Experte: „Deutschland hältst du im Kopf nicht aus.“

Die personifizierte Haltung - Foto: Shutterstock

Wer um 1960 herum in Deutschland zur Welt kam und an seine Kinder- und Jugendzeit zurückdenkt, blickt mit Fassungslosigkeit auf den Zustand seines Heimatlandes im Jahre 2021. Nun meldet sich ein Experte zu Wort und sagt: „Deutschland hältst du im Kopf nicht aus.“ Die Expertenexpertise.

von Max Erdinger

Der Grüne Anton Hofreiter ist mit 51 Jahren Vater geworden. Und nicht nur das. „Mensch des Tages“ wurde er auch noch. Eine Zeitung brachte die Vaterschaftsmeldung in der gleichnamigen Rubrik. Von einem „Gericht des Tages“ hat freilich noch nie jemand etwas gelesen. Auf der Speisekarte steht immer „Tagesgericht“. Tagesmensch Hofreiter? – Weit gefehlt. Ein unbekannter Spaßexperte formulierte die Meldung von Hofreiters Vaterschaft in korrekt spaßbefreites Gründeutsch um und postete die Neuformulierung bei Facebook. Die liest sich dann so: „Grünen Fraktionschef/in Anton Hofreiter ist ein Elter 2 geworden. „Der gebärende Mensch, auch Elter 1 genannt, und das Kind sind wohlauf. Sein/e Partner*in und gebärende Menschin mit Menstruationshintergrund und er freuen sich sehr über ihr Kind mit maskulinen Geschlechtsmerkmalen“, sagte ein/e Fraktionssprecher*in mit maskulinenen Geschlechtsmerkmalen am Montag in Berlin. (…) Der/die Sprecher*in kündigte eine kurze Auszeit der politikschaffenden Person an.

Satire ist immer dann besonders gut, wenn sie von der Realität kaum noch zu unterscheiden ist. In Deutschland 2021 gibt es tatsächlich Leute, die nicht nur am liebsten die Amtssprache so hätten, wie sie der Spaßexperte bei Facebook ausformulierte, sondern die sich darüber hinaus auch noch für derartig überlegen halten, daß sie keine Sekunde zögern würden, eine solche Amtssprache per Gesetz vorzuschreiben, wenn sie das durchsetzen könnten. Noch können sie nicht. Nach der kommenden Bundestagswahl sind sie vermutlich dazu in der Lage.

Der dummdeutsche Inzidenzwert

Bei Youtube machte vergangene Woche das Video eines 23-jährigen Mathematikstudenten Furore. Er bemängelte die fehlende Normierung der Inzidenzwerte vor ihrer Veröffentlichung und verdeutlichte das an einem Beispiel. Die fiktiven Landkreise A und B hätten jeweils nur 50.000 Einwohner, im Landkreis A werden 5.000 getestet, 50 davon positiv, was einen Inzidenzwert von 100 ergebe. Im Landkreis B werden jedoch nur 2.000 Personen getestet, davon 20 positiv, und obwohl das Pandemiegeschehen in beiden Landkreisen gleich ist, liegt der Inzidenzwert für Landkreis B bei lediglich 40. Glasklare Schlußfolgerung: Die Höhe des Inzidenzwerts sagt über die tatsächliche Lage überhaupt nichts aus, da sie allein von der prozentualen Testhäufigkeit im jeweiligen Landkreis abhängt. Ein Bildungsexperte bezeichnete die Ausführungen des Mathematikstudenten als mathematischen Wissensstand der gymnasialen Mittelstufe. Und normalerweise wußte früher auch jeder, daß nur Vergleichbares miteinander verglichen werden kann. Die Inzidenzwerte der fiktiven Landkreise A und B sind evident nicht miteinander vergleichbar, weil sie auf Basis unterschiedlicher Voraussetzungen zustandegekommen sind. Die fehlende Normierung ist das eine, daß ihr Fehlen andererseits aber weder Politik, Verwaltung noch die gegängelten Bürger alarmiert, ist ein deutliches Indiz dafür, daß es hier – wie von „Verschwörungstheoretikern“ seit bald einem Jahr behauptet – mitnichten um die Eindämmung einer „Pandemie“ nach Pandemiedefinition der WHO aus dem Jahr 2009 geht, sondern um die Nutzung des „Pandemieschnacks“ als Instrument zur Durchsetzung völlig virenfremder Ziele.

Daß sich in Deutschland 2021 dennoch ein ganzes Volk mit „Inzidenzwerten“ seiner Grundrechte berauben läßt, spricht Bände über den kollektiven Geisteszustand. Kommentar des Experten: „Deutschland hältst du eben im Kopf nicht mehr aus. Das ist übrigens dasselbe Land, in dem ein Robert-Koch-Institut mitten in der „Corona-Pandemie“ drastisch gesunkene Zahlen bei Grippeerkrankungen meldet, in der ersten Märzwoche 2021 weniger Leute gestorben sind, als in jeder ersten Märzwoche seit 2016 – und wo sich das Volk dennoch FFP-2 Masken vor die Atemwege hinparagraphieren läßt, obwohl inzwischen bekannt ist, mit welchem Chemiecocktail diese Masken bei ihrer Herstellung durchtränkt worden sind. Bei Babyspielzeug hingegen …“ – „Aber hey“, fügt der Experte an, „muß man sich wundern, wenn man sich überlegt, was dieses Volk noch so alles glaubt?“

Die dummdeutsche Umwelthilfe

Ein fiktives Amazon informiert mich gerade darüber, daß Bürger, die „Inzidenzwerte“ gekauft haben, auch an „Deutsche Umwelthilfe“ interessiert gewesen seien. Die Expertenmeinung dazu: „Wer Inzidenzwerte für die Beschreibung eines realen Zustandes hält, der glaubt natürlich auch, daß die Deutsche Umwelthilfe der lieben Umwelt hilft.“ Realiter aber, so der Experte, helfe die Deutsche Umwelthilfe lediglich sich selbst und ihren Funktionären. „Umwelt“ jedoch sei ein Begriff, der schon lange zur kollektiven Obsession geworden sei, lange vor der „Pandemie“ bereits. Weil das wiederum so sei, sagt er, könne man den von der „Umwelt“ obsessiv in Beschlag Genommenen auch Autos als Ökomobile verkaufen, die knapp zwei Tonnen schwer sind, über ca. 60 Elektromotoren für Fensterheber, Sitzverstellung, Schiebedach, Rückspiegel usw. verfügen, und nur, weil im Armaturenbrett ein grünes Lämpchen glimmt, welches darüber informiert, daß die Start/Stop-Automatik des sparsamen Diesels aktiviert ist. Wer noch ärger behämmert sei, als die Lämpchengläubigen, so der Experte, der kaufe sich gleich ein Elektromobil, bei dem allein schon die Batterie so viel wiegt, wie ein ganzer VW Golf des Baujahres 1976. Das passe perfekt zur Akzeptanz einer fehlenden Normierung von Inzidenzwerten. Wem schon mathematische Gesetzmäßigkeiten am Allerwertesten vorbeigingen, dem gingen eben auch physikalische daran vorbei. Je mehr Masse man in Bewegung setzen wolle, desto mehr Energie müsse man dafür aufwenden. Wie diese Energie generiert wird, spiele dabei keine Rolle. Eine ganz andere Frage, so der Experte, sei es, wofür sich jemand hält, der seinen 70-Kilo-Hintern in einem E-Mobil mit einem Leergewicht von 2,5 Tonnen durch die Gegend chauffiert und sich währenddessen auch noch für seinen eigenen Ökoprogressismus preist. Daß ein solcher Zeitgenosse glaubt, die Deutsche Umwelthilfe helfe selbstverständlich der lieben „Umwelt“, liege auf der Hand. Daß nicht einmal die Bundeskanzlerin als gelernte Physikerin auf die Blödsinnigkeit tonnenschwerer E-Mobile hinweise, sagt der Experte, sei ein Beweis dafür, daß sich hypermoralistische Attitüden schlecht physikalisch begründen lassen.

Das dummdeutsche Gutmenschentum

Logische Inkonsistenzen könne man in Deutschland 2021 beobachten so weit das Auge reicht, behauptet der Experte, und ich bin geneigt, ihm zu glauben, weil schließlich er der Experte ist, nicht ich. Wahrscheinlich liegt er richtig mit seiner Behauptung, daß der Nationalismus in Deutschland 2021 stärker ausgeprägt sei als jemals in den Nachkriegsjahren zuvor. Dem Experten zufolge gebe es gewichtige Indizien für seine Behauptung. Gerade diejenigen, die ihren Antinationalismus wie eine Monstranz vor sich hertrügen, sagt er, seien zugleich auch dieselben, die ihre Sätze gern mit „Gerade wir als Deutsche“ beginnen. Er nennt diese Leute ohne Umschweife „Superminusnationalisten“. Als solche seien sie Untergruppe einer übergeordneten Gruppe namens „Gutmenschentum“. Diese übergeordnete Gruppe, so der Experte, sei die am schlimmsten zerebraldegenerierte Gruppe seit Jahrzehnten. Nicht ganz sicher sei er sich bei der Antwort auf die Frage, ob seit acht – oder ob seit lediglich drei Jahrzehnten. Und daß das eigentlich egal sei, weil ausschließlich die übergeordnete Gruppe „Gutmenschentum“ diesbezüglich große Unterschiede erkenne, die in Wahrheit lediglich verbrechensquantitativ welche seien, nicht aber prinzipiell. Er regt deswegen an, der übergeordneten Gruppe „Gutmenschentum“ die Waffe des „Links/Rechts-Schnacks“ aus der Hand zu schlagen, indem man künftig „Links“ und „Rechts“ durch „Rotlinks“ und „Braunlinks“ ersetzt. Ich fürchte, der gute Mann wird in Expertenkreisen nicht mehr lange wohlgelitten sein.

Es ließe sich unter der Verwendung von „dummdeutsch“ im Jahre 2021 ein ganzes Buch verfassen, das nur aus Zwischenüberschriften besteht. Der Wahnsinn hat das Land fest in seinem Würgegriff. Der Ornithologe, ein Vogelexperte, sagt, noch nicht einmal der eine große Vogel, den das ganze Land hat, wird das überleben, daß aber vorher schon die kleineren Vögel ausgestorben sein werden, weil das Gutmenschentum Windräder ökologisch für zwingend hält. So lange sich die wenigen wirklichen Leistungsträger, die es in Deutschland 2021 noch gibt, fiskalisch bis auf die Unterhosen ausplündern lassen, um den ganzen Wahnsinn mit ihrer sauer verdienten Kohle zu finanzieren, werde sich der Untergang auch nicht aufhalten lassen. Letzteres war wieder eine Feststellung des Allgemeinexperten. Der Ornithologe hat sich nämlich seines Kummers wegen bereits erhängt. Nicht so schlimm. Er war eh nur ein alter weißer Mann, Rassist also.

Ach so, ehe ich das vergesse: Ein Gesichtsexperte erklärte, das ganze Land sehe 2021 aus wie die frohsinnsfeindliche Mund- und Kinnpartie seiner Bundeskanzlerin, weswegen wenigstens das hervorragend zusammenpasse.