Spaltaxt Covid-19

Foto: Collage

Die AfD gehört zu den großen Verlierern der Pandemie. Das liegt nicht nur daran, dass sie zu einer ganz normalen Partei verkommen ist, die ihre ganze Energie für die Partei aufwendet und nicht mehr für die Bürger, dass liegt nicht nur daran, dass Medien und Politik, sowie die handlanger-diensthabenden Behörden wie VS, Kirche und Wirtschafsverbände ständig auf die Neu-Parlamentarier einprügeln.

Nein, dass liegt eben auch daran, dass die AfD von Beginn an beim Dreizack des Teufels „Corona-Pandemie-Lockdown“ tief gespalten war – bei den Mitgliedern und Funktionären. Die Gräben zwischen den Panikern und Coolen, zwischen den Befürwortern und Skeptikern der Gesundheitspolitik, die den Namen gar nicht verdient hat, wurden wie überall schnell ausgehoben und sind mittlerweile so tief und unüberwindbar wie überall in der gesamten Gesellschaft. Die beiden Lager stehen sich, wie woanders auch, jetzt noch, wo das Versagen der Kanzlerin immer deutlicher wird, weiterhin unversöhnlich gegenüber.

Diese Spaltung zieht sich durch das gesamte patriotische Lager. Auf Sezession ist jetzt gerade ein sehr guter Beitrag von Heino Bosselmann erschienen, der sich mit der „Atemlosigkeit in Zeiten der Lockdowns“ beschäftigt.

Hier einige Auszüge:

„Die sogenannte Corona-Krise beschädigt direkt Leben und Psyche der Menschen. Allerdings geschieht das weniger durch das Virus als durch die in ihrer Fixation auf den Erreger verrannte Politik. Die Zwangsmaßnahmen selbst, vermeintlich zu ihrem Schutz ergriffen, treffen die Menschen im Natürlichsten, ganz unabhängig davon, ob sie hygienemedizinisch hilfreich sein mögen.

Es sind zwei Bereiche, in denen Leben, Fühlen und Handeln unweigerlich Schaden nehmen – beim eigenen Atmen und im gegenseitigen Begegnen, also im allergrundlegendsten Dasein. Niemand hätte sich vorm März 2020 je vorstellen können, daß eine Regierung darauf überhaupt zuzugreifen wagt. Und daß es am schlimmsten die Kinder trifft, bringt die Eltern in Harnisch…

Die Menschen, gerade die sogenannten Leistungsträger, geraten aus dem Gleichgewicht; sie erkranken. Mit der „pandemiebedingt“ angstvoll flachen Atmung im Sinne einer Atemvermeidung aus hygienischen Gründen – etwa in der Enge und Menge – und der direkten Atemreduzierung durch die Corona-Maskenpflicht ist physisches und seelisches Dasein im Kern getroffen. Wir bekommen nicht nur weniger und schlechtere Luft, wir reduzieren unweigerlich unsere innerste Lebendigkeit, wenn wir das Atmen abflachen oder überhaupt an Freiatmung gehindert werden…

Wo wir mit unseren Masken-Einheitsgesichtern zum einen rigoros am Atmen, zum anderen an der Nähe der Begegnung behindert werden, sind wir am Allermenschlichsten, am Allernatürlichsten gehindert, was immer das Erfordernis dafür sein mag und ob es nun gut oder schlecht, angemessen oder unangemessen ist. Daß wir davon tiefer und langfristiger als von anderen Maßnahmen beschädigt werden, ist ein so einfacher wie dramatischer Fakt. Wir erleiden veritable Traumatisierungen, die Folgen haben werden…“

Doch darum geht es nicht nur. Die Kommentare zu diesem Beitrag auf Sezession sprechen Bände, zeigen die Zerrissenheit der patriotischen Szene. Hier zwei Beispiele, die das verdeutlichen:

„Es müssen keine dubiosen Internetquellen sein, sondern auch in diesem Forum gibt es Menschen, die haben einfach Augen und sehen tagtäglich die Situation mit ihren eigenen Augen. In meiner Klinik liegen keine von der Regierung beauftragten Schauspieler, keine Puppen, sondern reale Menschen, die um ihr Leben kämpfen auf der Station und in den Betten. Es ist verächtlich, wie hier von einigen mit der Menschenwürde umgegangen wird. Höheren Sie endlich auf, diesen Blödsinn hier zu verbreiten? Bei all den Schlaubergern, die auf verschiedenen Kanälen Unfug verbreiten, kann man deren Motivation aufschlüsseln und letztendlich auch fast jeden Punkt widerlegen. Bei der Bekämpfung der Pandemie werden viele Fehler gemacht. Sie einfach zu leugnen, ist erbärmlich!

Der erste Redner der AfD beklagt im Bundestag, dass sich vor allem Migranten infizieren. Ja, womit denn? Ich denke, es gibt keine Pandemie. Alles Widersprüche – und daher wenden sich immer mehr einstige Unterstützer mit Schaudern ab!“

„Als examinierte Pflegefachkraft in einem mittelstädtischen Krankenhaus darf ich anmerken, dass 2020 tatsächlich kein arbeitsintensives Jahr war. Was habe ich im Rahmen einer Pandemie gesehen? NICHTS. Selbst auf der Isolierstation, auf der ich hin und wieder in einem lächerlichen „Imkeranzug“ vor den Patienten stand, konnte ich genau WAS erkennen? NICHTS. Nichts, was ich all die Jahre zuvor im Rahmen meiner Berufstätigkeit nicht auch schon gesehen habe: Saisonale Atemwegserkrankungen und Viruspneumonien, die bei hochbetagten Menschen mitunter letal enden können. Was nehme ich stattdessen seit nun zwölf Monaten wahr? Patienten, die im Krankenhaus keine Gesichter mehr sehen, die keine Angehörigen mehr empfangen dürfen, die als positiv Getestete nicht einmal einen Menschen in dieser absurden Hygieneuniform erkennen können. Was stelle ich fest? Die Impfbereitschaft unter den Kollegen ist erschreckend hoch. In zahlreichen Gesprächen mit den Impfwilligen erfahre ich genau welche wohlüberlegten, medizinisch begründeten Entscheidungen dafür? Keine. Eher höre ich den Wunsch heraus, sich durch die Injektion in ihr altes Leben zurückspritzen und die „Pandemie“ in Luft auflösen zu lassen.

Ach ja, selbst wurde ich mehrmals hintereinander positiv getestet und wochenlang in Quarantäne geschoben. Hatte 3 Tage lang milde Symptome.“

Der dritte Kommentar hier bringt es dann auf den Punkt:

„Mit dem dummen Geschwätz von „Ihrer Klinik“ gehen Sie mittlerweile nicht nur mir auf den Geist, sondern etlichen anderen Kommentatoren auch. Warum nennen Sie den Namen der Klinik nicht? Und da Sie hier ja nie etwas Ketzerisches über Corona von sich geben, weshalb schreiben Sie nicht unter Klarnamen wie Dr. Franz Bettinger?“

So ist es. Wir leben im Paradies (oder in der Hölle) der unbewiesenen Behauptungen. Die Debatten haben schon etwas Religiöses an sich, denn es geht hier fast ausschließlich um Glaubensfragen.

Und das resultiert in einem Info-Krieg, weil hier natürlich jede Menge Fantastereien, gewollte Manipulation und Pinocchio-Storys im Spiel sind.

Bleibt die Frage, wer mit dem Quatsch angefangen hat und wer von beiden Seiten das größere Interesse daran hat, Lügengeschichten in die Welt zu setzen. Cui bono?