Jetzt geht es Tolkiens „Herr der Ringe“ an den rassistischen Kragen

Herr der Ringe (Bild: shutterstock.com)

Blonde, hellhäutige, blauäugige Elben und großfüßige, ebenfalls weiße Hobbits kämpfen in Tolkiens „Herr der Ringe“ auf der Seite des Guten gegen hässliche, dunkle Gestalten. Das ist – wir erahnen es – offener Rassismus.

Alle Haupt-Charaktere in einem der erfolgreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts sind weiß. Und – skandalöserweise: männlich! Frauen haben in der Trilogie des britischer Schriftstellers und Philologen J. R. R. Tolkien nur minderwichtige Nebenrollen. Stattdessen dreht sich in „Herr der Ringe“ alles um die weißen, männlichen Figuren wie Aragorn, Legolas, Gimli, Frodo oder Sam. Selbst der alte Zauberer Gandalf wird – Achtung! Rassismusalarm! – zu Gandalf dem Weißen! Auf der anderen Seite hat sich Tolkien erdreistet, die Orks als eine Gruppierung von dunkelhäutigen, skrupellosen Bösewichten darzustellen.

Bereits 2002 arbeitete sich Stephen Shapiro, im Laberfach „Literaturforschung“ an der britischen University of Warwick tätig, an Tolkiens Meisterwerk ab und bejammerte, dass auch in den Filmen mit deutlichen „schwarz-weißen Farbcodes“ gearbeitet und die „Angst vor einem Schwarzen Planeten“ verstärkt werde. Das sei „offenen Rassismus“, der von Ängsten über Migrationsbewegungen geprägt sei, so der Hetzer Shapiro.

Knapp zwanzig Jahre später – mitten im hysterischen Antirassismuskampf – wärmt der hippe, junge, weiße BR-Redakteur Ferdinand Meyen die dreiste Kritik an Tolkiens angeblich „problematischen“ Filmklassiker „Herr der Ringe“ nochmals auf. Meyen – laut Twitter-Account „Teilzeit-Punk und Master der Soziologie“ – stimmt in das Lied vom „strukturellen Rassismus“ ein: Immer mehr Menschen, die in dieser Gesellschaft mit dem überall lauernden „rassistischen Strukturen“ sozialisiert wurden, erkennen diesen in Bücher und Filmen und wenden sich zunehmend angewidert davon ab, so der BR-Mann. Und auch in Tolkiens Meisterwerk seien „peinliche Rassen-Stereotype“ an allen Ecken und Enden zu spüren. Grundsätzlich seien – so der öffentlich-rechtliche Rassismus-Kritiker – die guten Rassen die Guten und die bösen Rassen die Bösen. Ihm fehlt offensichtlich der „eine gutmütige Ork, der keinen Bock auf Menschenfleisch hat und lieber mit den Elben am Fluss chillen will“.

Meyen beweint zudem, dass es auch beim interkulturellen Austausch es in Tolkiens Welt an allen Ecken und Enden mangle. Selbst die guten Rassen hassen sich alle gegenseitig und arbeiten eigentlich nur zusammen, wenn sie Orks abschlachten dürfen, so der Berufsentrüster. Aber: „Canceln“, nein verbieten will Meyen den „Herr der Ringe“ nicht. Auch nicht, wenn dieser natürlich ein „Stück weiße Kultur“ ist und er ihn „deshalb auch strukturell rassistisch“ lesen müsse. Wahnsinnsbeifall für so viel Toleranz, Herr Meyen!

In Meyens Twitter-Welt bekommt der Teilzeit-Punk dann auch kräftig „Applaus“:

„Ich weiß nicht was trauriger ist, dass jemand so einen Sch*ss ernsthaft von sich geben kann oder, dass ich ihn de facto zahle.

Der öffentlich-rechtliche Zündfunk begegnet Kritik mit offener Verhöhnung:

„Meine Güte, so langsam reicht es mit diesem Woke Culture Mist. Peter Jackson und Herr der Ringe Rassismus vorzuwerfen. Er hatte ein vollkommen durchgemischtes Team um sich herum. Von Engländern bis Ureinwohnern. Die Gefährten bestanden im Lore zudem aus 5 Fantasy (!!) Rassen.“

„Einen Fantasy Epos Rassismus unterstellen? Echt jetzt? Was kommt als nächstes? Alien? Da ist das „Böse“ auch schwarz! Oder ET? Diskriminierung von Kleinwüchsigen? Ihr habt doch einen an der Waffel „

„Ihr müsst wirklich jeglichen narrativen Kulturschatz kaputt reden! Wenn es z.B. keine Colored People in die Dumas „Drei Musketiere“ gab, dann weil das im 18. Jhd. auch so war. In Mel Gibsons „Apocalypto“ gibt es auch keine Asiaten oder Weiße. Alles kein Rassismus!“

„Meine Fresse habt Ihr nen Platten!Mann schlägt sich die Hand vors Gesicht Ideologischer Schwachsinn für den uns 8 Milliarden Euro zwangsweise abgepresst werden.“

„Ist der ÖRR mittlerweile vollkommen degeneriert, überflüssig und nur noch Sprachrohr linker Identitätspolitik?“