Schenkt uns Corona neue Flüchtlinge?

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Das Schicksal der Deutschen scheint besiegelt zu sein, denn auch in Zukunft geht es in diesem Land wohl nur noch darum, so viele Erdenbewohner wie möglich zu beherbergen und zu bewirten. Ob Krieg, Klima und jetzt Corona – einen Grund wird es wohl immer geben, warum Menschen sich von einem Ort zum andern bewegen wollen, oder dazu getrieben werden. Und Deutschland ist als Reiseziel eben ganz besonders beliebt, weil hier eben Kräfte walten, die jeden Flüchtling als Bereicherung hochjazzen:

Der Leiter des Regionalbüros für den Nahen Osten und Nordafrika des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Andreas Kirchhof, sieht die Lage der syrischen Flüchtlinge zehn Jahre nach Beginn des Krieges noch einmal deutlich verschlechtert. „Die Lage ist dramatisch“, sagte Kirchhof, der in der jordanischen Hauptstadt Amman sitzt, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Samstagausgaben). Es sei ja schon seit Jahren „die größte Flüchtlingskrise der Welt“.

Aber im letzten Jahr habe man noch mal eine ganz neue Entwicklung gesehen. „Die Armut hat sich verschärft, seit Covid-19 kam. Im Libanon leben jetzt neun von zehn Syrern in extremer Armut.“

Die Flüchtlinge hätten immer weniger zu essen, könnten die Miete nicht mehr zahlen. „Kinderarbeit nimmt zu. Vor ein paar Wochen fegte ein Schneesturm über den Libanon und Jordanien, während die Menschen nichts zum Heizen hatten.“

Der UNHCR habe seit 2020 zwar ein neues Notfallprogramm aufgelegt, um mehr Bedürftigen mit kleinen Geldbeträgen über die Runden zu helfen. Das ändere aber nichts an der grundsätzlichen Situation. Zudem herrsche in Syrien selbst eine humanitäre Krise.

„Über 13 Millionen Menschen benötigen inzwischen Hilfe.“ Der UNHCR-Vertreter sagte weiter, Deutschland und andere europäische Länder könnten angesichts dessen „unmittelbare humanitäre Hilfe für Familien“ leisten, „die in der jetzigen wirtschaftlichen Krise keine Hoffnung mehr sehen“. Außerdem könnten sie den Hauptaufnahmeländern unter die Arme greifen. „Ende März findet eine internationale Geberkonferenz statt, und wir hoffen auf Solidarität mit den Nachbarländern, die 80 Prozent aller Syrer weltweit aufgenommen haben“, sagte Kirchhof dem RND. Syriens Nachbarländer Jordanien, Libanon und Türkei haben bei weitem am meisten Flüchtlinge aufgenommen.

Wer sich das Elend in diesen Flüchtlingslagern anschaut, weiß, dass das so nicht bleiben kann und das es nur einen Notausgang gibt – und der führt unweigerlich nach Norden. (Mit Material von dts)