Beleidigte Leberwurst Lauterbach: Erst Morddrohungen, jetzt „Wissenschaftsfeindlichkeit“

Foto: Karl Lauterbach (über dts Nachrichtenagentur)

Wer in dieser Pandemie keine Gelegenheit auslässt, sich jeden Abend in Talkshowsessels zu fläzen und eine Fürchtemacherei zu betreiben, indem er Worst-Case-Szenarien beschwört, der braucht sich nicht zu wundern, dass er zur Reizfigur wird. Vor allem dann nicht, wenn seine Prognosen a) grundsätzlich falsch sind bzgl. nie eintreten und b) nichts mit dem zu tun haben, was die Deutschen tagtäglich von Corona real mitbekommen und fühlen. Karl Lauterbach ficht dies nicht an.

Der SPD-Gesundheitsexperte vollzieht seit einigen Wochen einen Rollenwechsel – vom Oberlehrer hin zum Märtyrer und Opfer, dem alle Welt Unrecht tut. Zuerst war es seine selbstgefällige Nabelschau, als er über Hassattacken und anonyme Drohungen bis hin zu Mordankündigungen im Netz heulte. Jetzt hat Lauterbach eine neue Opferrolle entdeckt: die des nicht ernstbenommenen Wissenschaftlers. Überhaupt, so der mediale Panikpriester in einem „Spiegel“-Podcast, herrsche eine „zunehmende Wissenschaftsfeindlichkeit“ vor. Es gäbe eine  „Strategie, Wissenschaftler aus dem politischen Diskurs herauszudrängen durch Drohungen, dass das Schule machen wird.

Das sagt eine pathologische Labertasche, die praktisch jeden Abend auf einem anderen Sender immer neue Horrorgeschichten und Prophezeihungen vom Stapel lassen darf und sich dabei mit einer wissenschaftlichen Autorität gebärdet, die ihm gar nicht zusteht. Lauterbach ist die längste Zeit seines Lebens Berufspolitiker – und außer dass er ständig irgendwelche Studien liest und daraus seine pessimistisch-apokalyptischen Schlüsse zieht, ist seine fachliche Kompetenz zum Thema bestenfalls mittelmäßig. Es gibt in diesem Land so viele Virologen, und Wissenschaftler, die dort sitzen könnten, wo Lauterbach jeden Abend seine Gebiss-Trümmerwüste in die Kamera hält; diese hätten wahrlich mehr Anlass, über „Wissenschaftsfeindlichkeit“ zu klagen als er. Zumal Andersdenke, kritische Wissenschaftler nicht einmal zu einem Tausendstel der Medienpräsenz eines Karl Lauterbach öffentlich zu Wort kommen.

Ein Berufspolitiker spielt sich zum Experten auf

Dass immer weniger Menschen noch irgendeinen Nerv für Lauterbach haben und er für sie zunehmend zum buchstäblich „roten“ Tuch wird, liegt auch an Forderungen wie der von gestern: Da sprach er sich, kaum dass die ersten zaghaften Öffnungen unter extrem eingeschränkten Bedingungen überhaupt wieder angelaufen waren, für eine „sofortige Rückkehr in den Lockdown“ aus: Man müsse jetzt „bundesweit die Notbremse ziehen“, so Lauterbach dem Nachrichtenportal T-Online. „Es nützt nichts, jetzt zu warten, bis die Inzidenz überall über 100 liegt.“ Denn das „exponentielle Wachstum“ sei zurück und man wisse, dass die Zahlen „weiter steigen werden„.

Welch ein Irrsinn: Abgesehen davon, dass von einem exponentiellen Wachstum keine Rede sein kann: Bewusst unterschlägt der Professor wider besseres Wissen, dass sich die „Inzidenzen“ mittlerweile weniger denn je zur Abbildung einer realen angeblichen Gesundheitsgefahr eignen – weil die größtenteils symptomlosen Positivtests keinen Krankheitswert beschreiben und die Zahl schwerer Verläufe, Intensivbelegungen und Todesfälle weiter rückläufig ist. Lauterbachs Gerede von den „tausenden Toten“ durch dritte Welle, durch ausgesetzte Impfungen, durch Lockdowns erfüllen offenkundig einmal mehr den Tatbestand der Volksverhetzung durch Angst. Auf seine täglichen Kassandrarufe zu verzichten bedeutet das Gegenteil von „Wissenschaftsfeindlichkeit“.