Migranten-Straßenkämpfe jetzt auch in französischen Kleinstädten: Autos brennen, Supermarkt geplündert

(Symbolfoto: Durch Roman Mikhailiuk/Shutterstock)

Der kleinste Anlass reicht mittlerweile in Frankreich aus, um gewaltbereite junge Männer – meist afrikanischer und arabischer Herkunft – auf die Straße zu treiben. Diesmal war es ein Autofahrer, der sich einer Polizeikontrolle entzog, eine Verfolgungsjagd auslöste und offenbar kurz darauf in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt war. Wenige Stunden später brannten Autos, ein Aldi Supermarkt wurde geplündert und in Brand gesetzt. Bürgerkriegsähnliche Szenen, die in unserem Nachbarland in den großen Städten nicht mehr ungewöhnlich sind und sich jetzt auch in bisher friedlichen Kleinstädten abspielen.

Bilder wie diese sind in Frankreich üblich geworden, jedoch nicht in kleineren Städten. In der Nacht vom 16. März auf den 17. März zeigten rund 150 gewalttätige Randalierer in der an der Loire gelegenen Kleinstadt Blois, was sie so drauf haben. Wenige Stunden nach einem schweren Unfall mit drei Fahrzeugen und vier Verletzten, zwei von ihnen schwer, brannten nicht nur Fahrzeuge und ein Aldi-Markt. Auch Polizisten sollen laut einem Journalisten vor Ort gezielt als „Vergeltungsmaßnahme“ angegriffen worden sein. Ein „aufgebrachter Bürger“ soll versucht haben, mit einem Lieferwagen gezielt in eine Gruppe von Beamten zu fahren.

Die Polizei forderte laut Free West Media Verstärkung aus Tours, Orléans und Le Mans an. Auch ein Polizeihubschrauber sowie eine Anti-Terroreinheit aus Paris sei in der Nacht im Einsatz gewesen, heißt es.

In sozialen Netzwerken beschrieben Augenzeugen die Situation mit den Worten „Krieg“ oder eines „Dschungels“. Einige gingen sogar so weit, das Geschehen mit dem Videospiel GTA zu vergleichen, in dem Schläger der Polizei trotzen und zahlreiche Straftaten begehen. Die Einwohner des Bezirks klagten auch über Einbrüche und Plünderungen.

Der neue Aldi-Laden hatte erst vor wenigen Tagen eröffnet. In der Nacht sei er durch afrikanische und arabische Jugendliche geplündert und angezündet worden.

Die straßenkriegsähnlichen Szenen im migrantischen Norden der rund 46.000 Einwohner zählenden historischen Stadt, sei von Explosionen und Schreien begleitet worden, so Free West Media.

Während einer Pressekonferenz am Mittwochmittag in Blois erläuterten zwei Staatsanwälte das Geschehen: „Alles begann am Dienstagabend um 18.30 Uhr, als ein Auto offenbar zu schnell fuhr. Der Fahrer entzog sich der Polizei, die ihn stoppen wollte. „Auf den Straßen fand eine Verfolgungsjagd statt, bei der der Fahrer viele Risiken einging.“ Die Polizei beschloss schließlich, die Verfolgung einzustellen, doch einige Meter später beim Ignorieren einer roten Ampel, kollidierte das Fahrzeug mit einem anderen Auto und landete auf dem Dach.

Der Fahrer konnte fliehen, seine Mitinsassen, ein 18- und ein 15-Jähriger blieben verletzt zurück und wurden in die Notaufnahme des Krankenhauses eingeliefert. Der 15-Jährige soll lebensgefährliche Verletzungen davon getragen haben und inzwischen verstorben sein. Beide Personen seien der Polizei und der Justiz wegen verschiedener Straftaten bekannt.

Dieser Unfall löste den gewalttätigen Aufstand aus. Der schwerste Vorfall ereignete sich gegen 23 Uhr, als ein gestohlener Lieferwagen versuchte, Sicherheitskräfte zu rammen. Die Polizei schoss auf den Lastwagen, der erst nach 12 Schüssen stoppte.

In einer in Le Parisien veröffentlichten Untersuchung wurden inzwischen die Aussagen von Polizeibeamten zusammen getragen, die mit der ausufernden Gewalt unter jungen Menschen mit Migrationshintergrund konfrontiert sind. Viele glauben, daß die gesteigerte Aggressivität Folge der anhaltenden Corona-Krise ist.

In den letzten Wochen haben sich in ganz Frankreich die Gewaltausbrüche vervielfacht, an denen zunehmend junge afrikanische und arabische Jugendliche beteiligt sein sollen. Einige von ihnen wurden bei Exzessen in Champigny-sur-Marne oder Argenteuil getötet. „Wir beschlagnahmen viele Waffen. Einige geben vor, zu hinken und Krücken zu brauchen, die sie dann in Schlägereien verwenden “, erklärte ein Polizist in Juvisy-sur-Orge (Essonne) gegenüber Le Parisien. Besonders während der Wochenenden und Schulferien „langweilen“ sich die Jugendlichen offenbar so sehr, daß sie die Freizeit für Randale und Schlägereien nutzen.

Nach Angaben des französischen Innenministeriums fanden im Jahr 2020 375 solcher Zusammenstöße statt, gegenüber 288 im Jahr 2019. Dies entspricht einer Steigerung von fast 25 Prozent in einem Jahr, wobei die Zahlen für die ersten Monate des Jahres 2021 bereits gestiegen sind. „Mit der Ausgangssperre treffen sich einige deshalb abends, um neben Gebäuden Shisha zu rauchen. Dies führt nicht nur dazu, dass die Hygienemaßnahmen nicht beachtet werden, sondern auch zu Belästigungen “, so die Beamten.

„Diese Gewalt gab es schon vorher, aber die Covid-Krise ist ein erschwerender Faktor, und wir haben gesehen, dass ausserstädtische Gemeinden bisher relativ verschont geblieben sind“, erklärt ein Beamter. Und zusätzlich zu der Gewalt und der täglichen Unsicherheit, die diese jungen Menschen in den Städten Frankreichs verursachen, scheinen sie sich überhaupt nicht um geltende Corona-Regeln zu kümmern: „Wenn wir kommen, um mit ihnen zu sprechen, dürfen wir uns nicht mit dem Thema Maske, Abstandsregeln oder der Pandemie befassen, weil sie uns sagen, dass es der Regierung darum geht, die Bevölkerung zum Schweigen zu bringen.“ (MS)