WHO nimmt Stellung: Ist SARS-CoV-2 aus dem Labor ausgetreten?

Im Abschlussbericht der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Volksrepublik China kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass der SARS-CoV-2-Erreger höchstwahrscheinlich von Fledermäusen über einen Zwischenwirt auf den Menschen übertragen wurde. Gleichzeitig gibt es laut dem Bericht zahlreiche Fragen, die noch unbeantwortet sind. Im Bericht schließen die Experten nicht aus, dass der SARS-CoV-2-Erreger schon vor der Entdeckung im Dezember in der chinesischen Metropole Wuhan kursierte – möglicherweise auch in anderen Ländern.

Ein australischer Vertreter des WHO-Teams, das im Januar die Studie zu den möglichen Ursprüngen von COVID-19 angelegt hatte, Dominic Dwyer, sagte am Mittwoch gegenüber ABC in Sydney, dass, obwohl das Austreten des Virus aus einem Labor am unwahrscheinlichsten sei, die Möglichkeit „immer noch auf dem Tisch“ liege. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte am Dienstag, dass alle Hypothesen offenbleiben, und forderte eine weitere Prüfung der Laborunfall-These. Die Möglichkeit, dass SARS-CoV-2 absichtlich aus dem Labor freigesetzt wurde, wurde nicht untersucht.

Bereits am Montag wurde durch den Entwurf des Abschlussberichts bekannt, dass die WHO von vier möglichen Szenarien ausgehe: Ganz oben auf der Liste steht die Übertragung über ein zweites Tier als Zwischenwirt. Dieses Szenario wird als „sehr wahrscheinlich“ bezeichnet. Die direkte Übertragung des Virus von Fledermäusen auf Menschen gilt als „wahrscheinlich“, während eine Ausbreitung durch Nahrungsmittel „möglich, aber nicht wahrscheinlich“ ist. Ein Leck aus einem Labor des Instituts für Virologie in Wuhan gilt der WHO zufolge als „äußerst unwahrscheinlich“. Tedros erklärte, dieser Bericht sei ein wichtiger Anfang, aber nicht das Ende:

„Wir haben den Ursprung des Virus noch nicht gefunden.“

Es werde weiterhin alles getan, um „das Rätsel zu lösen“ – auch, um das Risiko, dass sich eine ähnliche „Pandemie“ entwickeln könne, zu minimieren.

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