommen sie für weite Teile der überalterten deutschen Bevölkerung nicht in Frage. Vor allem für all jene nicht, die gar kein Smartphone besitzen.

Unausgegorene Kontrollen und ungeklärte Fragen

Alles läuft daher auf einen bürokratischen Alptraum hinaus: etwa auf schriftliche Testbescheinigungen respektive ärztlich oder von Teststationen amtlich bescheinigten Testzertifikate, so wie sie derzeit schon bei der Einreise aus anderen Ländern und Risikogebieten an den Grenzen verlangt werden; hier dann allerdings -zig millionenfach. Dumm nur, dass diese – ebenso wie simple vorzuzeigende Screenshots oder deren Ausdrucke – leicht manipulierbar sind und beliebig „getauscht“ werden können. Bereits jetzt kursieren im Internet massenhaft Angebote für negative Testbestätigungen. Von Fälschungssicherheit kann hier keine Rede sein. Und selbst wenn die vorgezeigten Tests echt sind: Wie wird der Zeitstempel verifiziert und wer garantiert, dass es sich nicht um „Mehrfachverwendungen“ ein und desselben Tests handelt?

Sowenig wie Wirte, Verkäufer, Kartenabreißer im Kino oder Fitnesstrainer Zeit, Muße und Kompetenz haben, Schnelltests vor Ort bei ihren Kunden durchzuführen (weshalb die Idee des jederzeitigen „Freitestens“ an Ort und Stelle schnell wieder verworfen war!), so wenig sind die Betriebe zur Aufbietung der personellen Ressourcen in der Lage, den Schnelltest eines jedes einzelnen Kunden oder Gastes im Rahmen einer validen Identitätskontrolle abzugleichen. Auch hier droht das nackte Chaos – gerade in Verbindung mit Humbug namens „Click & Meet“ bei den Einzelhändlern, aber auch überall sonst, wo Termine gebucht und geplant werden.

Und dann stellt sich auch noch das zusätzliche Problem der Aktualität: Das Testergebnis muss ja vom selben Tag sein. Was passiert etwa, wenn ich einen Termin (Konzert, Einkauf, Gastrobesuch…) für in drei Tagen „buche“, oder oder einen Urlaub in drei Wochen – ich aber dann kurz vor dem Termin bzw. vor Reiseantritt plötzlich positiv getestet werde? Kann ich problemlos stornieren? Wenn nicht, bekomme ich dann etwaige Anzahlungen zurück? Wer trägt die Schäden – der Kunde oder der Veranstalter? Bei Terminbuchungen im Handel, wo ja nur begrenzte Terminfenster verfügbar sind und jede kurzfristige Absage mit Umsatzeinbrüchen einhergeht, existiert für solche Fällen ja keine „Umsatzausfallversicherung“ (analog der Reiserücktrittversicherung). Und ein Modegeschäft, das 30 Termine am Tag vergibt, von denen die Hälfte kurzfristig abspringt, kann dann definitiv gleich wieder dicht machen.

Wegen all dieser Ungereimheiten, Widersinnigkeiten und völlig unausgereiften, undurchdachten Komplikationen ist das Öffnungskonzept, das sich die Créme der politischen Spitzen-Inkompetenz in Merkels Bund-Länder-Runden da zusammengesponnen hat, im Prinzip schon jetzt zum Scheitern verdammt. Konsequenz: Entweder werden die Bestimmungen schlichtweg nicht eingehalten – oder es muss früher oder später alles wieder schließen. Vermutlich ist genau Letzteres das Ziel – denn nur so ließe sich dem erratischen Handeln der Regierung irgendeine Zweckrationalität beimessen, und nur unter dieser Annahme ergeben all die monströsen Nonsensregulationen irgendeinen Sinn: Dass der testgestützte „Stufen-Öffnungsplan“ nämlich sowieso nicht funktionieren kann und planmäßig alles in Scherben geht.

Schnelltests sorgen für Inzidenzexplosion – auch bei PCR-Nachtests

Die einzige alternative Erklärung für das das mehr als schlampige und umambitionierte Vorgehen der Bundesregierung rund ums Thema Schnelltests und Öffnungen wäre schlichtweg geballtes Unvermögen. Vielleicht ist tatsächlich das des Rätsels Lösung: Gemäß der philosophischen Weisheit „Hanlon’s Razor“ sollte man bekanntlich nichts mit Bösartigkeit begründen, was sich nicht ebensogut mit Dummheit erklären lässt.

Doch geben wir uns für einen Moment der Illusion hin, aus irgendwelchen Gründen würde alles wie am Schnürchen klappen. Jeder Deutsche erhielte an jedem Tag, wann immer er will, sofort auf erstes Verlangen hin seinen kostenlosen Test-Persilschein, und auch die Verfügbarkeit der 200 Millionen Tests pro Woche wären kein Problem: Selbst wenn man dann vom optimistischen niedrigsten Wert einer nur 1-prozentigen Fehlerquote falsch-positiver Resultate ausgeht (tatsächlich dürfte er deutlich höher liegen), dann wären dies pro Woche zwei Millionen Fälle, die dann allesamt per PCR-Verfahren nachgetestet werden müssten – was 8,5 Millionen zusätzliche PCR-Tests pro Monat und damit eine annähernde Versechsfachung der gegenwärtigen Testmengen bedeutet.

Weil nun aber die PCR-Tests ihrerseits eine gewisse Fehlerquote aufweisen, und in Deutschland weiterhin und unverändert positive PCR-Ergebnisse auch bei abnorm hohen Ct-Werten (Testzyklen) von 35 oder mehr als „Neuinfektionen“ gewertet werden – und dies, obwohl selbst die Weltgesundheitsorganisation positive PCR-Tests von Ct-Werten über 30 als nicht aussagekräftig einstuft -, dann ergäbe sich bei einer extrem niedrig angesetzten PCR-Fehlerquote von wiederum 1 Prozent in der Summe eine massive Zunahme der Inzidenzwerte, die den 7-Tages-Schnitt jedenfalls soweit nach oben jagt, dass alle „Lockerungen“ sowieso gleich wieder zurückgenommen werden. Auch hier bliebe dann eigentlich nur das Resümee, dass es einer Regierung, die so etwas toleriert und fördert, genau darum geht: Die Inzidenzzahlen hoch- und den Lockdown aufrecht zu erhalten Zumindest bis zu den Wahlen im September. (DM)

 

Jouwatch im Selbstversuch: Der Aldi-Schnelltest

Das geöffnete Test-Kit…

 

…mit dem zugehörigen Teststreifen und dem steril verpackten Wattestäbchen

 

Zuerst wird der Abstrich genommen…

 

…und anschließend in der Testflüssigkeit verteilt

 

Anschließend werden Tropfen der Testflüssigkeit auf den Teststreifen aufgetragen…

 

…und anschließend wird 15 Minuten abgewartet. Das Ergebnis hier: Negativ.