Im Maghreb droht die nächste „Migrationsbombe“: Millionen junge Männer machen sich „fluchtbereit“

Flüchtlinge mit Reiseziel Deutschland (Foto:Von AlejandroCarnicero/shutterstock)

Das vorsätzliche Verschließen der Augen vor den Herausforderungen der Zukunft, vor realen demographischen Gefahren und sozialen Verwerfungen, die Europa wegen riesiger Massenmigration aus angrenzenden Kontinenten drohen, wird dereinst von Historikern als unverzeihlichster Fehler, als gravierendstes Versäumnis der Staatenlenker gewichtet werden – spätestens wenn es um die Frage geht, wie sich hochzivilisierte Staaten ohne jede Notwendigkeit selbst zerstören konnten.

Zeitbomben ticken überall um uns herum – doch die Politik ignoriert sie nicht nur vorsätzlich, sondern tut indirekt sogar alles dafür, ihre Entschärfung zu verhindern. Eine solche befindet sich in den Maghreb-Staaten: Dort harren etliche Millionen junge Männer einer Gelegenheit nach Europa, die in ihren Ländern keine Zukunft mehr sehen. Es ist gewissermaßen die „westarabische“ Entsprechung zu den syrischen und irakischen Flüchtlingsmassen, die in der Türkei, in Nahost und auf den griechischen Inseln auf ihre Weiterreise hoffen.

In Marokko, Algerien und Tunesien ist die Lage gerade für Jugendliche hoffnungslos, und die Corona-Pandemie hat die Lage zusätzlich verschärft. Das Fass ist am Überlaufen – und mit dem näherrückendem Frühling, milderen Temperaturen und bis dahin auch sicher wieder verstärkter Präsenz der humanitären „Seenotrettungs-Shuttleschiffe“ im Mittelmeer wird sich der Stau schlagartig entladen. Schon in wenigen Wochen, schreibt die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ), wird mit einer starken Migrationswelle aus Nordafrika zu rechnen sein.

Nach Corona gelten andere Kriterien

Vor allem im im vergleichsweise kleinen Tunesien ist der Migrationsdruck mittlerweile enorm; rund eine Million Menschen sind dort arbeitslos – plus, so die NZZ, Hunderttausende, die „in der Schattenwirtschaft oder zu prekären Bedingungen in der Landwirtschaft oder als Tagelöhner“ tätig sind. In den Nachbarländern Algerien und Marokko ist die Lage tendenziell zwar etwas entspannter, doch auch dort drängt es immer mehr junge Männer ins Ausland – auch Minderjährige, die dann als „Ankerpersonen“ zwecks späterem Familiennachzug versuchen voranzugehen und hier als UMAs („unbegleitete minderjährige Asylbewerber“) zu oft fragwürdiger Bekanntheit gelangen.

Da die Lage, anders als zuletzt 2019, infolge der epochalen Pandemieschäden eine fundamental andere sein wird, dürften die einstigen Argumente der Gutmenschen und Willkommensbegeisterten – von „wir schaffen das“ bis „wir haben genug“ bzw. „wir haben Platz“ – keinen Tag länger Gültigkeit haben. Wir sind selbst pleite, und jede weitere Einwanderung in die Sozialsysteme hat das Potential, den sozialen Frieden endgültig zu zerstören. Deshalb braucht es nun dringend eine Doppelstrategie: Bildungs- und Infrastrukturhilfen für die Länder – bei gleichzeitiger strikter Null-Toleranz-Linie gegenüber jedweder Zuwanderung aus diesen Ländern.

Und: Die EU-Grenzschutzorganisation Frontex muss endlich mit weitergehenden Vollmachten und einem deutlich robusteren Mandat ausgestattet werden – sonst wird das alte Europa, das derzeit von drei Seiten durch Flüchtlingsströme in die Zange genommen wird (Ägäis/Balkan, zentrales Mittelmeer, Kanaren), unter dem Ansturm kollabieren. (DM)