Ausgerechnet die „Faktenfinder“: dpa verbreitet Fake-News über Boris Palmer

Palmer mit "Tageszertifikat" (Foto:Imago/Eibner)

Ausgerechnet die Deutsche Presse-Agentur (dpa) fällt mal wieder mit Falschmeldungen auf: Die Nachrichtenagentur, die seit längerem selbst eifrig im dubiosen Markt der „Faktenchecker“ mitmischt und unter anderem auf Facebook, neben „Correctiv“ & Co.,  voreingenommene, tendenziöse Expertisen über missliebige Meinungsäußerungen und Beiträge der freien Medien abfasst (auf deren Grundlage dann munter zensiert und gelöscht wird), verbreitete gestern eine Ente über Boris Palmers „Tübinger Modell“.

Das Konzept des grünen Oberbürgermeisters, in der schwäbischen Stadt durch effizientes Testmanagement zumindest weitgehende Öffnungen der Außengastronomie und des Handels zu ermöglichen, ist zwar alles andere als das, was man sich unter „Normalität“ vorstellt: Selektion der Kranken, Totalkontrolle über Bewegungen und Freizeitverhalten sind keine Dauerlösung. Doch immerhin ist es in dieser Phase eine hoffnungsfrohe Alternative zu den „Nordkorea-Forderungen“ des Kanzleramtes und Merkels Corona-Junta, die am liebsten das ganze Land gleich wieder dichtmachen würden. Weil Palmer den linken Lockdown-Freaks natürlich ein Dorn im Auge ist, schießen sich seit Tagen Mainstreamjournalisten verstärkt auf das Tübingen-Modell ein.

Da passte natürlich eine dpa-Meldung gut ins Bild, die sogleich – auch von der Tübinger Tagespresse vor Ort – triumphierend aufgegriffen und verbreitet wurde: OB Palmer höchstpersönlich habe Zeitungen in Stuttgart gegenüber davon gesprochen, die Inzidenz in seiner Stadt hätte am Sonntag „bei 66,7“ gelegen und sein Tübinger Modell stünde „sehr unter Druck„. Das „Schwäbische Tagblatt Tübingen“ machte daraus auf Facebook den reißerischen Teaser: „Die Kritik am Tübinger Modellprojekt wird größer„.

Palmer höchstpersönlich wandte sich daraufhin gestern an die Öffentlichkeit – und kommentierte unter der Zeitung, dass er die ihm von der dpa unterstellte Aussage gegenüber den Stuttgarter Zeitungen nie getätigt habe:

(Screenshot:Facebook)

Im Gegenteil hält Palmer sehr wohl weiter an seinem Modell fest – trotz moderat steigender Inzidenzwerte. „Ich bin davon überzeugt, dass unser Modell auch anderswo angewandt werden könnte„, so der OB laut „dts Nachrichtenagentur“. Er äußerte außerdem Verständnis für Ministerpräsidenten, die die „Notbremse“ nun nicht konsequent ziehen – auch wenn Merkel dies unter undemokratischen und grundgesetzwidrigen Drohungen erzwingen will: „Ich kann die Ministerpräsidenten verstehen, die jetzt nicht einfach blind die Rückkehr in den harten Lockdown von Anfang März anordnen wollen.“ Er halte ihre Sorge für berechtigt, dass man damit die Schraube überdrehen könnte und die Akzeptanz der Menschen für Lockdown-Maßnahmen insgesamt gefährdet, sagte Palmer, der gestern bereits vor einer „Kernschmelze der Gesellschaft durch die weitere Verlängerung der Einschränkungen gewarnt hatte

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Peinlich für die dpa, die hier offensichtlichen Unsinn verbreitet hat. Für eine Nachrichtenagentur, die sich anmaßt, über ihre eigenen Kunden – die Zeitungs- und Medienredaktionen – als selbsterkannter Fakten- und Wahrheitswächter scharfrichten zu dürfen, sind derartige Schlampigkeiten völlig inakzeptabel. Zumal sich dpa hier einmal mehr in die Dienste regierungsloyaler Scharfmacher stellt, die jede innovative Alternative zum Lockdown zu torpedieren versuchen – wie etwa der unterirdische Panikhetzer Karl Lauterbach, der gestern Abend den sofortigen Stopp des Modellprojekts forderte. (DM)