Als Steigerung des Lockdowns bleibt nur noch der Tod

Lockdown-Deutschland (Foto:Imago)

Die Vöglein schweigen im Walde, warte nur balde ruhest auch Du:“ Den Corona-Besessenen und Paniktröten der Republik ist ein nochmaliges Upgrade ihrer bisherigen Alarmmechanismen gelungen. Jetzt fordern sie erstmals schon die Rückkehr in einen Lockdown, der gar nicht beendet worden war – so, als wollte man ein bereits zum Stillstand gekommenes Fahrzeug zusätzlich ausbremsen. Lauterbach, Söder, Drosten und die vielen anderen fürchten im Fall jeglicher Öffnungen um den für sie traumhaften Dauerzustand eines zu Tode erstarrten Landes, in dem das Volk bang und verschüchtert an ihren Lippen hängt und den unfehlbaren Krisenschamanen bedingungslos folgt. Deshalb: Bloß keine Veränderung!

Die Gehirnwäsche der Deutschen ist zu solcher Vollendung gebracht worden, dass sie – glaubt man Blitzumfragen der Mainstreammedien und der üblichen Verdächtigen unter den journalistischen „Zeugen Coronas“ – inzwischen sogar den in Ungnade gefallenen Jens Spahn durch Karl Lauterbach ersetzt sähen. Sollte dies wirklich zutreffen, dann ist diesem Volk wahrlich nicht mehr zu helfen. „Man kann es drehen und wenden wie man will: Wir müssen zurück in den Lockdown„, wurde Lauterbach gestern zitiert – und statt zu sinnieren, ob Lauterbach nicht dringend zurück auf die Couch oder die nächste politische Gummizelle gehört, werden solche Statements unkritisch geteilt, als handele es sich bei dieser Forderung um den Konsens der geballten virologischen und epidemiologischen Kompetenz – und nicht um die Manie eines verhaltensauffälligen Privatgelehrten, der seit Jahrzehnten gar nicht mehr als Mediziner, sondern ausschließlich als Berufspolitiker tätig ist.

Zurück in den Lockdown“ lautet einer von Lauterbachs Evergreens, mit denen er sich vergangenen Sommer 19 Wochen in Folge an der Spitze der deutschen Panikcharts behaupten konnte (als übrigens die Inzidenzen, grippewellentypisch, im Keller waren) und uns dauerberieselte – nur gelegentlich unterbrochen von neueren Hits zu Schnelltests oder Impfkampagnen. Diese Platte hat längst einen Sprung – doch die DJ’s der Abendunterhaltung – Plasberg, Illner, Lanz, Maischberger – können wie Zwangsneurotiker nicht davon lassen, sie wieder und wieder aufzulegen: Praktisch kein Abend ohne Lauterbach im deutschen Fernsehen. „Der perfekte Lockdown„, schreibt der genialische Blogger ArgoNerd auf Twitter“, „ist der, in dem Karl Lauterbach als einziger von Talkshow zu Talkshow durch das verödete Land reist, um allen anderen zu erklären, warum sie gefälligst zu Hause bleiben sollten.“ Auch andere haben den Galgenhumor nicht verlernt:

(Screenshot:Twitter)

Eigentlich ist dieses Thema mittlerweile zu ernst, um es selbst mit beinhartem Sarkasmus oder sonnigstem Gemüt erträglich machen zu können. Systematisch wird Deutschland kurz- und kleingeholzt, werden die Menschen in die Resignation und Depression getrieben, zum Aufgeben genötigt und in ihrer wirtschaftlichen Existenz auf Generationen zurück auf Null gesetzt. Wir werden ganz offensichtlich von Geisteskranken regiert – bzw. haben diese die Worthoheit im Äther. Zwar ist das Land unverändert seit nunmehr fünf Monaten lahmgelegt – infolge für Privatreisen geschlossener Hotels, dichtgemachter Restaurants und Fitnessstudios, unvermindert geltender Kontaktbeschränkungen und verunmöglichter Veranstaltungen -, doch es wird getan, als sei man bereits voreilig zur Libertinage von einst zurückgekehrt, bloß weil die Regierung einen absurden 5-Stufen-„Öffnungsplan“ auf den Weg gebracht hat.

Doch noch ehe dieser überhaupt greift, soll auch schon alles wieder beim Alten bleiben. Am Montag wird Merkels Lockdown-Kränzchen die dann sechste Verlängerungsrunde beschließen; Lauterbachs Forderungen und auch Söders Gefasel von der dritten Welle , die zur „Dauerwelle“ wird, sind hier als Ouvertüre zu verstehen (Effekte der Impfungen werden hier anscheinend schon gar nicht mehr berücksichtigt; vermutlich weil sie für den Fortbestand der Pandemie irrelevant sind?). Selbst die Einzelhandelsgeschäfte, die nur nach Terminvorgabe und unter extremsten Hygienevorschriften betretbar sind, sollen wegen künstlich hochgetesteter Inzidenzwerte wieder schließen.

Öffnen, testen, zurück in den Lockdown

Die Test-Falle schlug vor allem in den Schulen und Kitas zu: Seit deren Wiedereröffnung und ständiger Durchtestung der Kinder gingen – welch Wunder – die Positivzahlen nach oben, was uns prompt als „bedrohlicher Anstieg“ im Rahmen der „mutationsbedingten dritten Welle“ verkauft wird – und Lauterbach den Vorwand gibt, die Kinder wieder ins Homeschooling zurückzuschicken. Der Schwachsinn ist endlich zur Vollendung getrieben worden: Was immer öffnen darf, testet sich gleich selbst wieder in die Schließung zurück.

Wäre Corona ein einziger großer Intelligenztest, wären die Deutschen Anwärter, endlich wieder einmal eine Spitzenposition zu erklimmen. Denn vielen ist es wohl noch nicht klar: Selbst wenn man weiterhin den riesigen Schwindel aufrechterhält, Inzidenzwerte der angeblich „Neuinfizierten“ (in Wahrheit überwiegend kerngesunder, symptomfreier Menschen und ohne jeglichen Bezug zum harmlosen realen Krankheits- bzw. Sterbegeschehen) zum alleinigen Gradmesser der Pandemie zu machen – viel mehr an Verschärfungen geht nicht mehr. Man kann vielleicht nochmal Ausgangssperren verhängen, sogar – wie im Landkreis Schwäbisch Hall – rund um die Uhr. Man kann die bürgerlichen Freiheiten weiter einengen, die Deutschen in den Schrank sperren oder zuhause einmauern. Aber irgendwann ist Ende der Fahnenstange; dann bleibt nur noch der sichere Tod. Der wäre für Karl Lauterbach vermutlich immer noch das kleinere Übel gegenüber Öffnungen und Freiheit. (DM)