Impfen, bis der nächste Lockdown kommt

Foto: Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer (über dts Nachrichtenagentur)

Wenn es stimmt, dass Geimpfte irgendwelche Kleinteile des Coronavirus mit sich herumschleppen und dadurch dieser verfluchte Inzidenzwert steigt und steigt, werden wir wohl aus diesem Lockdown-Albtraum niemals erwachen.

Hier wieder die neuesten Meldungen aus der Coronahölle:

RKI meldet 12674 „Corona-Neuinfektionen“ – Inzidenz steigt auf 76,1

Das wird den Einzelhandel und die Gastronomie, die so sehr auf Lockerungen gehofft hatten, mit Sicherheit „freuen“: Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Samstagmorgen vorläufig 12.674 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 33 Prozent oder 3.117 Fälle mehr als am Samstagmorgen vor einer Woche. Die Inzidenz stieg laut RKI-Angaben von gestern 72,4 auf heute 76,1 neue Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage.

Politisch ist jetzt wieder ein Inzidenzwert von 50 festgelegt, unterhalb dessen weitreichende Lockerungen der Corona-Maßnahmen winken. Insgesamt geht das Institut laut der vorläufigen Zahlen derzeit von rund 132.600 aktiven Corona-Fällen mit Nachweis aus, das sind etwa 11.700 mehr als vor einer Woche. Außerdem meldete das RKI nun 239 Tote binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Virus.

Innerhalb der letzten sieben Tage waren es 1.497 Todesfälle, entsprechend durchschnittlich 214 Todesfällen pro Tag (Vortag: 223). Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle binnen 24 Stunden auf 73.301. Insgesamt wurden bislang 2,56 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet. Da es sich für den heutigen Tag um vorläufige Zahlen handelt, könnten diese später noch vom RKI korrigiert werden.

Impfstoffbeauftragter will massiven Ausbau der Produktion

Der Impfstoffbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Krupp, fordert einen massiven Ausbau der deutschen und europäischen Impfstoffproduktion. „Im Pandemiefall sollten die Europäer in der Lage sein, einen neuen Wirkstoff in einem Vierteljahr für die gesamte europäische Bevölkerung zu herzustellen“, sagte Krupp den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). „Das wären 500 Millionen Impfdosen. Dazu sollte Deutschland einen kraftvollen Beitrag leisten.“ Von 2022 an solle „eine sichere Versorgung Deutschlands über eigene Produktionskapazitäten gewährleistet“ sein, so Krupp. Die Taskforce der Bundesregierung werde dazu bis Mai ein Konzept erstellen.

Im Vordergrund stünden neuartige Technologien wie mRNA. Dabei baue er besonders auf die deutschen Impfstoffhersteller Biontech und Curevac. „Aber auch Johnson & Johnson und Astrazeneca wollen in Deutschland produzieren“, berichtete Krupp. Man brauche ein Netzwerk von Unternehmen, die die verschiedenen Produktionsschritte machen.

Dabei gehe es um die gesamte Wertschöpfungskette. Es gehe ihm um eine staatlich abgesicherte Impfstoffproduktion, fügte Krupp hinzu. „Es kann dabei zum Beispiel um eine Risikoabsicherung für Unternehmen gehen.“

Für konkrete Zahlen sei es aber noch zu früh. Aber es werde deutlich weniger Geld sein, als Deutschland derzeit für Impfstoffe ausgebe.

Ärztegewerkschaft drängt zu höherem Tempo in den Impfzentren

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert ein höheres Tempo in den Impfzentren: „Die Impfzentren der Länder müssen endlich besser aufgestellt werden“, sagte die Vorsitzende, Susanne Johna, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). Es müsse unbedingt verhindert werden, dass durch ausgefallene Termine Impfstoff vorübergehend auf Halde liege oder gar verworfen werde. „Alles, was an einem Tag verimpft werden kann, muss jetzt schnell an die Leute.“

Nötig seien dazu „flexible und pragmatische Lösungen, um das Tempo beim Impfen weiter zu erhöhen“. Gerade angesichts der dritten Welle komme es buchstäblich auf jeden Tag an, so Johna. Konkret schlug sie vor, mit Hilfe von Nachrückerlisten und lokalen Hotlines übrig gebliebenen Impfstoff noch am selben Tag zu verimpfen: „Nachrücker müssten die aktuelle Impfpriorität oder die nächste aufweisen, möglichst schnell ins Impfzentrum kommen können und einverstanden sein, dass ihre Telefonnummer dem Impfzentrum bekannt ist.“

Dazu müsse es in jedem Impfzentrum eine Art Disponenten geben, der die Nachrückerlisten führe und die Impfkandidaten anrufe, sobald ein Termin freigeworden sei. Zudem müsse es eine Nachrücker-Hotline in jedem Impfzentrum geben, bei der sich jeden Tag für kurze Zeit Interessenten melden könnten. Am kommenden Mittwoch wollen Bund und Länder abschließend über den Start der Impfungen in Arztpraxen entscheiden.

Die lokalen Impfzentren sollen jedoch zunächst weiter betrieben werden. Sie sollen im April nach einem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz wöchentlich mit 2,25 Millionen Impfdosen beliefert werden.

Alle Unionsabgeordnete unterzeichnen „Ehrenerklärung“

Die von Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt geforderte „Ehrenerklärung“ haben alle Unions-Abgeordnete im Bundestag unterzeichnet. Es sei „ein wichtiger Schritt“, sagte Unionsfraktionsvize Gitta Connemann am Freitagabend dem Nachrichtensender n-tv. Die Frist für die Erklärung war am Freitag um 18 Uhr abgelaufen.

Die Erklärung müsse beinhalten, dass in den Jahren 2020 und 2021 keine finanziellen Vorteile „direkt oder über Gesellschaften“, „aus dem Kauf oder Verkauf von Medizinprodukten wie etwa Schutzausstattung, Test- und Impfbedarf, aus dem Vermitteln von Kontakten, aus der Weiterleitung von Angeboten oder Anfragen oder aus der Unterstützung oder Beratung Dritter bei solchen Tätigkeiten“ sowie „im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie“ erzielt wurden oder werden, hatten Dobrindt und Brinkhaus verlangt.

Bericht: Große Unterschiede bei Impfstoff-Verteilung auf EU-Staaten

Der von der Europäischen Union beschaffte Corona-Impfstoff wird offenbar nicht gleichmäßig auf die EU-Mitgliedstaaten verteilt. So könnte Deutschland in den nächsten Monaten deutlich schlechter dastehen als etwa die Nachbarländer Niederlande und Dänemark, obwohl eigentlich alle EU-Staaten entsprechend der Bevölkerungszahl beliefert werden sollten, berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben) unter Berufung auf Angaben aus EU-Kreisen. Nach den Daten, auf die sich die Funke-Zeitungen berufen, wird Deutschland nach aktuellem Stand bis Ende Juni insgesamt 94 Millionen Impfdosen der vier Hersteller Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson erwarten können (gerechnet seit Beginn der Impfkampagne), was 1,13 Impfdosen pro Einwohner entspricht.

Dänemark käme bei erwarteten 8,1 Millionen Impfdosen dagegen auf einen Anteil von 1,39 Dosen pro Einwohner – der Anteil läge also um knapp ein Viertel höher, entsprechend schneller wäre die Bevölkerung in Dänemark durchgeimpft. Die Niederlande könnten nach diesen Angaben 20 Millionen Dosen erwarten, was einem Anteil von 1,15 Impfdosen pro Einwohner entspricht. Sehr gut schneidet demnach zum Beispiel auch Malta ab, während Länder wie Kroatien oder Bulgarien vergleichsweise sehr schlecht dastehen – bis Ende Juni würde Bulgarien 4,1 Millionen Dosen erhalten, was einem Anteil von nur 0,59 Impfdosen pro Einwohner entspräche.

Kroatien käme mit 2,7 Millionen Dosen auf eine Quote von 0,67 Impfdosen pro Einwohner. Beide Länder hätten also Ende Juni nur halb so große Impffortschritte erzielt wie Dänemark. Dabei hatten die EU-Regierungschefs mehrfach vereinbart, dass die von der EU beschafften Impfstoffe nach Bevölkerungsanteil auf die Mitgliedstaaten geliefert wird.

Die EU-Kommission wollte sich auf Anfrage der Funke-Zeitungen nicht zu den neuen Zahlen äußern. Die genauen Liefermengen seien Angelegenheit der jeweiligen Mitgliedstaaten, sagte ein Sprecher. Es sei jedoch immer möglich, dass sich Mitgliedstaaten darauf verständigten, von dem Verteilungsschlüssel nach Bevölkerungszahl abzuweichen.

Sie könnten entscheiden, ob sie abweichend von ihrem Anteil mehr oder weniger von einem bestimmten Impfstoff bestellten. Die Zahlen dürften eine Debatte befeuern, die Österreichs Kanzler Sebastian Kurz am Freitag begonnen hatte. Kurz hatte eine Ungleichverteilung von Corona-Impfstoffen unter den EU-Mitgliedstaaten angeprangert und gesagt, es gebe möglicherweise Nebenabsprachen zwischen einzelnen Mitgliedst

TUI mahnt Urlauber zu verantwortungsvollem Verhalten auf Mallorca

Europas größter Reiseveranstalter TUI hat die Lockerung der Reisebeschränkungen für Mallorca und andere beliebte Ziele begrüßt und Urlauber zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der wiedergewonnen Reisefreiheit gemahnt. „Wir freuen uns, dass wir wieder Reisen zum beliebtesten Urlaubsziel der Deutschen anbieten können“, sagte TUI-Deutschlandchef Marek Andryszak den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). Aufgrund der Reisewarnung sei die Nachfrage nach Urlaubsreisen bisher zurückhaltend gewesen.

„Mit der gefallenen Reisewarnung entfällt jetzt der größte Unsicherheitsfaktor“, sagte er. Der Reiseanbieter will nun den Saisonstart auf den 21. März vorziehen und zusätzliche Flüge einplanen. „Für die folgenden Wochen werden wir – abhängig von der Nachfrageentwicklung – weitere Kapazitäten anbieten“, sagte der TUI-Manager.

Gleichzeitig mahnte Andryszak Reisende zu verantwortungsvollem Verhalten in den Urlaubsgebieten. „Wir empfehlen unseren Gästen, sich auf Mallorca ruhig zu verhalten und die neu gewonnenen Freiheiten zu respektieren. Damit sorgen sie dafür, dass die Freiheiten bestehen bleiben“, sagte er den Funke-Zeitungen: „Von Feiern und größeren Menschenansammlungen sollen sie sich fern halten.“

Urlauber müssen in Spanien weiterhin einen negativen PCR-Test vorlegen. Andryszak sprach sich für eine Beibehaltung der Test-Pflicht aus. „Das gibt den Reisenden Sicherheit und wir können belegen, dass der Pauschalurlaub kein Infektionstreiber ist.“

Dies könne aber auch mit Antigen-Tests geschehen. (Mit Material von dts)