Unterwerfung, Teil 343: Tierpark wird wegen Clan-Beerdigung geschlossen

Wildtierpark Reuschenberg (Bild: Thomas Hermes; siehe Link; CC BY 2.5)
Wildtierpark Reuschenberg (Bild: Thomas Hermes; siehe Link; CC BY 2.5)

Leverkusen – Ein Mitglied des hoch kriminellen Goman-Clans soll in Leverkusen beigesetzt werden. Weil hunderte Clan-Mitglieder zur Beerdigung erwartet werden – laut Corona-Verordnung sind maximal 25 Personen zulässig – will die Stadt aus Sicherheitsgründen den neben dem Friedhof liegenden Tierpark schließen. Anscheinend hat die Stadt dafür ihre Allgemeinverfügung zur Sicherstellung des Infektionsschutzes bei Trauerfeierlichkeiten und Bestattungen am Mittwoch erneut geändert. Das kann man auch abkürzen. In Unterwerfung.

Der Goman-Clan ist eine insbesondere in Leverkusen ansässige Roma-Großfamilie, die ursprünglich aus Polen stammt und als eine der berüchtigsten Familien-Clans in Deutschland gelten. Der 61-jährige Adam Goman – er fungierte in seiner Sippschaft als Friedensrichter – soll laut Medienberichten am Montag an/mit/oder durch Corona verstorben sein. Die bereits für Mittwoch geplante Trauerfeier auf dem Leverkusener Friedhof musste bereits verschoben werden, weil laut der Stadt nicht absehbar gewesen sei, wie viele Menschen an der Clan-Trauerfeier teilnehmen werden. Erlaubt sind nach der aktuellen Corona-Schutzverordnung für den normalen Corona-Bürger nur maximal 25 Personen.

Wie der Kölner Stadtanzeiger hinter der Bezahlschranke berichtet, hat die Stadt Leverkusen kurzfristig ihre Allgemeinverfügung zur Sicherstellung des Infektionsschutzes bei Trauerfeierlichkeiten und Bestattungen am Mittwoch erneut geändert. Der Grund dürfte laut der Zeitung die bevorstehende Beerdigung des Clanoberhaupts Adam Goman sein. Die Bild-Zeitung berichtet, dass die Massenveranstaltung nun am Freitag stattfinden wird. Wegen der massenhaft teilnehmenden Trauergäste soll der neben dem Friedhof liegende Tierpark ganztägig schließen. Das bestätigte die Stadt Leverkusen auf Bild-Anfrage: „Wir haben mit dem Tierpark Kontakt aufgenommen und aus Sicherheitsgründen dazu geraten.“

Eine Mutter, die mit ihrem 3-jährigen Sohn einen Corona-Besuchstermin für Freitag im Zoo gebucht hatte, muss nun, weil offensichtlich für den Clan Sonder-Corona-Regeln gelten, auf diesen lang ersehnten Besuch verzichten.

In der Roma-Großfamilie Goman kassiert der größte Teil seit Jahrzehnten Hartz IV und geht keiner geregelten Arbeit nach. 1959 reiste der 2000-köpfige Stamm aus Polen und der DDR aus und siedelte sich in Westdeutschland an. Der Goman-Clan lebte die ersten 20 Jahre vor allem in Wohnwagen auf Lagerplätzen. In den 80er-Jahren floss dann massiv Steuergeld, so dass der Clan mit Unterstützung der Stadt Leverkusen, in der die meisten der Clanmitglieder leben, erstmals Wohnungen bezogen. Später erwarben einige Mitglieder Eigentum. Im März 2018 durchsuchten Strafverfolgungsbehörden dann die bis dahin rund 70 erworbenen Häuser und Wohnungen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Österreich. Im selben Jahr wurden drei Familienmitglieder wegen Betrugs in Millionenhöhe zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Rama-Clan soll sich sein Geld unter anderem durch Clan-Kriminalität wie gewerblichem Betrug von Waren und Dienstleistungen, Geldwäsche, Inverkehr bringen von Falschgeld und das Erschleichen von Leistungen „erworben“ haben. Der Spiegel berichtete bereits 2018 in einer Reportage über die den Clan.

Anstatt die Corona-Verordnungen per Polizeigewalt durchsetzen, wurde nun – anders als bei Anti-Coronamaßnahmen-Demonstrationen oder den gemeinen Bürger üblich, ein Tierpark gesperrt und Bestattungsverfügungen für den Roma-Clan geändert. (SB)