Staatshilfen statt Umsatz: „KiK“-Chef bettelt um harten Lockdown, Kunden müssen blechen

KiK-Filiale (Foto:Imago/Revierfoto)

In Corona-Deutschland jagt eine Groteske die nächste, das Kaleidoskop des Irrsinns, in dem sich uns von früh bis spät die Welt spiegelt, entwirft immer verrücktere Variationen. Neuerdings sprechen sich im gleichgeschalteten Corona-Panikdeutschland auch schon Unternehmen des freien Marktes für einen möglichst harten „Brücken-Lockdown“ aus. Den Staat anzubetteln, er möge den Menschen das Einkaufen verbieten, um dann anschließend die entstandenen Verluste vom Steuerzahler zurückzufordern: Manches kann man sich nicht ausdenken.

Doch in Merkeldeutschland ist nichts mehr undenkbar, und so war die Meldung wahr, dass nun auch der Textil-Discounter „KiK“ für Merkels harten Mega-Lockdown Partei ergreift. KiK-Chef Patrick Zahn forderte diese Maßnahme – inklusive Schließungen von Schulen, Kitas, bei „gleichberechtigten Bedingungen für alle Sektoren im Handel und für alle Wirtschaftsbranchen„, so Zahn gegenüber dem Portal „Business Insider„. Damit nicht genug: Im Rahmen eines „Gesamtkonzepts“ würde er sogar „Ausgangssperren befürworten„. Außerdem fordert er, so „dts Nachrichtenagentur“, strengere Kontrollen der Corona-Auflagen, wie beispielsweise für das Maskentragen.

Es ist die volle Merkel-Wunschliste, diesmal aber unterwürfigst serviert von einem Vertreter der Kreise bzw. gesellschaftlichen Gruppen, die unter der verantwortungslosen und zerstörerischen Politik einer ebenso unfähigen wie planlosen Kanzlerin am härtesten zu leiden haben. Vorwand für die Forderung des Managers: Zahn erhofft sich von einem harten Lockdown das Ende des „Lockdown-Hoppings“, denn im Lockdown verliere der Textil-Discounter durchschnittlich 30 Millionen Euro die Woche. Es ist das absurde Narrativ der „Sportpalast“-Coronapolitik: Totaler Lockdown ist gleich kürzester Lockdown. Von wegen.

Das Märchen vom „kurzen, harten Lockdown“

Ein Ende des Lockdown-Hoppings? Entweder meint Zahn das ernst – dann kann er sofort den Hut nehmen, weil ihn eine derart getrübte Urteilsfähigkeit augenblicklich für Führungsaufgaben disqualifizieren müsste: Wer nach knapp sechs Monaten eines (ursprünglich als zweiwöchiger „Wellenbrecher-Lockdown“ angekündigten) Dauerlock-Shutdowns ohne jeden erwiesenen Nutzen, ohne belastbare wissenschaftliche Evidenz und ohne jede „Öffnungsperspektive“ immer noch nicht den Schuss gehört hat und treudoof das Märchen für bare Münze nimmt, „einmal machen wir noch zu, danach ist alles rum, Juhu!“ – der glaubt auch an den Weihnachtsmann und Osterhasen in Personalunion.

Oder aber Zahn ist ein eiskalt-zynischer Spekulant, der genau weiß, dass ein „Knallhart-Lockdown“ lediglich den nächsten Normalzustand für viele Monate definieren wird – und der sich schon darauf einrichtet, dass die einzigen Zuflüsse seines Unternehmens sowieso aus dem Staatssäckel fließen werden, weswegen er sich so eine bessere Ausgangsposition verschaffen will. Denn nach Aussage des Kik-Chefs seien an seine Firma – bis auf das Kurzarbeitergeld – bislang noch keine Staatshilfe geflossen, obwohl „die Pandemie uns bisher an die 200 Millionen Euro an Eigenkapital gekostet hat“, so Zahn. Man erwarte jedoch Schadenersatz für die Umsatz- und Ertragsausfälle.

Dass sich die „Opfer“ bei den „Tätern“ anbiedern und hier einer Regierungschefin als Krisenmanagerin gehuldigt wird, die für die aktuelle Krise die Hauptverantwortung trägt, indem sie die pflichtgetreue Beschaffung von Impfstoff für die eigene Bevölkerung vorsätzlich sabotierte und der EU übertrug: All dies kann nur mehr als ein besonders abstoßendes Beispiel für ein erweitertes „Stockholm-Syndrom“ bezeichnet werden. (DM)